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Klassifikation von Spielen

Zusammenfassung: Spiele lassen sich unterschiedlich Einteilen. Gängige Einteilung sind z. B. ab 12 Jahren oder ab 18 Jahren bzw. Brettspiele, Kartenspiele oder Computerspiele.


In der Literatur finden sich fast genauso viele Spielklassifikationen wie Spieldefinitionen. Eine allgemein gültige und für alle verbindliche Kategorisierung hat sich noch nicht etabliert.
Denkbar wäre beispielsweise eine Unterscheidung nach:
  • a.) Erscheinungsjahr/Epoche,
  • b.) Entstehungsort (Kontinente, Länder, Kulturen),
  • c.) Alter der Spieler,
  • d.) Anzahl Spieler,
  • f.) Spielmaterial,
  • g.) Spieldauer,
  • h.) Spielziel oder
  • i.) Grad und Art der Anforderung an die Spieler (Glücksspiel, Taktik- & Strategiespiel, Gedächtnisspiel, Kommunikations- & Wortspiel, Reaktionsspiel, Geschicklichkeitsspiel).

Die Spieltheorie beschreibt Spiele über 5 Dimensionen:

  1. die Anzahl der Spieler,
  2. die Anzahl der Züge,
  3. die Summe von Gewinn und Verlust,
  4. welche Informationen vorliegen und
  5. ob der Lösungsweg eindeutig oder nicht eindeutig ist.[26]

Für diese Arbeit von Bedeutung sind zwei Unterteilungen. Zum einen die nach Oerter und zum anderen die nach Jantke - oftmals auch als „Ilmenauer Taxonomie“ bezeichnet.

 

Spieleklassifikation nach Oerter

Die Klassifikation von Oerter hat eine zeitliche Komponente. Sie folgt der Abfolge von Spieltypen, die in der Entwicklung eines Kindes von Bedeutung sind und legt dar, welche Fähigkeiten mit dem jeweiligen Spieltyp trainiert werden. Damit wird ein direkter Bezug zu Piagets Entwicklungsstufenmodell hergestellt. Oerter unterscheidet zunächst das sensomotorische Spiel, das bereits bei Säuglingen auftritt. Dies zeichnet sich durch Freude an der Bewegung aus. Sobald ein gezieltes Greifen und damit die Hand-Auge-Koordination möglich ist, entwickelt sich das sensomotorische Spiel zum Explorationsspiel bzw. Konstruktionsspiel. Als Beispiel hierfür lässt sich das Spielen mit Bauklötzen aufführen.[27] Ab dem zweiten Lebensjahr zeigt sich das Symbolspiel, das auch als Illusions- bzw. Als-ob-Spiel bezeichnet wird. Hierbei wird die Bedeutung eines Gegenstandes erfasst. Allerdings erfolgt dessen Umdeutung. Der Gegenstand wird nun in einem selbst erfundenen Kontextrahmen verwendet. Bei dieser Spielform trainiert das Kind zum einen die bildhafte Vorstellung zum anderen das Wissen über den Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung.[28] Die nächste Stufe bildet das sogenannte Sozialspiel, zu dem auch das Rollenspiel gehört. Dieses erfordert zwangsläufig soziale Interaktionen. Hier braucht der Spieler mindestens einen Mitspieler.[29] Das Regelspiel benötigt die meisten kognitiven Fähigkeiten. Einfache Regelspiele können bereits Dreijährige spielen. Sie lernen so den verpflichtenden Charakter von Normen kennen.[30] Oftmals sind Spiele eine Mischung aus mindestens zwei Spieltypen. Die Einteilung von Oerter bezieht sich eher auf klassische Spiele. Möchte man aber auch Computerspiele betrachten, sind weitere Ergänzungen notwendig, die man beispielsweise bei Fritz & Fehr  findet. Ergänzende Betrachtungen sind auch beim in der Literatur häufig zu findenden Begriff des Informations- oder Lernspiels notwendig. Da man mit fast allen Spielen „irgendetwas“ lernen kann, ist der Begriff eigentlich zu ungenau. Auch der vom Marketing verwendete Zusatz  „pädagogisch sinnvoll“ hilft kaum weiter. Besser ist da schon folgender Definitionsversuch: „Lernspiele sind mit didaktischer Absicht gestaltete Lern- und Arbeitsmittel, die der äußeren Form nach einem Gesellschaftsspiel gleichen, aber inhaltlich, thematisch auf die Erreichung bestimmter Lernziele und -inhalte gerichtet sind […]“[31].    

 

Taxonomie nach Jantke - Ilmenauer (Spiele-)Taxonomie

Die Taxonomie von Jantke ist zunächst eher auf digitale Spiele ausgerichtet. Da viele Spiele jedoch sowohl als klassisches Brett- oder Kartenspiel als auch als digitales Computer- oder Konsolenspiel existieren, muss folglich der Betrachtungswinkel des Phänomens Spiele erweitert werden. Jantke beschreibt Spiele unter Verwendung der Elemente „Typ“, „Genre“ und „Klasse“. Typ bezieht sich dabei auf die Spielmechanik. Das können beispielsweise die Spielregeln, die Anzahl der Spieler oder auch die Zeitkomponente sein. Das Genre beschreibt dabei die Erlebniswelt und dank der meist verwendeten Stereotypen auch einen Teil der damit verbundenen Erwartungen. Dabei ist das Genre maßgeblich von der Spielmechanik abhängig, da ein Einspielermodus andere Erlebnisse zulässt als ein Mehrspielermodus. Die Klasse sagt aus, was der Spieler tut, wenn er spielt. Wobei hier das Phänomen vorliegt, dass jeder Spieler möglicherweise intuitiv eine andere Klasse wählen würde.[32] Im Gegensatz zu Oerter lässt sich mit der Taxonomie nach Jantke ein Spiel bzw. ein Spieltyp sehr viel differenzierter und genauer beschreiben.

 

 


Quellen:

 

 

Aktualisiert ( Samstag, 20. Februar 2010 um 17:06 Uhr )
 

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