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Telenovela

Als Telenovela wird eine spezielle Form der Fernsehserie benannt, die zuerst in Lateinamerika populär wurde. Der Begriff stammt aus dem brasilianischen Portugiesisch "Novela" ab. Übersetzen könnte man Telenovela mit Fernsehroman.

Seinen Ursprung hat das Fernsehformat in Kuba. Dort hörten die Arbeiterinnen in Zigarren-Manufaktoren während der Arbeit vorgelesene Fortsetzungsromanen. Mit Aufkommen des Radios gab es dann auch entsprechende Radionovelas. Auch wurden die Romane, deren Geschichten sich aus den Unterbrechungen von Arbeitstag zu Arbeitstag ergaben, in Hörspiele umgearbeitet.
Fortsetzungsromane gab es allerdings auch schon im Europa. Dort waren sie vor allem im 19. Jahrhundert populär. So erschienen beispielsweise Die drei Musketiere von Alexandre Dumas oder Oliver Twist von Charles Dickens zum ersten Mal in Zeitungen und Zeitschriften. Das Prinzip war denkbar einfach. Für jede neue Ausgabe schrieb der Schriftsteller eine Fortsetzung. Begeisterte er damit die Leser, so konnte er am Roman länger schreiben und somit auch mehr Geld verdienen.

Bei Telenovelas ist es im Grunde genommen nicht anders. Die klassische Telenovela erzählt die Geschichte aus Sicht der meist weiblichen Hauptfigur. Täglich wird - wie bei amerikanischen Daily Soaps auch - ein Kapitel ausgestrahlt. Auch bei der Telenovela werden sehr oft Cliffhangers eingesetzt, um das Publikum bei Laune zu halten. Viele Folgen haben so am Ende ein dramatisches Ereignis, bei dem zunächst der Ausgang offen bleibt. Im Gegensatz zu Seifenopern besitzen Telenovelas einen definitiven Anfang und ein festgelegtes Ende. Dazwischen erstrecken sich zwischen 80 und 250 Folgen, deren Ausstrahlung zwischen 4 Monaten bis 1 Jahr dauern kann.

Das Fernsehformat wird wegen seines großen Handlungsbogen geliebt. Es gibt Nebenschauplätze, die parallel zur Haupthandlung angelegt werden. Damit gibt es Raum für die Nebenfiguren. So können parallel verschiedene Handlungsstränge miteinander verwoben werden, was für genügend Spannung, Dramatik, Liebe, Intrigen, Tränen und Glück sorgt.

Während deutsche Telenovelas sehr oft das Märchenmotiv vom Schneewittchen ("die mit der bösen Stiefmutter"), vom hässlichen Entlein (Mauerblümchen verwandelt sich zur hübschen Karrierefrau) oder vom Aschenputtel ("armes Mädchen sucht sein Glück bei reichem Mann") aufgreifen, weren in Brasilien auch kritische Themen wie Homosexualität, Behinderungen, Korruption, Prostitution oder Drogenmissbrauch angesprochen. In Brasilien laufen pro Sender bis zu sechs verschiedene Telenovelas.

Bekannte Telenovelas:

  • International:
    • Die Sklavin Isaura (erfolgreichste Telenovela aller Zeiten, Export in 95 Länder)
    • Kassandra (Export in 128 Länder)
    • ...
  • deutschsprachig:
    • Bianca - Wege zum Glück
    • Verliebt in Berlin
    • Anna und die Liebe
    • ...

Noch viel mehr Informationen findest Du im Netz unter: www.tele-novela.de

 

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