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Embolotherium: Das Rammbocktier

Embolotherium: Das Rammbocktier (Wordle)

(Steinzeit-Lexikon/Tierlexikon). Der Name Embolotherium stammt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt so viel wie Rammbocktier. Es handelt sich dabei um ein frühes Säugetier, dass vor 40,5 bis 30 Millionen Jahren in der Mongolei und Nordchina lebte. Es gehört in der zoologischen Systemeatik zur Familie der Unpaarhufer und wurde erstmalig 1929 von Henry Fairfield Osborn beschrieben.

Embolotherium wird wie auch Brontotherium zur Familie der Brontotheriidae gezählt. Der Gattung wird eine weitläufige Verwandtschaft zu den heutigen Nashörnern zugebilligt. Wahrscheinlich sind sie aber näher mit den heutigen Pferden verwandt. Innerhalb der Familie der Brontotheriidae werden die verschiedenen Arten durch den unterschiedlichen Aufbaus des Horns klassifiziert. Man kennt zwei Unterarten des Embolotheriums: Embolotherium grangeri und Embolotherium andrewsi. Frühere wurden noch kleinere Arten unterschieden. Heute sieht man diese Funde jedoch als Jungtiere der beiden genannten Unterarten an.

Ein erwachsenes Embolotherium schaffte eine Schulterhöhe von bis zu 2,5 Metern und eine Länge von 5 Metern. Die Tiere konnten über eine Tonne Gewicht auf die Waage bringen. Damit waren sie die größten Säugetiere ihrer Zeit.
Vermutlich konnten die Tiere – ähnlich wie heutige Nashörner – schlecht sehen, denn die Augen waren sehr klein. Dafür mussten sie aber Gerüche gut wahrnehmen können, denn die Nasenlöcher waren fast dreimal so groß wie das Gehirn. Die Ohren der Tiere befanden sich weit hinten am Kopf.

Embolotherium konnte nicht besonders gut sehen, dafür aber sehr gut riechen

Das auffallendste Merkmal der Art war jedoch das wie beim Brontotherium y-förmig gegabelte Horn. Dieses konnte eine Länge von bis zu 70 cm erreichen. Das Horn bestand allerdings nicht aus Keratin, so wie wir das von heute lebenden Nashörnern kennen, sondern aus Knochen und war mit einer dünnen Hautschicht bedeckt. Sein Zweck ist bis heute unklar. Hörner aus Knochen sind immer instabiler als aus Hornsubstanz bestehende Auswüchse. Das Horn eines Embolotheriums war innen hohl, sodass es leicht abbrechen konnte. In einem solchen Fall wuchs es auch nicht wieder nach. Viele Forscher gehen deshalb davon aus, dass die Tiere ihre Hörner eher zum Imponieren als beim Kämpfen eingesetzt haben könnten.

Screenshot Google-Bildersuche: Embolotherium

Wie der Screenshot der Google-Bildersuche vom 13.06.2012 zeigt, gehen die Darstellungen eines Embolotheriums beim Aussehen des Y-förmigen Horns auseinander.

Ein Geschlechtsdimorphismus konnte auch nicht nachgewiesen werden. Das heißt sowohl die Hörner von Weibchen als auch die der Männchen waren in etwa gleich groß und auch gleich aufgebaut. Es muss also noch einen anderen Zweck gedient haben. Eine These geht davon aus, dass die dadurch geschaffene Vergrößerung der Nasenhöhle als eine Art Verstärker diente. Damit hätte die Tiere Lautsignale noch besser wahrnehmen aber auch selbst erzeugen können. Die Gabelform hätte darüber hinaus sogar eine Richtungswahrnehmung ermöglicht. Möglicherweise konnten die Tiere so orten, ob der Schall von vorn oder hinten bzw. von rechts oder links gekommen wäre. Das Horn selbst besaß eine breite Basis und war auch von innen verstärkt. In diesem Merkmal unterscheiden sich die verwandten Arten Brontotherium und  Embolotherium. Beim Brontotherium war das Horn anders aufgebaut und innen beispielsweise nicht hohl.

Die Funktion des Y-förmigen Horns ist bis heute nicht vollständig geklärt

Nichts desto trotz ähnelten sich die beiden Arten nicht nur optisch sondern auch in ihrer Lebensweise. Embolotherien lebten in Gemeinschaft und bildeten deshalb kleine Herden von bis zu 8 Tieren. Die Herde wanderte durch die mongolische Steppe. Da die Tiere Pflanzenfresser waren, bevorzugten sie Sträucher. Vermutlich fraßen sie auch die Früchte von niedrigen Bäumen. Ein ausgewachsenes Embolotherium hatte im Grunde genommen keine natürlichen Feinde. Allerdings waren die Jungtiere sehr stark von den Müttern abhängig. Die Kühe mussten ihren Nachwuchs nicht nur mit Milch säugen sondern auch gegenüber Fressfeinden verteidigen. Eine Verteidigungsstrategie bestand darin, den Angreifer zu rammen oder mit Tritten zu traktieren.

 


Embolotherium gehört in die Kategorie: Tier.

Derzeit sind leider keine weiteren Beiträge auf H[AGE] veröffentlicht, in denen der Begriff "Embolotherium" bzw. Rammbocktier vorkommt.

 


Quellen:

 

 

Aktualisiert ( Mittwoch, 13. Juni 2012 um 21:56 Uhr )
 

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