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Megalodon: Ein Großmaul der Meere und gefährlicher Räuber

Megalodon: Ein Großmaul der Meere und gefährlicher Räuber (Wordle)

(Steinzeit-Lexikon/Tierlexikon). Der Megalodon war ein urzeitlicher Hai, der heute ausgestorben ist. Der wissenschaftliche Name lautet Carcharocles megalodon. Übersetzt bedeutet das so viel wie „Großzahn-Hai“. In der Systematik der Haie wird diese Haiart der Familie der Makrelenhaie (Lamnidae) zugeordnet. Megalodon war der größte, bislang bekannte Hai der Erdgeschichte. Er lebte vom Miozän (60 bis 20,5 Millionen Jahren) bis zum späten Pleistozän. Er starb erst vor ca. 1,6 bis 11.000 Jahren aus. Bei der Zeitspanne, in der die Art auf der Erde lebte, variieren die Quellen zum Teil erheblich.

Im Internet gibt es allerdings etliche Spekulationen, dass einzelne Exemplare bis heute in den Weiten der Ozeane überdauert haben könnten. Angeblich wurde ein Megalodon 1918 von Flusskrebsforschern bei Port Stephens (Australien) gesichtet. In ihrem Fanggebiet soll ein Hai, der laut Augenzeugenberichten zwischen 30 und 100 Meter groß war, aufgetaucht sein, die Netze geplündert haben und danach wieder in den Tiefen des Ozeans verschwunden sein.
Bislang ist die Tiefsee noch nicht vollständig erforscht. Doch solange kein lebender Megalodon gefangen wird, gehören solche Spekulationen ins Reich der Mythen und sind wahrscheinlich nicht viel mehr als Seemannsgarn.

Sollte jemals ein Exemplar lebendig gefangen werden, so hätte es gewaltige Ausmaße. Die Tiere ähneln dem Weißen Hai – nur waren sie viel, viel größer. Während es ein Weißer Hai bis auf 8 Meter Länge bringen kann, kam ein Megalodon im Durchschnitt auf 12 bis 14 Metern. Die größten bislang gefundenen Zähne lassen jedoch auf eine noch gewaltigere Größe schließen: 18 Meter. Die Rekonstruktionen von 20 Metern oder mehr sind jedoch falsch. Heute gibt es nur noch eine Haiart, die diese riesigen Ausmaße erreicht: Der Walhai. Dieser Meeresbewohner kann bis zu 14 m lang werden und ist anderes als Megalodon ein friedliebender Geselle, denn Walhaie ernähren sich genauso wie Riesenhaie von Plankton.

Megalodon war ein gefährlicher Jäger

Da Haie zu den Knorpelfischen gehören, gibt es von ihnen kaum Versteinerungen, in denen sich Knochenstrukturen erhalten haben. Letztlich überdauerte nur das härteste Material im Megalodonkörper die Zeiten und das waren die Zähne. Nur vereinzelt finden sich Überreste von Wirbeln oder der Kieferknochen. Zahnfunde, die man auf dem Pazifikgrund machte, lassen darauf schließen, dass das Maul dieses massigen Tieres einen aufrechtstehenden Menschen problemlos verschlingen konnte. 15 cm lange Zähne, eine Schwanzflosse von 4 Metern sowie eine 2 Meter hohe Rückenflosse machten die Tiere trotz ihres Gewichtes von 12 bis 14 Tonnen zu schnellen und gefährlichen Jägern.

Die Forschung geht davon aus, dass der Megalodon Wale jagte. An Walknochen fanden sich entsprechende Bisspuren. Die Zähne des Megalodons waren in der Steinzeit auf dem Festland sehr begehrt. Die Menschen nutzen die riesigen, rassiermesserscharfen Zähne für Speerspitzen. Außerdem wurden sie zu Pfeilspitzen oder anderen Werkzeugen weiter verarbeitet. Ob die frühen Menschen gezielt Jagd auf die riesigen Jäger der Meere machten, darf bezweifelt werden. Man fand die Zähne des Urzeitriesen fast überall auf der Welt: in Europa, Amerika, Australien und Afrika. Bei einigen Völkern wurden die Zähne als Geschenke der Götter angesehen.

Der Megalodon hatte eine enorme Beißkraft. Seine Kiefer konnten mit einer Kraft von 98 kN bis 176 kN zudrücken. Der Weiße Hai verfügt von allen heute lebenden Tieren über die größte Beißkraft. Der riesige Urzeit-Hai konnte einen Weißen Hai locker um das Zehnfache überbieten. Die Beißkraft des Megalodon wurde anhand von Computermodellen berechnet. Zum Vergleich: Der Mensch kommt auf eine durchschnittliche Beißkraft von 0,8 kN.

Viele Abbildungen zeigen Megalodon als gefährlichen, Wale jagenden Riesenhai.
Der Screenshot aus der Google-Bildersuche vom 28.02.2012 illustriert dies und die Größenverhältnisse
zwischen Mensch, Weißen Hai und Megalodon auf eindrucksvolle Weise.

 

Der größte Hai aller Zeiten hatte eine enorme Beißkraft

Experten vermuten zwei mögliche Jagdstrategien der Tiere. Sie könnten zum einen ähnlich wie die heutigen Schwertwale gejagt haben. Diese verstümmeln größere Beutetiere gezielt an den Flossen. Die Beute kann dadurch nicht mehr entfliehen und wird hilflos. Denkbar ist aber auch, dass Megalodon so ähnlich wie der Weiße Hai jagte, indem er sich von unten überraschend der Beute näherte und sie an der verletzlichen Körperunterseite verwundete. Die Funde lassen darauf schließen, dass Megalodon in allen Weltmeeren zu Hause war. Vermutlich bewohnte er die flachen und nahrungsreichen Küstengewässer in den wärmeren Gegenden.

Warum die Tiere ausstarben, ist bis heute nicht geklärt. Einige Forscher vermuten, dass einige Beute-Walarten verschwanden und damit die Hauptnahrungsquelle wegfiel. Die Walarten, die bis heute existieren, wären demnach zu schnell für den Riesenhai gewesen. Immerhin schafft es ein Blauwal mit seinen bis zu 200 Tonnen auf eine Maximalgeschwindigkeit von 48 km/h. Andere Forscher gehen davon aus, dass sich die Meere zu stark abkühlten und Megalodon deswegen keine Nahrung mehr fand. Die These, dass die Haiart bis heute in der Tiefsee überdauert haben könnte, kann relativ leicht entkräftet werden. Wissenschaftler halten es praktisch für unmöglich, dass sich Megalodon innerhalb weniger Zehntausend Jahre so schnell an die komplett verschiedenen Lebensbedingungen in der Tiefsee hätte anpassen können.

 


Der Megalodon gehört in die Kategorie: Tier.

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Quellen:

Aktualisiert ( Sonntag, 11. März 2012 um 08:31 Uhr )
 

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