Zufallskarte

Einbaum
Image Detail
Valid XHTML 1.0 Strict CSS ist valide!

2 mal 3 macht 4 … Widdewiddewitt … und Drei macht Neune

Christoph Selter ist Professor für Mathematik-Didaktik  an der TU Dortmund.

Er meint, dass kein wohl kaum ein anderes Fach die Welt so spaltet wie die Mathematik. Entweder man liebt sie oder man hasst sie. Aber eigentlich ist diese Ambivalenz gar nicht nötig. Man muss wiederum "nur" auf die Individualität von Kindern eingehen. Denn sie entwickeln die Fähigkeiten zum Umgang mit Zahlen und auch Formen sehr unterschiedlich. Einige Zweitklässler überblicken zum Beispiel sofort, wenn von zwölf Schokoriegeln neun in Dreierpacks abgepackt sind und der Rest einzeln daneben liegt, dass es insgesamt dennoch zwölf Schokoriegel sind. Andere Zweitklässler müssen die Schokoriegel zunächst mit den Fingern nachzählen. In der Schule wird dies zum Problem, da der Stoff irgendwann so kompakt wird, dass die Finger nicht mehr ausreichen. Die Kinder werden dann von den anderen abgehängt und sind gefrustet. Die Lust, das Spannende an der Mathematik weiterzuentdecken, ist buchstäblich "futsch". Deswegen muss der Mathematik-Unterricht hier rechtzeitig gegensteuern. Schließlich kann jedes Kind Mathe.

Niemand ist zu dumm für Mathematik

Erstklässlern einfach Rechenwege einzutrichtern, diese Rechnung geht nicht auf. Ohne Verständnis geht es nicht. Und Kinder wiederum rechnen unterschiedlich. Viele finden ihre eigenen Rechenwege. Für angehende Mathematik-Lehrer ist es daher interessant herauszufinden, wie Kinder rechnen – wenn sie allein klar kommen müssen oder im Team lernen. Beim Lernen im Team lernen die Kids voneinander. Für die Pädagogen bleibt so Zeit, sich um die Kinder zu kümmern, die speziell gefördert werden müssen.

Lernlust ist ein Begriff, der in der heutigen Pädagogik gerne verwandt wird. Allerdings wissen nur die wenigsten, dass der aus Böhmen stammende Didaktiker, Philosoph und Theologe Jan Amos Comenius diesen Begriff im 17. Jahrhundert prägte. Er hielt die Lernlust für angeboren.  Für ihn waren Voraussetzungen für ein nachhaltiges Lernen funktionierende Sinne, die unterschiedliche Wahrnehmungsmöglichkeiten eröffnen, und Freiwilligkeit. Die moderne Hirnforschung kann diese Annahmen nur bestätigen. Sie konnte nachweisen, dass das ungeborene Kind bereits im Bauch der Mutter die Umwelt wahrnimmt. Das Gehirn dort die Verarbeitung von Eindrücken trainiert und Strukturen aufbaut. Später werden beim Lernen Botenstoffe ausgeschüttet, die befriedigend auf Körper und Psyche wirken. Nach Meinung der Hirnforscher ist für das Lernen vor allem die Motivation entscheidend. Hier erfolgt die Unterscheidung in intrinsische Motivation (= Eigenmotivation) und in extrinsische Motivation (= Fremdmotivation).

 


Quelle:

 

Aktualisiert ( Samstag, 11. Dezember 2010 um 19:31 Uhr )
 

© H[AGE]: Langenwetzendorf (2008 - 2011)