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Homo Ludens

„Ich spiele – also bin ich.“ (ludo ergo sum) könnte der Leitspruch des Homo Ludens sein. Der Begriff Homo Ludens – also der spielende Mensch – wurde von Johan Huizinga geprägt. Er entwickelt in seinem gleichnamigen Buch (Homo Ludens – Vom Ursprung der Kultur im Spiel) die These, dass der Mensch all seine Fähigkeiten nur durch das Spielen entwickeln kann. Damit greift er u. a. auf Ideen von Friedrich Schiller zurück, der festhält „… der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“

Huizinga weist nach, dass sich kulturprägende Systeme wie Politik und Wirtschaft aber auch Religion und Recht ursprünglich aus spielerischen Verhaltensweisen entwickelt haben müssen und diese Systeme selbst heute noch spielerische Komponenten aufweisen. Das ganze konnte sich erst im Laufe der Zeit ritualisieren und so institutionell verfestigen. Das Spiel und damit auch der Homo Ludens wird von Huizinga als Kultur schaffend angesehen.

Das Akteurmodell Homo Ludens vertritt ein ganzheitliches Konzept. Das Spiel ist eine Aktivitität des Menschen, die Kreativität, Energie und Kraft freisetzt. Ein typisches Merkmal des Spiels ist Konkurrenz und Wettkampf. Durch den Wettstreit wird dem kreativen Potential freien Lauf gelassen, sodass sich unter anderem völlig neue Denkmuster entwickeln können, die zu ungewöhnlichen Lösungsansätzen führen. Ein altes Sprichwort besagt: In der Liebe und im Spiel ist alles erlaubt.

Der Homo Ludens ist demnach ein Zeitgenosse, der Fantasie, Kreativität und Geschicklichkeit besitzt. Durch das Spiel wird aber noch viel mehr gefördert beispielsweise Einfühlungsvermögen, Toleranzfähigkeit, geistige Beweglichkeit und die Fähigkeit zum vernetzten Denken.


Mehr zu den Merkmalen und Leistungen des Spiels findest Du auf H[AGE] in folgenden Beiträgen: „Was ist Spielen?“ und „Eigenschaften des Spiels“.

Aktualisiert ( Dienstag, 21. September 2010 um 06:32 Uhr )
 

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