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Wo sind die eigenen Grenzen? Bis zum Horizont und weiter?

Hermann Städtler ist Pädagoge. Er leitet die Fridtjof-Nansen-Schule in Hannover.

Seiner Meinung nach wäre das wichtigste Ziel der Schule die Erhaltung der Lernfreude. Schüler werden durch die Schule oftmals demotiviert – beispielsweise durch die Notengebung oder wenn sie beabsichtigt oder unbeabsichtigt durch Pädagogen und Mitschüler in Verlegenheit gebracht werden. Besondere Gefahr läuft hier der klassische Sportunterricht. Nicht jeder ist zum Olympiasieger geboren. Verliert ein Mädchen den Spaß am Hobby Tanzen nur weil sie beim 100-Meter-Sprint nicht die Mindestzeit erreicht, läuft etwas schief. Dann liegen ihre persönlichen Ressourcen brach und ihre Motivation ist am Boden.

Jeder Schüler hat vielfältige Interessen und Fähigkeiten, die man lediglich wecken und fördern muss. Anstatt Kinder einzuengen, sollten sie selbst die Erfahrung machen, ihre eigenen Grenzen auszuloten. Vielfach werden sie dabei auch merken, dass sie Unsicherheiten überwinden und Sicherheit gewinnen können. Das führt zu mehr Selbstvertrauen. Wer letztlich die Bewegungsfreude anspricht – und sei es nur durch ein Klettergerüst auf dem Schulhof -  der steigert so auch die Freude am Lernen.

Die eigenen Grenzen ausloten und Selbstvertrauen tanken

Unterricht in Deutschland ist sehr stark aufs Sehen und Hören ausgerichtet. Viele Experten fordern aber einen sinnesaktivierenden Unterricht, der die Wahrnehmung der Kinder auf vielfältigste Art und  Weise anregt.
Zum Teil ist das ganz einfach. Bei der Mengenlehre in der Mathematik sollen beispielsweise die Gewichte für Kilo oder Gramm nicht nur bestaunt werden, sondern die Schüler sollten sie selbst stemmen, um so ein Gefühl für die Masse zu bekommen. Verschiedene Materialien müssen eben durch Fühlen, Riechen und Schmecken entdeckt werden.

Die Hirnforschung konnte nachweisen, dass diese eher haptischen Sinneseindrücke das Gehirn auf andere Weise stimulieren als die audiovisuellen Reize. Das hat den Vorteil, dass sich so zusätzliche Verdrahtungen der Gehirnzellen miteinander bilden. Kinder mit Migrationshintergrund lernen die deutsche Sprache besser und schneller, wenn sie sich nicht nur das Bild eines „Apfels“ anschauen, sondern diesen auch gleich in der Hand halten, daran riechen und am Ende mit Lust hineinbeißen.
Wer lernen möchte, der braucht auch gezielte Lernpausen. Alle Beteiligten – egal ob Lehrer oder Schüler – brauchen den richtigen Rhythmus zwischen An- und Entspannung. Nur wer diese Balance findet, kann effektiv lernen. Und noch etwas sollten Lehrer niemals vergessen: Nur derjenige Lehrer, der selbst nie die Lust am lebenslangen Lernen verloren hat, kann seine Schüler motivieren.

 


Quelle:

Aktualisiert ( Samstag, 11. Dezember 2010 um 19:32 Uhr )
 

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