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Kinder müssen begreifen

Donata Elschenbroich ist Kindheitsforscherin und Autorin.

Sie meint, dass Lernlust im Grunde genommen angeboren ist. Sie ist einfach notwendig, damit Kinder lernen, in der Welt zu überleben. Bereits wenige Monate alte Babys fangen an, die Welt zu begreifen, in dem sie ihre Hände nach Dingen um sie herum ausstrecken. Sie sind begeistert, wenn ein kleiner Würfel genau in einen großen passt oder wenn sich ein Schlüssel im Schloss drehen lässt. Diese Freude ist die erste Art von Befriedigung im Leben.

Eltern können an dieses intuitive Lernen anknüpfen und das Weltwissen ihrer Kinder durch das Begreifen der Dinge fördern.
In Baden-Württemberg gibt es z. B. sogenannte Bibliotheken der Dinge. Dort kann man verschiedenste Gegenstände ausleihen – beispielsweise Stethoskope. Erwachsene würden damit zunächst nur Herz und Lunge abhören. Kindern kommen ganz andere Ideen. Vielleicht versuchen sie, das Gras wachsen zu hören oder sie schauen, ob der heimische Kühlschrank lebt.

Lernen mit Kopf, Herz und Hand - die Familie wird zur Lerngruppe

Mit diesem Konzept wird die ganze Familie zur Lerngruppe. Das kann für beide Seiten gut sein. Die Erwachsenen entdecken ihre kindliche Neugierde wieder und stärken nebenbei die positive Erfahrungen ihrer Nachkommen. Auch die Schule könnte Eltern und Geschwister mehr in die täglichen Lernaufgaben einbinden. Wie wäre es mit folgender Hausaufgabe: Nehmt drei Kokosnüsse und versucht, sie auf unterschiedliche Art und Weise zu öffnen. Beschreibt, was ihr gemacht habt und warum ihr das getan habt.

Doch leider ist Unterricht oftmals zu schriftfixiert. Kinder und Pädagogen müssen lernen, Dinge wieder in die Hand zu nehmen. Auch hier sind Schulstruktur-Reformen notwendig. Praktische Fächer wie Werkunterricht, Handarbeiten oder Kochen gehören nicht gekürzt sondern wieder in die Stundenpläne aufgenommen.
Denn nur Lernen mit Kopf, Herz und Hand ist ganzheitliches Lernen.

 


Quelle:

Aktualisiert ( Samstag, 11. Dezember 2010 um 19:33 Uhr )
 

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