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Nachrichtenwert-Theorie

Die Nachrichtenwert-Theorie beschäftigt sich mit der Frage: Nach welchen Richtlinien wählt der Journalismus Themen aus, über die in Rundfunk, Presse und Online berichtet wird?

Im direkten Zusammenhang damit steht auch, in welchem Umfang wird über das Ereignis berichtet und in welcher Aufmachung (Titelseite oder lediglich in der Rubrik „In aller Kürze“)?

Bereits mehrere Forschergenerationen beschäftigten sich mit dieser Frage, sodass letztlich folgende Faktoren extrahiert werden konnten:

Warren1 Galtung und Ruge2
Schulz3
  • Neuigkeit
  • Nähe
  • Tragweite
  • Prominenz
  • Dramatik
  • Kuriosität
  • Konflikt
  • Sex
  • Gefühle
  • Fortschritt
  • Frequenz
  • Schwellenfaktor (Außergewöhnlichkeit)
  • Eindeutigkeit
  • Bedeutsamkeit (kulturelle Nähe/Betroffenheit)
  • Konsonanz (Erwartung)
  • Überraschung (Seltenheit)
  • Kontinuität
  • Varianz
  • Bezug auf Elite-Nationen
  • Bezug auf Elite-Personen
  • Personalisierung
  • Negativismus.
  • Zeit (Dauer; Thematisierung)
  • Nähe (räumliche, politische und kulturelle Nähe)
  • Relevanz, d. h. Betroffenheit und existentielle Bedeutung des Ereignisses)
  • Status (regionale bzw. nationale Zentrizität; persönlicher Einfluss und Prominenz)
  • Dynamik (Überraschung; Struktur)
  • Valenz (Negativismus: Konflikt, Schaden, Kriminalität; oder als positives Pendant: Erfolg)
  • Identifikation (Personalisierung; Ethnozentrismus)

Grundsätzlich gilt bei den Nachrichtenwerten der Zusammenhang: Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Meldung es in die Nachrichten schafft, steigt, wenn mehrere Faktoren auf ein Ereignis zutreffen. Sollten verschiedene der genannten Faktoren dabei allerdings nicht enthalten sein, so müssen die zutreffenden Anderen entsprechend stärker ausgeprägt sein.

Auf dieser Basis sind Prognosen bei der zukünftigen Berichterstattung möglich.

Im praktischen Journalismus lässt sich der komplexe Vorgang der Selektion von Nachrichtenwerten und damit die Nachrichtenauswahl auf folgende einfach Faustformel herunterbrechen: Ereignisse besitzen einen Nachrichtenwert, wenn sie für den Leser, den Hörer oder die Zuschauer sowohl einen Neuigkeitswert und zugleich einen Informationswert haben. Bei letzteren werden drei Arten von unterschieden:

  1. der Wissens- und Orientierungswert (Eng damit verbunden sind die Nachrichtenwerte: Betroffenheit, Tragweite, Nähe und Einfluss)
  2. der Gebrauchtswert bzw. Nutzwert (Eng damit verbunden sind die Nachrichtenwerte: Schaden und Nutzen)
  3. der Unterhaltungs- und Gesprächswert (Eng damit verbunden sind die Nachrichtenwerte: Menschen, Emotionen, Spannung und Außergewöhnliches)

 


Quellen:

  • [1] Siehe dazu ausführlich: Warren, C. (1934): Modern News Reporting. (dt.: ABC des Report-ers, München 1959)
  • [2] Siehe dazu ausführlich: Galtung, J./Ruge M. H. (1970): The Structure of Foreign News. The Presentation of the Congo, Cuba and Cyprus Crisis in Four Norwegian Newspapers. In: Tun-stall, Jeremy [Hrsg.]: Media Sociology, London 1970, S.259-298
  • [3] Siehe dazu ausführlich: Schulz, W. (1990): Die Konstruktion von Realität in den Nachrichtenmedien : Analyse der aktuellen Berichterstattung, Freiburg/München
Aktualisiert ( Dienstag, 26. Oktober 2010 um 06:14 Uhr )
 

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