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Die Vordenker der Theorie der systembezogenen Akteurskonstellation

Zusammenfassung: Hartmut Esser kann als Pionier der Theorie angesehen werden. Durch die Anwendung des Hempel-Oppenheim-Schemas gelingt es ihm, makrofundierte Mikroerklärungen und mikrofundierte Makroerklärungen zu liefern. Uwe Schimank greift die Ideen Essers auf und baut vor allem die Aspekte Akteurkonstellationen und Strukturdynamiken aus. Christoph Neuberger setzt in seinen Arbeiten den Schwerpunkt darauf, die gesellschaftlichen Aufgaben eines Systems im Rahmen der Theorie herauszuarbeiten.

 

Pionier der systembezogenen Akteurkonstellation: Hartmut Esser

Hartmut Esser stellte als erster Überlegungen im Hinblick auf diesen integrativen Ansatz an. Esser forschte im Laufe seiner wissenschaftlichen Karriere u. a. auf den Gebieten der allgemeinen Soziologie, Migration, den interethischen Beziehungen und der Familiensoziologie.4 Dabei entwickelte er eine „integrative und nicht-reduktionistische Sozialtheorie“, bei der er versucht, die genannten Forschungsgebiete miteinander zu verzahnen. Er legt den Fokus auf den Akteur und nimmt damit eine Mikroperspektive ein. Essers erklärtes Ziel ist es jedoch die Mikro- mit der Makroebene zu verbinden. Damit dies funktioniert, nutzt Esser das sogenannte Hempel-Oppenheim-Schema, das auch die Naturwissenschaften verwenden, wenn es darum geht, kausale Beziehungen herzustellen.
Über einen Dreischritt, dessen Ausgangs- und Endpunkt von der sozialen Situation gebildet werden, gelingt es Esser eine Tiefenerklärung zu geben, die bisher nicht möglich war. Esser kann durch das Hempel-Oppenheim-Schema mikrofundierte Makroerklärungen und makrofundierte Mikroerklärungen liefern.

 

Hempel-Oppenheim-Schema

Erklärungstiefer Essers

Hempel-Oppelheim-Schema: Esser kann damit makrofundierte Mikroerklärungen
und mikrofundierte Makroerklärungen geben

 

Indem man sich folgende zwei Fragen vor Augen hält:

  1. Was wird gemacht?
  2. Und auf welcher Ebene geschieht dies?

lässt sich das Schema skizzieren.

Der erste Schritt wird als Logik der Situation bezeichnet.
Hier erfolgt eine Rekonstruktion der sozialen Situation, in der die Akteure gemäß ihrer subjektiven Situationsdefinition eine Verortung vornehmen. Das spielt sich auf der Makroebene ab, da eine soziale Situation mit ihren objektiven Rahmenbedingungen und Strukturen zum Tragen kommt.
Die Logik der Selektion ist der zweite Schritt. Hier wird eine Theorie des Handelns angewandt. Diese muss zwingend ein gewisses Gesetzeswissen beinhalten, denn nur so ist es möglich, die Selektion des Handelns der Akteure in der jeweiligen Situation zu erklären. Esser befindet sich dadurch auf der Mikroebene, die zur Erklärung des Handelns bzw. der individuellen Effekte des Handels der Akteure herangezogen wird.
Im dritten Schritt wird die Logik der Aggregation vollzogen, denn die Effekte des selektierten Handels haben Auswirkungen auf die relevanten Strukturen der sozialen Situation. Dieser Schritt verbindet über eine Brückenhypothese die Mikroebene mit der Makroebene. Dabei beschreiben Brückenhypothesen, "wie die objektiven Bedingungen der Situation von den Akteuren in ihre subjektiven Situationsdefinitionen aufgenommen werden."5
Unter Zuhilfenahme von Transformationsregeln und Transformationsbedingungen erfolgt die Erklärung der Aggregationseffekte. Nur so können die individuellen Effekte von der Mikro auf die Makroebene überführt werden.6

 

Der Ausbauer der Aspekte Akteurkonstellationen und Strukturdynamiken: Uwe Schimank

Uwe Schimank ist für den Ansatz der systembezogenen Akteurkonstellationen der zweite wichtige Vertreter. Er beschäftigt sich mit den Theorien der modernen Gesellschaft, mit soziologischen Zeitdiagnosen, Organisations- und Entscheidungstheorien, Sportsoziologie und last but not least mit der Hochschulforschung.7 Durch diese Themen kam er mit Essers integrativer Sozialtheorie in Berührung. In seinen Arbeiten greift Schimyank Essers Ideen auf und baut vor allem die Aspekte Akteurkonstellationen und Strukturdynamiken aus. Somit kann man Schimank auf der Mesoebene verorten.

 

Im Fokus von Christoph Neuberger: die gesellschaftlichen Aufgaben eines Systems

Christoph Neubergers Arbeiten bilden die dritte Säulen der Theorie der systembezogenen Akteurkonstellationen, denn er überträgt erstmalig in einem Beitrag für das Handbuch „Theorien des Journalismus“ Essers und Schimanks Ideen auf das System Journalismus.
Neuberger hat sich den Forschungsgebieten Online-Journalismus, Engagement von Presse und Rundfunk im Internet, Suchmaschinen, Arbeitsmarkt und Qualifizierung im Journalismus verschrieben.
Er erkannte, dass die Theorie der systembezogenen Akteurkonstellationen für seine Arbeit und in der Journalismustheorie möglicherweise bessere Erklärungen liefern kann. Oftmals stießen bisherige Theorien hier an ihre Grenzen. Der Beitrag von Neuberger fokussiert auf die Einbettung der Ideen von Esser und Schimank in die gesellschaftlichen Aufgaben des Journalismus und arbeitet damit sehr stark auf einer makroperspektivischen Bezugsebene.

 

 


Quellen:

Aktualisiert ( Montag, 15. Oktober 2012 um 19:44 Uhr )
 

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