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Die Lerntheorie des Behaviorismus

Zusammenfassung: Der Behaviorismus beobachtet das reine menschliche Verhalten. Er geht von einem Stimulus-Response-Modell wie bei der klassischen Konditionierung aus. Lernangebote, die auf behavioristischen Überlegungen basieren, haben meist eine Drill & Practise-Komponente.


Das reine menschliche Verhalten ist zentraler Forschungsgegenstand des Behaviorismus

Der zentrale Forschungsgegenstand des Behaviorismus’ ist das reine Verhalten des Menschen. Das Bewusstsein, z. B. die Beobachtung von seelischen Vorgängen durch das Individuum selbst – auch als Introspektion bezeichnet – wird dabei komplett ausgeklammert. Es erfolgt auch keine Beachtung der Lernbiologie. Nach Ansicht der behavioristischen Vordenker wie John Locke (1632 bis 1704) kommt der Mensch als unbeschriebenes Blatt auf die Welt. Jedes Verhalten wäre demnach aufgrund von mit der Umwelt gemachten Erfahrungen erlernt und nicht angeboren.[5] 
Behavioristen begreifen den Lernenden als eine Art „Black Box“. Eine ganz allgemeine Beschreibung dieser Stimulus-Response-Theorie könnte wie folgt lauten: Ein äußerer Reiz wirkt auf den Organismus ein (Input), dann passiert etwas – das sich der Beobachtung entzieht – und am Ende des Prozesses kommt etwas heraus, z. B. eine Handlung oder eine Reaktion (Output). Letztere kann beobachtet und analysiert werden. Der mögliche Erkenntnisgewinn besteht in der Entdeckung von Zusammenhängen zwischen Stimulus und Response. 

 

Klassische Konditionierung durch Stimulus-Response-Modell

Ausgangspunkt des Behaviorismus’ sind die Untersuchungen von Pawlow, der den Begriff der klassischen Konditionierung prägte. „Das Verfahren des Klassischen Konditionierens besteht aus der Koppelung eines zuvor neutralen Stimulus mit einem unkonditionierten Stimulus, der bereits die zu konditionierende Reaktion auslöst […]"[6]. Bei der klassischen Konditionierung handelt es sich also um ein Signallernen, bei dem der neutrale Reiz das Signal darstellt. Hierbei ist allerdings zu beachten, dass die zeitliche Nähe zwischen beiden Reizen gegeben ist. Nur so können die richtigen Assoziationen, auf die der Lernprozess aufsetzt, hergestellt werden.[7]
Während die klassische Konditionierung von einem sehr passiven Lernenden ausgeht, ist man bei der Theorie der operanten Konditionierung einen Schritt weiter: Die Vertreter nehmen an, dass das Individuum „aktiv in seiner Umwelt agiert und Verhaltensweisen hervorbringt, auf welche die Umwelt reagiert“[8]. Handlungen und Verhalten haben demnach immer Konsequenzen. Operantes Verhalten wird durch nichts ausgelöst. Es ist folglich nicht bedingt dafür aber spontan. Indem man in seiner Umwelt handelt, bekommt man von seiner Umwelt ein Feedback zu diesen Handlungen. Durch diese Rückmeldung ändert sich das Verhalten. Erweist sich dieses als günstig und angemessen, so wird es erneut gezeigt. Es findet Aufnahme in das Verhaltensrepertoire des Individuums. Erweist es sich als ungünstig und nicht angemessen, so wird es nicht wieder an den Tag gelegt. In diesem Zusammenhang wird Verhalten wie ein Instrument eingesetzt. Aus diesem Grund wird operantes Lernen auch als instrumentelles Lernen bezeichnet.[9] In einer Reihe von Tierexperimenten und Labortests hat sich gezeigt, dass positive Verstärkung wirksamer ist als Bestrafung.

 

Behavioristische Lernangebote weißen "Drill & Practice"-Komponente auf

Lernangebote, die auf behavioristischen Lerntheorien aufbauen, weißen meist eine sogenannte „Drill & Practise“-Komponente auf. In der Regel zeichnen sich solche Lernangebote durch folgende Merkmale aus. Die Lerninhalte werden in sehr viele einzelne Lernschritte zergliedert. Beispielsweise erfolgt die Präsentation des Lernstoffs in einer linearen Abfolge von Fragen und Antworten. Der Lernende erhält so außerdem regelmäßig eine Rückmeldung zum Lernfortschritt. Dabei wird er durch das Lernprogramm geführt und hat sehr wenige Freiräume. Mit Hilfe solcher Lernprogramme lassen sich Vokabeln lernen oder Rechenfähigkeiten trainieren, aber sie stoßen bei komplexeren Inhalten sehr schnell an ihre Grenzen, denn z. B. können Zusammenhänge nicht adäquat dargestellt werden.[10]

 

 


Quellen:

Aktualisiert ( Samstag, 20. Februar 2010 um 16:58 Uhr )
 

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