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Bewusstes Lernen: Konzentration auf das wirklich Wesentliche

Martin Korte ist als Professor für zelluläre Neurobiologie an der TU Braunschweig und damit Gedächtnisforscher und Lernexperte.

Er erklärt den Schulfrust wie folgt:
Statistisch gesehen killt Schule die Lernlust. Je länger der Besuch der Schule andauert, desto mehr nimmt der Spaß ab. Das ist vollkommen natürlich, denn Schule kann gar nicht das leisten, was der Urlaub leistet. Die Schule soll uns ja gerade Dinge beibringen, mit denen wir uns niemals freiwillig beschäftigen würden. Damit fehlt ihr die intrinsische Motivation – also der von eigenen Interessen getriebene Wissensdrang. Viele Schüler können sich einfach nicht vorstellen, für was das in der Schule Gelernte einmal gut sein könnte.

Fehlende Intrinsische Motivation sollte mit extrinsischer Motivation kompensiert werden

Da die intrinsische Motivation fehlt, muss versucht werden diese durch extrinsische Motivation zu kompensieren. Sie kann durch die Lehrer und Eltern erzeugt werden – beruht allerdings nicht auf der Freiwilligkeit des Lernens. So werden andere Botenstoffe im Gehirn aktiviert, was nicht „den Kick“ wie beim eigenen Wissensdrang gibt. Doch diese Erkenntnisse aus der Neurobiologie bieten einen Ansatzpunkt der das Lernen verbessern könnte: Sinnvoll wäre es demnach, im Unterricht an Themen anzuknüpfen, die Kinder und Jugendliche von Haus aus interessieren – besonders während der Pubertät. Aufgrund des hormonellen Einflusses ist das Gehirn dabei, sich umzuorganisieren, was defakto aus rein biochemischen Gründen die Motivation bremst. Um das Gehirn pubertierender Jugendlicher „auf Trab zu halten“, sollte es in etwa alle 15 Minuten einen neuen Reizimpuls erhalten. Das kann beispielsweise ein Wechsel vom Frontalunterricht zur Gruppenarbeit sein.
Doch dafür müssten andere Voraussetzungen geschaffen werden – z. B. bei der Unterrichtsorganisation, sodass der Unterricht in Doppelstunden stattfindet.

 


Quelle:

Aktualisiert ( Samstag, 11. Dezember 2010 um 19:33 Uhr )
 

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