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Systembezogene Akteurskonstellationen: Einleitung

Zusammenfassung: Die Systembezogenen Akteurkonstellationen spannen sich entlang von drei Dimensionen auf: Die teilsystemischen Orientierungshorizonte bestimmen das Wollen des Akteurs. Die institutionellen Ordnungen geben das Sollen vor und die Akteurkonstellationen letztlich das Können.

 

Einleitung: Wozu ist eine Theorie der systembezogenen Akteurkonstellationen gut?

Die wichtigsten Fragen, die sich gleich zu Beginn aufdrängen, lauten:

  1. Was zum Henker ist eine systembezogene Akteurkonstellation?
  2. Ist das etwas Schmuddeliges?
  3. Ist das essbar?
  4. Und für was ist eine systembezogene Akteurkonstellation überhaupt gut?

Ich muss zugeben, dass dies alles berechtigte Fragen sind, auf die ich versuchen möchte, eine Antwort zu geben. Basis dafür ist eine alte Hausarbeit aus Studientagen, die zuviel Mühe gemacht hat, um in einer Schublade ungelesen zu versauern.1 ;-)

Um gleich eins vorweg zu nehmen. Nein, die systembezogenen Akteurkonstellationen sind zwar – wie es Klitschko ausdrücken würde – „schwere Kost“, aber essbar sind sie nicht. Zur Beruhigung: Es ist auch nichts Schmuddeliges, obwohl dieser Ansatz einiges an Staub bei handlungstheoretischem bzw. systemtheoretischem Denken aufwirbelt. Auf die letzte Frage lässt sich bereits an dieser Stelle ganz kurz festhalten: Die Theorie der systembezogenen Akteurkonstellationen wurde von Hartmut Esser, Uwe Schimank und Christoph Neuberger ausgearbeitet. In der Wissenschaft wird sie derzeit vor allem im Bereich der Journalismusforschung diskutiert, ich möchte hier allerdings zeigen, dass man sie auch bei Spielen zur Erklärung einiger Phänomene heranziehen kann.

 

Grobe Definition der systembezogenen Akteurkonstellationen

Grob zusammengefasst kann man zunächst folgendes festhalten:

Für den Akteur spannen gesellschaftliche Teilsysteme Orientierungshorizonte auf, die auf der einen Seite Komplexität reduzierten und auf der anderen Seite eine systemspezifische Handlungslogik vorgeben. Der Akteur weiß damit, in welche Richtung er sich zu wenden hat und was er ignorieren kann. Daraus resultiert das Wollen des Akteurs.
Die Strukturdimension der teilsystemischen Orientierungshorizonte sind seltener und weniger schnellen Veränderungen unterworfen als dies bei den institutionellen Ordnungen der Fall ist. Letztere zeigen dem Akteur das Sollen auf. Sie geben also normative Orientierung. Beispiele hierfür sind Sitten, Bräuche oder Rechtsnormen.
Am schnellsten wandet sich die dritte Strukturdimension. Für den Akteur ergibt sich aus den Akteurkonstellationen und ihrer reflexiven Beobachtung das Können. Es handelt sich dabei um Informationen, was der Akteur von anderen Akteuren zu erwarten hat, wie er diese beeinflussen kann und welche Auswirkungen mit einer bestimmten Handlung verbunden sein können. Für das Verständnis dieses Ansatzes ist das enge Zusammenspiel dieser drei Dimensionen wesentlich.2

Soviel zur Einleitung, ab jetzt muss ich etwas weiter ausholen.

 


Quellen:

  • [2]: Raßler, St.; Richter, K.; Scholz, M. (2006): Journalismus als systembezogene Akteurkonstellation. Ilmenau.
  • [1]: Löffelholz, M. [Hrsg] (2003): Kommunikator- und Journalismusforschung (Medientheorie II): Warum ist es schwierig Journalismus zu identifizieren? Ilmenau, Ilias-Server, Modul 2
Aktualisiert ( Montag, 15. Oktober 2012 um 19:45 Uhr )
 

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