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Sammelbilder bzw. Sammelbildchen

Sammelbilder werden umgangssprachlich auch als Sammelbildchen bezeichnet. Sie sind nicht erst seit den Panini-Sammelalben zur Fußballbundesliga oder Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland bekannt. Sammelbildchen sind viel älter als die meisten denken. Zwar kamen die ersten Klebebilder von Panini 1970 anlässlich der Fußball-WM in Mexiko heraus. Doch der Ursprüng reicht noch weiter zurück - nämlich ins ausgehende 19. Jahrhundert.

Noch bevor sich das Kino verbreitete, entwickelten sich Sammelbilder zum Massenphänomen. Sie wurden in großen Stückzahlen Zeitschriften oder Produkten beigefügt. Sammelbilder fanden sich so in Zigarettenpackungen und Schokoladentafeln. Noch heute bekannt sind die Sammelbilder, die der Stollwerck-Schokolade oder Liebig's Fleischextrakt beilagen. Sie erzielen bei Sammlern Höchstpreise. Die Produktpalette machte übrigens auch vor Drogerie-Artikeln nicht halt. So fanden sich selbst in Waschmittelkartons oder bei der Schuhcreme die kleinen, bunten Bilder.

Screenshot einer Auktion von Liebig's Sammelbildern
Liebig-Sammelbilder-Auktion

Vor allem für Kinder war das Sammeln, Tauschen und Einkleben in Sammelalben ein beliebtes Freizeitvergnügen. Da der Bildinhalt meist sehr naiv dargestellt wurde, fiel den meisten die Codierung der kindlichen Illustrationen sehr leicht - meist viel leichter als bei den Grafiken, die Briefmarken oder Geldscheine zieren. Dort müssen die Bildinformationen bis aufs äußerste komprimiert sein. Bei Sammelbildern ist das anders. Hier bietet es sich förmlich an, die Illustrationen um weitere Informationen beispielsweise durch erläuternde Texte auf der Rückseite oder dem Sammelalbum zu ergänzen. Letztlich trugen Sammelbilder erheblich dazu bei, sowohl das Wissen als auch die damalige Welt visuell zu vermitteln. Nicht zuletzt zeigten die Motive fremde Länder und Kulturen oder geschichtliche Ereignisse. Beispielsweise brachte um 1913 die Firma Franck eine Sammelbildreihe mit dem Namen "Aus dem Leben der Königin Luise" von Preußen (1775 bis 1810) heraus. Sie stellte die einzelnen Lebensstationen der Königin dar und trug maßgeblich zur Glorifizierung und Mystifizierung der Person bei.

In den USA haben vor allem die Sportkarten - dort inbesondere die Baseball-Sammelbilder - eine lange Tradition.
Eine komplett neue Form der Sammelbilder entwickelte sich Mitte der 1990er Jahre. Die Idee stammt vom Schweizer Künstler M. Vänci Stirnemann. Seine Vorliebe sind sogenannte Artist Trading Cards (ATC). Dabei handelt es sich um miniaturisierte Arbeiten von Künstlern, die nicht zum Verkauf stehen sondern nur untereinander getauscht werden können. Anders als die herkömmlichen Sammelbildern, deren Träger oder Medium meist Papier ist, können ATC aus den verschiedensten Materialien wie Leder, Balsaholz, Metall, Stoff oder Plastik sein. Während "normale" Sammelbildchen gedruckt werden, kommen bei ATC ebenso verschiedene künstlerische Techniken zur Anwendung. So finden sich hier z. B. Ölmalereien, Collagen, Kalligraphien oder verschiedene Schnitttechniken.

Sammelbilder sind deshalb so enorm populär, weil sie nicht nur relativ preisgünstig - oftmals zum sogenannten "Anfixen" sogar kostenlos - sind. Sie befriedigen auch eine Urleidenschaft der Menschheit: das Sammeln. Bereits kleine Kinder sammeln alles mögliche - von Knöpfen über Murmeln bis hin zu Steinen. Die menschliche Sammelleidenschaft kennt kaum Grenzen. In der Frühzeit der Menschheit war das Sammeln existenziell. Da weder Ackerbau noch Viehzucht bekannt waren, konnte nur das Sammeln von Nahrung das Überleben sichern. Wir bezeichnen nicht zuletzt deswegen die Frühmenschen als "Jäger und Sammler".

 

Auf H[AGE] sind bereits folgende Artikel zum Thema "Sammelbilder" erschienen:

 


Quellen:

 

Aktualisiert ( Donnerstag, 30. Juni 2011 um 19:29 Uhr )
 

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