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Pyrit - Steinzeit Know-how: Funkenschlagendes Katzengold, das mehr wert war als Gold

Pyrit - Steinzeit Know-how: Funkenschlagendes Katzengold, das mehr wert war als Gold (Wordle)

(Steinzeit-Lexikon). Pyrit ist ein Mineral, das zur Klasse der Sulfide und Sulfosalze gehört. Die chemische Bezeichnung lautet Eisen(II)-disulfid. Im Volksmund ist Pyrit allerdings als Schwefelkies, Katzengold, Narrengold oder Lebereisenerz bekannt.

Der Name Katzengold lässt sich auf den trügerischen, goldenen Glanz zurückführen. Das Wort leitet sich aber nicht vom dem Haustier „Katze“ ab sondern vom „Ketzer“. Im englischen Sprachraum hat sich die Bezeichnung fool’s Gold also Narrengold etabliert. Möglicherweise wurde diese Bezeichnung einfach für einen weiteren Namen im Deutschen – nämlich Narrengold – übernommen.

Der Name Pyrit stammt übrigens aus dem Griechischen. Dort heißt es pyr Feuer. Und seine besondere Eigenschaft machte Pyrit für Jahrtausende zu einem wichtigen Rohstoff für die Menschheit. Denn wenn man mit einem harten Feuerstein auf das Mineral schlägt, so lassen sich Pyrit-Splitter abschlagen. Diese entzünden sich und verbrennen, weil sich beim Schlagen letztlich kinetische in thermische Energie umwandelt. Die entstehenden Funken können ein Feuer entfachen. Ein typisches Feuerzeug der Steinzeit bestand demnach aus einem Feuerstein, einer Pyritknolle und Zunderschwamm. Die Technik zum Feuermachen nennt sich Feuerschlagen.
Es gab also durchaus Zeiten, da war Pyrit wertvoller als Gold und es deswegen einen regen Handel von Pyrit, Zunderschwamm und Feurstein gab.

Steinzeit-Feuerzeug: Feuerstein, Pyrit und Zunderschwamm. Damit war ein Feuer schnell entzündet.

Findet man Pyrit, so ist es oftmals in Würfeln oder Pentagondodekaedern kristallisiert. Die Kristallflächen haben oftmals eine charakteristische Streifen und einen starken Metallglanz. Der metallische Glanz und die goldene Farbe führten in der Vergangenheit sehr oft zu einer Verwechslung von Pyrit mit Gold. Im Unterschied zu Gold ist das Mineral allerdings nicht formbar. Außerdem sind die Brocken meist wesentlich härter als das Edelmetall. Beim Test auf der Strichtafel hiterlässt Pyrit einen schwarzen Strich, der unter Umständen einen grünlichen oder bläulichen Stich besitzt. Gold dagegen hinterlässt einen goldfarbigen Strich. In einigen Fundstätten kann das Mineral allerdings wirklich winzige Goldanteile enthalten. Je nach Anteil lohnt sich dann ein Abbau als Golderz wirtschaftlich.

Pyrit kann in Salpetersäure, konzentrierter Salzsäure und heißer konzentrierter Schwefelsäure gelöst werden. Wird das Mineral erhitzt, so zersetzt es sich bei 743° C. Vorher allerdings beginnen bereits bei 570° C Umwandlungsprozesse in Richtung Pyrrhotin, das auch als Farbstoff für so manche Farbe zum Einsatz kam.
Pyrit ist außerdem ein natürlicher Halbleiter, der früher als Kristalldetektor Verwendung fand.

Über viele Jahrhunderte lang hielt man Pyrit und Markasit für ein und dasselbe Mineral. Beide zusammen wurden als Schwefelkies bezeichnet. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts erkannten Chemiker, dass Schwefelkies aus zwei verschiedenen Mineralien besteht, die sich allerdings sehr ähneln. Seitdem führt man Pyrit und Markasit als eigenständige Minerale.

 


Pyrit gehört in die Kategorie: Werkzeug.

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Quellen:

 

Aktualisiert ( Sonntag, 11. März 2012 um 18:02 Uhr )
 

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