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Was ist Lernen? Besonderheiten & Prinzipien

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Zusammenfassung: Was ist "Lernen" überhaupt und was sind die Besonderheiten beim Lernen? Nach welchen Prinzipien sollte gelernt werden? Auf all diese Fragen wird versucht hier eine Antwort zu geben.


Besonderheiten des Lernens

Einigkeit unter den Experten besteht darin, dass Lernen „[…] ein lebenslanger Prozeß […]“[6] ist, denn das „[…] Gehirn lernt immer, es kann gar nicht anders […]“[7]. Allerdings läuft der Lernprozess nicht immer gleich gut bzw. gleich schnell ab. Mal erlernt der Mensch Fähigkeiten beinahe blind und automatisch und manchmal muss er hart ringen, um eine Situation meistern zu können und so etwas gelernt zu haben.[8] Dafür verantwortlich sind u. a. zwei Faktoren: Das Alter des Lernenden und die Emotionen beim Lernen. So weist beispielsweise Spitzer mehrfach darauf hin, dass „Lernen bei guter Laune am besten funktioniert“[9] und „[…] Hänschen schneller […] als Hans […]“[10] lernt. Gleichwohl sieht er sogar einen Vorteil der Älteren gegenüber den Jungen. „Ältere Menschen lernen zwar langsamer als junge, dafür haben sie jedoch bereits sehr viel gelernt und können dieses Wissen dazu einsetzen, neues Wissen zu integrieren […]“[11]. Da der Lernende kein „unbeschriebenes Blatt“ ist, kann auch der Lernprozess nicht als Prozess aufgefasst werden, der immer bei Punkt 0 beginnt. Im Gegenteil: Bei jedem Menschen verläuft das Lernen anders.

So gibt es z. B. mit dem auditiven Typ (= Lernen durch Zuhören), dem visuellen Typ (= Lernen durch Sehen), dem kommunikativen Typ (= Lernen durch Gespräche) und dem motorischen Typ (= Lernen durch Bewegung) verschiedene Lerntypen[12], die unterschiedliche Lern- und Denkstile bzw. Lernstrategien zur Folge haben.
Dennoch sollte man sich bei der Beschäftigung mit dem Thema „Lernen“ immer eine Eigenschaft vor Augen halten: Lernen selbst ist nicht direkt beobachtbar, man kann es jedoch „[…] an den Verbesserungen von Leistungen ablesen […]“[13]. Lernen ist aber auch immer mit Vergessen verbunden. Durch die Gewichtung der zu verarbeitenden Informationen, werden die wichtigen Informationen im Gehirn weiter verarbeitet und abgespeichert, während das Gehirn unwichtige Informationen aussortiert. Mit dieser Vorgehensweise reagiert das Gehirn auf die Umwelt und bemüht sich Komplexität zu reduzieren, um so den „Informationsoverkill“ zu verhindern. Lernen ist demnach auch immer im Kontext der jeweiligen Situation und als Reaktion auf die Umwelt bzw. in Interaktion mit der Umwelt zu betrachten.

 

Die 10 Prinzipien des Lernens

Die grundlegenden Eigenschaften des Lernens arbeitete Carl Rogers in seinen „10 Prinzipien des Lernens“ heraus. Diese erschienen bereits 1969. In punkto Aktualität haben sie jedoch nichts eingebüßt.
Rogers gibt damit gleichzeitig Richtlinien vor, in welchen Situationen Lernen am effektivsten ist. Für Rogers ist Lernen zunächst eine natürliche Gabe. Lernen wird fast immer zum Selbstläufer, wenn der Lerninhalt vom Lernenden als wichtig eingestuft wird. Deswegen sollte immer ein Lernziel benannt werden, um den Lernstoff einordnen zu können. So ermöglicht man dem Lernenden selbstverantwortlich am Lernprozess teilzunehmen. Lernen ist dann am effektivsten, wenn das Wissen durch eigene Handlungen angeeignet wurde, weil dies die Person als Ganzes (er)fordert. Verstärkt wird der Lerneffekt, wenn beim Lernprozess (positive) Emotionen im Spiel waren. Lernen sollte ohne Zwang erfolgen und daher im Grunde genommen selbst gewählt sein. Die Beurteilung der Leistungen durch andere ist dagegen nur von nebensächlicher Bedeutung. Besser ist es, dass sich der Lernende selbst einschätzt. So werden Unabhängigkeit, Kreativität und Selbstvertrauen gefördert.[14]

 

 


Quellen:

  • [5] und [6]: Holoch, K. (27.02.2007a): Lernen : Meyers Lexikon Online 2.0. Mannheim.
  • [7]: Spitzer, M. (18.09.2003): Medizin für die Pädagogik. In: Zeit. 39/2003.
  • [8]: Vgl. Hilgard, E. R.; Bower, G. H. (1973): Theorien des Lernens I + II. Stuttgart. S. 22
  • [9] bis [11]: Spitzer, M. (18.09.2003)
  • [12]: Vgl. Falk-Frühbrodt, Chr. (NN): Lerntypen (I – III). Teltow.
  • [13]: Zimbardo, P. (1992): Psychologie. Berlin [u. a.]. S. 227
  • [14]: Vgl. Rogers, C. (1969): Freedom to learn: a view of what education might become. Columbus (OH). S. 114. Zitiert nach: Zimring, F. (1999): CARL ROGERS.

 

Aktualisiert ( Samstag, 20. Februar 2010 um 16:51 Uhr )
 

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