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Prinzipien des Konnektivismus

Zusammenfassung: Die Leitsätze des Konnektivismus lassen sich auch als Kerngedanken des modernen Lernens bezeichnen. Lernen ist ein Wissensbildungsprozess, bei dem die Neugier wichtiger ist als der aktuelle Wissensstand.

 

Laut Siemens lassen sich folgende Prinzipien formulieren1:

  • Um die beste Lösung für ein Problem zu finden, sind für das Lernen und Wissen verschiedene Meinungen und Denkansätze Grundvoraussetzung.
    (Original: „Learning and knowledge rests in diversity of opinions.“)
  • Der Lernprozess verbindet spezialisierte Wissensknoten und Informationsquellen.
    (Original: “Learning is a process of connecting specialized nodes or information sources.”)
  • Wissen kann in nicht-menschlichen Infrastrukturen hinterlegt werden.
    (Original: „Learning may reside in non-human appliances.“)
  • Wichtiger als der derzeitige Wissensstand ist die Neugier – also die Eigenschaft, immer mehr wissen zu wollen.
    (Original: “Capacity to know more is more critical than what is currently known.”)
  • Um einen durchgehenden Lernprozess aufrecht zu erhalten, ist die Pflege und der Ausbau von Verbindungen unerlässlich.
    (Original: „Nurturing and maintaining connections is needed to facilitate continual learning.“)
  • Verbindungen zwischen Wissensbereichen, Ideen und Konzepten zu erkennen, ist eine Kernkompetenz von heute.
    (Original: “Ability to see connections between fields, ideas, and concepts is a core skill.”)
  • Das Ziel aller Lernaktivitäten auf Basis des Konnektivismus ist zeitgemäßes, aktuelles Wissen zu Erlangen.
    (Original: „Currency (accurate, up-to-date knowledge) is the intent of all connectivist learning activities.“)
  • An sich ist bereits ein Lernprozess Entscheidungen zu treffen, denn der Lernende ist in der sich rasch verändernden Realität gezwungen, sich zu entscheiden, was in Zukunft Bedeutung hat und was er Lernen möchte. Auch dies ist eine unumgängliche Basis für das Lernen.
    (Original: „Decision-making is itself a learning process. Choosing what to learn and the meaning of incoming information is seen through the lens of a shifting reality. While there is a right answer now, it may be wrong tomorrow due to alterations in the information climate affecting the decision.“)

 

Kichner und Bernhardt erweitern die Prinzipien von Siemens. Sie stellen folgende Leitsätze auf2:

Da sich Denken und Emotionen beim Lernen gegenseitig beeinflussen, müssen beide im Lernprozess – vor allem bei der Bedeutungsproduktion – berücksichtigt werden.
Lernen ist nicht mit dem ausschließlichen Erwerb von Fähigkeiten oder dem Verstehen eines Sachverhaltes gleichzusetzen. Auch die Motivation des Lernenden, auf deren Basis er schnelle Entscheidungen trifft und/oder sich mit Prinzipien auseinandersetzt, gehört zum Lernen dazu.
Lernen ist ein Prozess, der verschiedene Informationsquellen und Informationsknoten miteinander vernetzt. Der Lernende kann sein gelerntes Wissen erheblich erweitern, wenn er sich einem bestehenden Netzwerk anschließt und/oder in eine bestehende Gemeinschaft zum Thema integriert.
Informationen müssen nicht selbst immer sofort und ganz genau durchdrungen werden. Viel wichtiger ist es, zu wissen wo man Information findet. Oftmals wurde Wissen schon in anderen Quellen zusammengefasst und kann durch eine Recherche schnell erschlossen werden.
Die Konstruktion von Verbindungen, die dem Erlangen der Informationen oder zum genaueren Verständnis führen, ist meist mit größeren Belohnungen verbunden als das einfache Suchen. Durch die Pflege solcher Konnektionen kann man sich das Leben erheblich erleichtern.
Meinungsvielfalt ist essentiell fürs Lernen und Wissen.
Bekanntlich führen viele Wege nach Rom. Genauso vollzieht sich Lernen je nach Individuum bzw. Organisation auf unterschiedliche Arten und Weisen. Eine Lehrveranstaltung muss daher nicht der einzige Lehrkanal sein. Auch beim Blogs lesen oder Konversationen führen, kommt es zum Wissenszuwachs.
Eine wichtige Kernkompetenz und Grundvoraussetzung für effektives Lernen ist die Fähigkeit, Verbindungen zwischen verschiedenen Wissensfelder, Ideen und Konzepten zu erkennen und diese darüber miteinander zu verknüpfen.
Es gibt so etwas wie einen „Kreislauf der Wissensentwicklung“. In ihm ist das persönliche Wissen des Einzelnen in einem Netzwerk eingebunden, dass in Organisationen bzw. Institutionen strukturiert wird. Der Wissensfundus wird durch die Institutionen im Netzwerk verteilt und kann dem Einzelnen als Lernquelle dienen.
Das konnektivistische Lernen strebt den Idealzustand immer „up-to-date“ zu sein an.
Die Entscheidung, was gelernt werden sollte bzw. wie wichtig eine Information ist, ist bereits ein Lernprozess. Er kann durchaus von Veränderungen beispielsweise bei der Informationsaufnahme beeinflusst werden.
Lernen selbst ist immer ein Wissensbildungsprozess. Einfach Wissen zu konsumieren, funktioniert nicht.

Wissenskreislauf (Bild)

Kreislauf des Wissens und Wissensmanagement3

 

 


Quellen:

Aktualisiert ( Montag, 03. Januar 2011 um 21:04 Uhr )
 

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