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Venus vom Galgenberg: Die tanzende Fanny oder der keulenschwingende Jäger?

Venus vom Galgenberg: Die tanzende Fanny oder der keulenschwingende Jäger? (Wordle)

(Steinzeit-Lexikon). Die Venus vom Galgenberg wird auch Fanny vom Galgenberg genannt. Doch egal für welchen Lieblingsnamen man sich bei der Venusfigurine entscheidet, es handelt sich hierbei um eine der ältesten figürlichen Darstellungen eines Menschen bzw. einer Frau. Die Skulptur wurde vor mehr als 30.000 Jahren von einem Steinzeit-Künstler aus grünem Serpentin/Amphibolit gefertigt. Archäologen ordnen das frühe Kunstwerk der Epoche und Kultur des Aurignacien zu. Gemeinsam mit der Venus vom Hohlen Fels (auch Venus von der Schwäbischen Alb genannt) hält die Venus vom Galgenberg den Rekord der ältesten Venusfigurinen der Welt.

Die Statuette fand man 1988 in Niederösterreich. Sie wurde bei Ausgrabungen auf dem Galgenberg bei Stratzing, ziemlich genau auf der Grenze zur Nachbargemeinde Krems-Rehberg entdeckt. Nur 25 km Donau aufwärts liegt der Fundplatz einer anderen berühmten Dame aus der Steinzeit: der berühmten Venus von Willendorf. Diese ist allerdings 7000 Jahre jünger.

Die Venus vom Galgenberg ist eine 7,2 Zentimeter große und 10 Gramm schwere Steinplastik. Während die Rückseite der Figur flach ist, wurde die Vorderseite plastisch gestaltet. Die Haltung der Venusfigurine erinnert an eine Tänzerin. Deswegen bekam sie auch gleich den Spitznamen „Fanny - die tanzende Venus vom Galgenberg“. Dieser Name ist eine Hommage an die bekannte Tänzerin Fanny Elßler. Offensichtlich wurde hier nicht einfach nur ein Mensch abgebildet, sondern eine Bewegung nachgeformt.

Der Spitzname "Fanny - tanzende Venus vom Galgenberg" wurde gewählt, da die nachgebildete Bewegung der Statuette an die Tänzerin Fanny Elßler erinnern

Foto Venus vom Galgenberg
Wikipedia1
Abbildung von Fanny Elßler
Wikipedia2

 

Dennoch ist es gar nicht mal so sicher, dass es sich bei der Skulptur tatsächlich um die Abbildung einer Frau handelt. Andere Forscher deuten die Figur nämlich als Jäger, der eine Keule trägt. Viele sehen in dem Artefakt aber ein kultisch-religiöses Symbol.

Da man rund um den Fundort auch Schnitzabfälle fand, dürfte die Venus vom Galgenberg tatsächlich an dieser Stelle gefertigt worden sein. Diese Vermutung bestätigt auch der glänzende Serpentin-Stein, aus dem das Kunstwerk geschaffen wurde. Auch er stammt aus der Gegend in Niederösterreich.

Leider ist die Statue im Laufe der Zeit in mehrere Einzelteile zerbrochen. Um ihre volle Schönheit und Anmut entfalten zu können, musste sie erst wieder zusammengesetzt werden.
Heute steht das Original der Fanny vom Galgenberg im Naturhistorischen Museum in Wien (Österreich). Im Weinstadtmuseum Krems an der Donau ist dagegen nur eine Kopie zu sehen. Aber auch sie gibt einen Eindruck von der Kunstfertigkeit unserer Vorfahren in der Steinzeit. Moderne Kunst kommt heutzutage kaum anders daher.

 


Die Venus vom Galgenberg gehört in die Kategorie: Kunst.

Derzeit existieren folgende Beiträge auf H[AGE], in denen der Begriff "Venus vom Galgenberg" vorkommt:

 


Quellen:

 

Bild-Credits

1 Venus von Galgenberg hergestellt vor 30.000 Jahren aus grünem Serpentin.
von Aiwok (Eigenes Werk) [CC-BY-SA-3.0-at], via Wikimedia Commons

2 Fanny Elssler in La Cachucha (1836)
von Huster (Eigenes Werk) [Public domain], via Wikimedia Commons

Aktualisiert ( Donnerstag, 08. November 2012 um 23:25 Uhr )
 

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