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Yaks: Eine genügsame Rinderrasse aus Zentralasien

Yaks: Eine genügsame Rinderrasse aus Zentralasien (Wordle)

(Steinzeit-Lexikon/Tierlexikon). Der wissenschaftliche Name des Yaks lautet Bos mutus. Es handelt sich dabei um eine Rinderart, die in Zentralasien beheimatet ist. In der Literatur findet sich oftmals auch die Schreibweise Jak. In Deutschland wird der Yak auch auf Grund seiner grunzenden Laute als (Tibetischer) Grunzochse bezeichnet. Die geläufigere Bezeichnung Yak stammt aus der tibetischen Sprache. Man betitelt dort allerdings nur männliche Tiere als yag. Weibliche Tiere heißen bri.

Der Yak gehört zu einer der fünf Rinderarten, die vom Menschen domestiziert wurden. Man unterscheidet daher heute den Hausyak vom Wildyak. Dieser ist mittlerweile vom Aussterben bedroht, da Jagd, Vermischung mit Hausyaks bzw. Rindern und übertragene Rinderkrankheiten die Bestände dezimieren. Der Hausyak kommt heute noch in großer Zahl im Himalya, in der Mongolei sowie im südlichen Sibirien (Russland) vor.
Die Tiere sind bestens an das Klima ihres Lebensraumes angepasst. Deswegen bilden Yaks noch immer die Lebensgrundlage der Menschen im zentralasiatischen Hochland. Die Tiere liefern Milch, Fleisch und Leder. Selbst die Haare werden zu Wolle verarbeitet. Der Kot dient als Brennmaterial. Außerdem sind die Tiere Reit- und Lasttiere.

Ein Yakbulle ist eine durchaus imposante Erscheinung. Er kann es auf eine Kopf-Rumpf-Länge von 3,25 Meter bringen, eine Widerristhöhe von 2 Metern erreichen und mehr als 1 Tonne schwer werden. Die weiblichen Tiere dagegen sind deutlich graziler. Sie erreichen maximal eine Schulterhöhe von 1,50 Meter und ein Gewicht von 400 bis 500 Kilogramm. Im Vergleich zum normalen Hausrind wirkt der Körper eines Yaks relativ lang. Dies hat anatomische Ursachen, denn das Hausrind hat 13 Rippenpaare. Yaks aber besitzen 14 bis 15 Rippenpaare. Der Brustkorb wird dadurch breiter und tiefer, was dazu führen konnte, dass sich Lunge und Herz stärker entwickeln konnten und mehr Raum benötigten. Dies war eine wichtige Anpassung an die extreme Umwelt. An den Hals- und Brustwirbeln besitzen die Tiere verlängerte Dornfortsätze, die zur Ausprägung eines Buckels führten. Die Rückenlinie fällt leicht ab. Dadurch bekommt die Hinterhand einen größeren Bewegungsspielraum. Diese verbesserte Beweglichkeit ist mit ein Grund für die Trittsicherheit des Yaks.

Für die Menschen in der Himalaya-Region ist der Yak vieles: Fleischlieferant, Milchlieferant, Wolllieferant, Lasttier sowie Reittier und damit unverzichtbar

Die Rinderart ist so gut an ihren Lebensraum angepasst, dass sie auch auf schlechteren Weiden mit einer niedrigen Vegetation grasen können. Yaks besitzen Hörner, die an der Kopfseite entspringen und sich nach oben biegen. Die Hörner können bis zu einem Meter lang werden. Das Euter der Kühe besitzt nur zwei Zitzenpaare. Als Anpassung an die Umwelt ist es sehr klein und hoch angesetzt.

In der Regel sind Wildyaks dunkelbraun bis schwarz. Bei den Hausyaks treten auch rote, weiße und gescheckte Fellfärbungen auf. Die Rinderart ist übrigens die einzige auf der Welt, die ein mehrschichtiges Haarkleid besitzt. So gibt es festes Deck- und Langhaar und eine feine Unterwolle unterschieden. Das Deckhaar eignet sich eher zum Filzen während das feine Unterhaar sich spinnen und zu einer Feinwolle verarbeiten lässt. Die Haare an der Körperunterseite sind sehr lang und bilden eine Bauchmähne. Die Tiere wirken daher ziemlich kurzbeinig.

