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Rindergiraffen (Sivatherium): Tiere, die einem Mix aus Büffel, Elch und Okapi glichen

Rindergiraffen (Sivatherium): Tiere, die einem Mix aus Büffel, Elch und Okapi glichen (Wordle)

(Steinzeit-Lexikon/Tierlexikon). Rindergiraffen tragen den lateinischen Namen Sivatheriinae. Es handelt sich dabei um eine Familie von ausgestorbenen, giraffenartigen Huftieren. Sie lebten im Miozän, Pliozän und Pleistozän. Dieser Zeitraum erstreckt sich von 11,8 Millionen Jahren bis vor 8000 Jahren, wo die letzten Exemplare ausstarben.

Der Gattungsname Sivatheriinae leitet sich von Sedimentablagerung am Fuße der Siwaliks-Gebirgskette in Pakistan ab. Hier fand 1832 die Fossilien einer Unterart der Rindergiraffen. Diese wurde von den Entdeckern Hugh Falconer und Proby Thomas Cauley auf den Namen Indratherium getauft. Sie benannten die prähistorische Tierart demnach nach der Hindu-Gottheit Indra.

Indra ist zwar ein kriegerischer Gott des Himmels, des Sturmes und des Regens. Die Rindergiraffen allerdings waren friedliebende Pflanzenfresser, die die gemäßigten Zonen in Afrika, Europa und Asien bewohnten. Neben dem Indratherium gibt es weitere Unterarten. Sie seien an dieser Stelle der Vollständigkeit halber genannt: Birgerbohlinia, Griquatherium, Helladotherium, Libytherium, Orangiatherium, Bramatherium, Hydaspitherium, Sivatherium, Vishnutherium.

Rindergiraffen waren Verwandte der heutigen Giraffen. Sie hatten aber optisch wenig miteinander gemein.

Das erste Auftreten der Rindergiraffen erfolgte in Eurasien in etwa zur selben Zeit wie das Auftreten der Giraffinen. Von dieser Gattung stammt letztlich die heutige Giraffe ab. Der bekannteste Vertreter der Sivatheriinae ist das Sivatherium. Seine Überreste wurden in Indien gefunden und unter dem Namen Sivatherium giganteum in die Systematik der Tiere eingeordnet.

Das Sivatherium wies wenig Ähnlichkeiten mit heutigen Giraffen auf. Es glich vielmehr einer untersetzten Antilope bzw. hatte die Statur eines Büffels. Auch wenn der Gattungsname Rindergiraffen etwas anderes suggeriert und man spontan an einen langen Hals und lange Beine denkt. Das Sivatherium besaß das blanke Gegenteil davon: kurze Beine und einen kurzen Hals. Die Morphologie kann man getrost als stämmig bezeichnen, denn die Tiere konnten 400 Kilogramm bei einer Höhe von bis zu 2,5 Metern erreichen. Auffällig war wahrscheinlich der Schädel. Er konnte immerhin eine Länge von 90 Zentimetern erreichen. Der Kopf ähnelte möglicherweise dem eines Elches: Das Sivatherium hatte vier Stirnzapfen, die mit Fell umkleidet waren. Die beiden hinteren bildeten eine Schaufel. Die Schnauze selbst war ähnlich breit wie die eines Elches. Man vermutet, dass sich die Sivatheriinae vorwiegend von Gras ernährten.

Sivatherium Screenshot Google Bildersuche

Wie der Screenshot der Google-Bildersuche vom 29.02.2012 beweist,
zeigen die Rekonstruktionen der Sivatheriinae die Rindergiraffen als eine Mischung aus Okapi, Elch und Büffel.
Man vermisst zwar ein wenig die elegante Erscheinung der Giraffen allerdings waren die Tiere sicherlich
- nicht zuletzt durch den Kopfschmuck - eindrucksvolle Gestalten. Einer wütenden Rindergiraffe möchte man bestimmt nicht begegnen.

 

Die Grasfresser schmückten sich mit einem beeindruckenden Kopfschmuck

In Afrika fanden sich die Überreste von Sivatherium maurusium. Es wird auch als Afrikanisches Sivatherium bezeichnet. Es war recht weit verbreitet, denn seine Fossilien fand man in Marokko, in Dschibuti und in der Olduvai-Schlucht in Tansania.
Als Europäische Rindergiraffe wird die Art Birgerbohlinia schaubei bezeichnet. Sie kam im Mittelmeerraum vor und wog bei einer Höhe von zwei Metern ca. 220 Kilogramm. Markant waren ihre beiden großen Stirnzapfen.

Birgerbohlinia schaubei starb bereits vor einer Million Jahren aus. Andere Vertreter der Gattung hatten da mehr Glück. Sie verschwanden erst während der letzten Eiszeit von der evolutionären Bildfläche. Einige Exemplare könnten sogar bis vor ca. 8000 Jahren überlebt haben. Zumindest lassen sumerische Bronzefiguren und Höhlenmalereien, die man in der Sahara fand, einen solchen Schluss zu. Sie zeigen Darstellungen, die entfernt an Sivatherien erinnern. Auch gibt es einige Wissenschaftler, die die antilopen- bzw. rinderähnlichen Tiere auf dem Blauen Ischtar-Tor (im Pergamon-Museum in Berlin) als Sivatherien deuten.

 


Die Rindergiraffen (Sivatheriinae) gehören zur Kategorie: Tier.

Derzeit existiert kein Artikel, in dem der Begriff "Rindergiraffe/Sivatherium" erwähnt wird.

 


Quellen:

Aktualisiert ( Sonntag, 11. März 2012 um 08:34 Uhr )
 

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