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Kuppelprodukt

Medienprodukte werden häufig auch als Kuppelprodukte beschrieben. Dies geschieht immer dann, wenn ein Medienunternehmen als Erwerbsunternehmen Raum für Annoncen als Ware bereitstellt. Dieser Platz für Werbung kann allerdings nur verkauft werden, wenn es einen redaktionellen Teil gibt.

Der Vorteil für das Medienunternehmen ist offensichtlich und liegt auf der Hand: Es werden durch die Aneinanderkopplung der Produkte neue Finanzierungsquellen am Werbemarkt erschlossen. Außerdem gibt es eine Reihe von Verbundvorteilen zwischen redaktionellen Inhalten und dem Annoncenraum. Beispielsweise können Produktionskosten und die gemeinsamen Verteilkosten im Vertrieb reduziert werden. Ferner erreichen beide Produktteile durch die symbiotische Kopplung aneinander die Aufmerksamkeit und Wahrnehmung der Rezipienten.

Medien sind duale Produkte

Medien als duale Produkte sind Kuppelprodukte

Somit bedingen der redaktionelle Teil und der Werbeteil einander, weshalb die Bezeichnung  der Medien als Kuppelprodukt vollkommen legitim ist. Denn nur dadurch, dass es einen redaktionellen Teil gibt, existiert eine Plattform für die Werbung. Die Werbung wiederum finanziert den redaktionellen Teil mit. Die Verbundvorteile im Vertrieb, im Konsum (Werbung als Information) und in der Produktion (Werbebotschaft und Inhalt auf einem Träger) sind so gewichtig, dass Massenmedien vor allem Werbeträger sind und Werbung insbesondere über Massenmedien verbreitet wird.

Wenn Medien als Kuppelprodukte aufgefasst werden, bestehen allerdings Anreize bei der journalistischen Produktion, die die Freiheit des Journalismus in Gefahr bringen. Diese Interdependenzen sind durchaus kritisch zu betrachten. Denn es macht in diesem Fall für Medienunternehmen Sinn, die Inhalte daraufhin zuzuschneiden, wo ein geeignetes Werbeumfeld gesehen wird. Ferner brauchen die Inhalte Leser, deswegen fokussieren die  Medien verstärkt auf solche Rezipienten, die als Adressaten für die Werbung finanziert wird. Das geht möglicherweise zu Lasten der Vielfalt der Inhalte, weil es zum Mainstream führt. Das ganze kann als Kreislauf gesehen werden, da höhere Werbeeinnahmen aufgrund einer wachsenden Nachfrage die Medienunternehmen in die Lage versetzen, attraktivere Programme für das Publikum herzustellen oder einzukaufen und damit die Medienleistung gegenüber möglichen Konkurrenzangeboten zu steigern.

Zusammenfassend für Medien als Kuppelprodukte lässt sich festhalten: Die zentrale Besonderheit von Medienprodukten ist der Verbund von Rezipienten- und Werbemarkt. Massenmedien produzieren in aller Regel für zwei Märkte: Für den Rezipientenmarkt und für den Werbemarkt. Auf dem Rezipientenmarkt punkten sie mit Information, Unterhaltung und Bildung für das Publikum. Auf dem Werbemarkt wird bei den Werbetreibenden nach der Verbreitungswahrscheinlichkeit von Werbebotschaften abgerechnet. Der Marktwert der Werbung hängt dabei stark von der Nachfrage des Publikums ab.

 

Aktualisiert ( Dienstag, 21. September 2010 um 06:36 Uhr )
 

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