Yaks mögen Regionen, deren Jahresdurchschnitt-Temperatur bei 5° C liegt. In den warmen Sommermonaten sollte die Durchschnittstemperatur 13 Grad nicht überschreiten, sonst drohen die Tiere durch ihr dichtes Fell zu überhitzen. Während der letzten Eiszeit kamen wilde Yaks auch in einem Streifen vom Aralsee bis nach Alaska vor. Heute allerdings fast nur noch im Himalaya.
Durch die zunehmende Besiedelung in ihrem Verbreitungsgebiet wandern Wildyaks in die unwirtlichen Hochgebirgslagen ab. Mitte der 1990er Jahre schätzte man den Bestand an wilden Yaks in China und Tibet auf 20.000 bis 40.000 Tiere.

Bestand der Wildyaks gefährdet

Yaks gehören zu den Wiederkäuern. Die Tiere können sich aber viel schneller als Hausrinder an veränderte Futterverhältnisse anpassen. Sie bilden beispielsweise eine Körperreserve für den Winter und brauchen generell eine geringere Futtermenge als sogenannte Robustrinder wie das Schottische Galloway. Da schwere Schneestürme in Zentralasien häufiger auftreten, können die Tiere durchaus mehrere Tage ohne Futter und Wasser überleben. Die Rinderart ist genügsam. Sie kommt mit rohfaserreichen Gräsern gut zurecht und kann sogar raue, stachelige oder verholzte Pflanzenteile fressen.

Yaks haben ein ausgeprägtes Sozialverhalten. Die Herde bleibt während des Weidens eng zusammen. Das Jahr über besteht eine Herde aus Kühen und nicht geschlechtsreifen Bullen. Nur während der Paarungszeit stoßen die Bullen zur Herde.
Yaks haben nur wenige Fressfeinde wie beispielsweise Wölfe. Eine Yakherde verteidigt sich bei einem Angriff geschlossen. Unter Umständen drehen Yakbullen den Spieß auch rum und töten Wölfe. Yaks werden nur dann zur Beute von Raubtieren, wenn sie von der Herde getrennt werden oder krank bzw. verletzt sind. Unter guten Bedingungen kann ein Yak jedoch ein Alter von bis zu 20 Jahren erreichen.

Herdentiere mit Eigenheiten, die sich trotz der Domestizierung durch den Menschen erhalten haben

Wann die Domestizierung der Wildyaks genau erfolgte, ist nochh nicht hundertprozentig geklärt. Es gibt Hinweise darauf, dass in Tibet etwa 2.500 v. Chr. die ersten Tiere gezähmt wurden. Damit wäre der Yak in etwa zur gleichen Zeit wie der Wasserbüffel aber ca. 4.000 Jahre nach dem Rind domestiziert worden. Die Qiang-Kultur hielt vor ca. 3.000 Jahren bereits Yaks und nutzen beispielsweise die Haare zur Herstellung von Geweben, Säcken und Seilen.
Trotz der Domestizierung sind Hausyaks noch immer eines: Herdentiere, die darüber hinaus noch aggressiv, wild, scheu, und furchtsam sind. Dies müssen die Besitzer beim Umgang mit den Tieren wissen. Yakherden werden beispielsweise von den Hirten aus einiger Entfernung mit Hilfe von Steinschleudern gelenkt. Die Hirten trainieren die Tiere außerdem, auf Rufe hin zum Camp zurückzukehren. Obwohl Yakkühe von Kindesbeinen an, darauf geschult werden, sich ein Halsband anlegen zu lassen, gibt es Exemplare, die sich nicht melken lassen.
Einzelne Yaks können zwar auch als Pack-, Reit- oder Zugtiere ausgebildet werden. Allerdings sind die Tiere in einer Gruppe von mehr als zehn Tieren einfacher zu führen.

 


Der Yak gehört in die Kategorie: Tiere.

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Quellen:

Aktualisiert ( Donnerstag, 22. März 2012 um 20:15 Uhr )
 

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