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Ausgangsbasis und Kerngedanken des Konnektivismus

Zusammenfassung: George Siemens fand, dass der Einfluss und die Folgen von e-Learning und neuen Medien mit Hilfe der klassischen Lerntheorien nur ungenügend abgebildet werden. Deswegen stellte er eigene Überlegungen zum Umgang mit der zunehmenden Wissensflut und den sich daraus ergebenden Anforderungen an das Wissen und Lernen an. All diese Überlegungen fließen in die Definition von "Lernen im Netzwerk" ein.

Themen: Ausgangsbasis - Kerngedanken

 

Ausgangsbasis für den Konnektivismus1

George Siemens veröffentlichte die Konnektivismus-Theorie 2004. Er fand, dass die technologischen Entwicklungen (z. B. das Internet) und deren Einfluss und Folgen für die Lehre (z. B. e-Learning) von den klassischen Lerntheorien nicht genügend abgebildet werden konnten. Auch die gesellschaftlichen Änderungen des Lernens wie z. B. die zunehmende Bedeutung des informellen Lernens bzw. des bereits genannten lebenslangen Lernens) werden in den alten Lerntheorien kaum berücksichtigt. Diese liefern auch keine Hinweise auf den Umgang mit der ständig zunehmenden Wissensflut und die daraus resultierende abnehmende „Halbwertzeit des Wissens“.

 

Kerngedanken des Konnektivismus2

Der Konnektivismus möchte also die beschriebenen Restriktionen der klassischen Lerntheorien beheben. Er berücksichtigt ebenfalls, dass Lernen mittlerweile nicht nur innerhalb des Individuums stattfindet sondern genauso in Organisationen (z. B. Firmen), Gemeinschaften (z. B. in Communities) oder auch in anderen vernetzten Strukturen (z. B. Gesellschaften). Der Konnektivismus fokussiert daher auf die Verknüpfung von Wissen (= spezialisierte Informationen) in Netzwerken. Dabei werden Wissensquellen (z. B. Daten, Bilder, Texte, etc. ) als Knoten aufgefasst. Einzelne Knoten verbinden sich zu einem Netzwerk.

Da sich das Netzwerk ständig verändert, indem neue Knoten hinzukommen, alte Knoten möglicherweise auch wegfallen, sind die Pflege und der Ausbau von Verknüpfungen im Netzwerk essentiell.  Nur so kann ein durchgehender Lernprozess gewährleistet bzw. vorangetrieben werden. Der Informationsfluss durch Organisationen und Gemeinschaften trägt maßgeblich zur Effizienz der Lernökonomie bei. Auch er muss entsprechend gepflegt und ausgebaut werden. Hier greift Siemens die Metapher von Pipelines auf. Er spricht in diesem Zusammenhang vom Informationsfluss in Wissenspipelines. Allerdings vergisst Siemens nicht, ausdrücklich zu betonen, dass bei all seinen Überlegungen die Wissenspipeline an sich im Vordergrund steht und nicht die durch sie transportierten Informationen. Warum das so ist, versteht man am besten, wenn man sich nochmals die derzeitige Situation vor Augen hält3:

  • Punkt 1:
    Wir leben in einer äußerst komplexen, vielfach chaotischen Gesellschaft, die sich in Netzwerken organisiert. Die Machtverhältnisse in den Netzwerken bzw. zwischen den Netzwerken verschieben sich ständig. Allerdings kann sich jeder zu jederzeit in verschiedene Netzwerke einbringen und dort die Ziele des Netzwerkes bzw. die Methoden mitbestimmen.
  • Punkt 2:
    Wissen ist zu einem dynamischen Prozess geworden. Es muss frei, offen und unabhängig – allenfalls durch den Menschen katalysiert - fließen können.
  • Punkt 3:
    Die Menschheit muss lernen, Verbindungen innerhalb der Netzwerke zu schaffen. Dies können Verbindungen zwischen Menschen sein, aber auch zwischen Inhalten und Themen – ja sogar zwischen Netzwerken. Nur so kann im Fall der Fälle und just-in-time auf diese Verbindungen zugegriffen werden. Informations- und Kommunikationstechologien (IKT) helfen dabei unterstützend, da sie durch ihren grundsätzlichen Aufbau ein an und für sich hohes Vernetzungspotential besitzen.
  • Punkt 4:
    An die modernen Anforderungen muss das Bildungssystem entsprechend angepasst werden – auch wenn dies zum Teil mit radikalen Veränderungen einher geht. Dementsprechend wird sich die Rolle des Lehrenden nochmals verändern.

Um entsprechend fit für die Zukunft zu werden, ist es enorm wichtig, die Fähigkeit zu entwickeln, wie wir uns das Wissen von Morgen aneignen können. Sie ist viel wichtiger als die Aneignung des heutigen Wissens.
Dazu gehören grundsätzliche Fähigkeiten wie das Identifizieren von Veränderungen, die Selektion von Informationen in die Kategorien „wichtig“ und „unwichtig“ sowie die Auswertung bzw. Bewertung von Informationen. Nur so kann man überhaupt die steigende Informationsmenge bewältigen. Der Mut zur Lücke ist daher wichtig. Man muss also nicht alles wissen, sondern „lediglich“ wissen, wo man Wissen findet.
Lernen ist daher ein Prozess. Der Lernende arbeitet an seinem Wissen in einem undurchsichtigen Umfeld, bei dem sich die Kernelemente ständig verändern und das Individuum selbst nur wenig bis keine Kontrolle ausüben kann.

Daher sind die oben genannten Meta-Kompetenzen die Basis für ein erfolgreiches Lernen in der digitalen Welt.

 


Quellen:

  • [1]: Vgl. Widawiki (22.09.2009): Konnektivismus
  • [2]: Vgl. Widawiki (22.09.2009): Konnektivismus
  • [3]: Vgl. HTW Berlin (24.08.2009): Konnektivismus
Aktualisiert ( Mittwoch, 29. Dezember 2010 um 10:09 Uhr )
 

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