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Hinführung zur Theorie der systembezogenen Akteurskonstellation

Zusammenfassung: Hartmut Esser legt den Focus auf den Akteur. Er beschäftigt sich somit mit den Handlungstheorien (Mikroebene). Uwe Schimanks Focus liegt auf den Akteurkonstellationen. Er hat über die Institutionentheorie die Mesoebene im Blick. Christoph Neubergers Schwerpunkt bildet die Systemetheorie. Durch die gesellschaftliche Einbettung rückt er die Makroebene in den Mittelpunkt. Damit werden die drei Säulen der systembezogenen Akteurkonstellation herausgearbeitet.

 

Dualismus in der Medientheorie: Handlungstheorie versus Systemtheorie

Die Theorie der systembezogenen Akteurkonstellationen ist eine Medientheorie, die versucht Brücken zu schlagen. Hier wird ein einheitlicher Bezugsrahmen geschaffen, indem die wesentlichen Aspekte der Akteur-, der Handlungs- und vor allem der Systemtheorie  eingeordnet werden. Durch die systembezogene Akteurkonstellationen könnte der Streit zwischen Handlungstheorie (Habermas) und Systemtheorie (Luhmann) beigelegt werden, denn letztlich erklären beide Theorien nur Ausschnitte von Problemen. Sie können aber keine zufriedenstellende Gesamterklärung geben. Warum dass so ist, dazu muss man sich die beiden Theorien näher anschauen. Die Systemtheorie schaut von außen auf das Gesamtgebilde „Welt“. Hier sind vor allem die Systeme von Interesse. Damit konzentriert sich die Systemtheorie auf die Makroebene. Die Handlungstheorie hat dagegen die Mikroebene im Blick. Sie schaut von innen auf das Geschehen innerhalb einer sozialen Gruppe und damit steht das soziale Handeln im Mittelpunkt.
Allerdings stellte bereits Popper in seiner Situationslogik fest, dass soziale Prozesse immer von Akteuren und deren Handeln getragen werden. Dieses Handeln folgt aber einerseits sowohl den vorgefundenen, gesellschaftlichen (hier vor allem institutionell definierten) Bedingungen. Anderseits zieht es gleichzeitig auch kollektive Folgen nach sich, die manchmal nicht intendiert sind und sich unter Umständen ganz gegen die ursprünglichen Absichten richten können. Dadurch können sie aber eine unwiderstehliche Eigendynamik entfalten.3

 

Mikroebene, Makroebene, Mesoebene - die drei Säulen der systembezogenen Akteurkonstellation

Vor diesem Hintergrund muss es gelingen, Mikro- und Makroebene sinnvoll miteinander zu verbinden und genau das versucht die Theorie der systembezogenen Akteurkonstellationen. Sie stützt sich dabei auf 3 Säulen:

  1. auf die Akteurtheorie, die eine Mikroperspektive einnimmt und handlungstheoretische Wurzeln hat
  2. die teilsystemischen Orientierungshorizonte, die von der Systemtheorie beigesteuert werden. Sie befinden sich auf der Makroebene
  3. die Institutionen- bzw. Organisationstheorie, die auf der Mesoebene die beiden äußeren Ebenen verbindet.

 

Schema: Ebenen der systembezogenen Akteurkonstellation

Ebenen, Begründer & Fokus der Theorie der systembezogenen Akteurkonstellation


Um sich der systembezogenen Akteurkonstellation weiter zu nähern, ist es sinnvoll, einen Bogen über die 3 Vertreter zu schlagen, die diese ausgebaut und entwickelt haben. In der Reihenfolge ihres Wirkens wären dies Hartmut Esser, Uwe Schimank und Christoph Neuberger.

 


Quellen:

  • [3]: Esser, H. (2002): Was könnte man (heute) unter einer „Theorie mittlerer Reichweite“ verstehen? S. 131. In: Mayntz, R. [Hrsg.]: Akteure – Mechanismen – Modelle: Zur Theoriefähigkeit makro-sozialer Analysen. Frankfurt [u. a.]: S. 128 - 150.

 

Aktualisiert ( Montag, 15. Oktober 2012 um 19:44 Uhr )
 

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