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Wurfholz: Boom Boom Bumerang

Wurfholz: Boom Boom Bumerang (Wordle)

(Steinzeit-Lexikon). Das Wurfholz gehört zu den ältesten Waffen der Menschheit. Es ist eine Erfindung der frühen Wildbeuter-Kulturen. Selbst Affen wurden schon dabei beobachtet, dass sie versuchen, mit von Bäumen herabgeworfenen Stöcken oder harten Früchten Angreifer in die Flucht zu schlagen. Einige Anthropologen gehen deshalb davon aus, dass das Wurfholz als Werkzeug und Waffe vielleicht noch älter ist als der Speer.

Vermutlich war das Wurfholz anfangs eher eine Abwehrwaffe bzw. eine „Erntewaffe“, die zum Einsatz kam, wenn Früchte oder Nüsse nicht mehr durch Klettern erreichbar waren. Dann konnten sie mit dem Wurfholz noch heruntergeschlagen werden. Was mit Früchten und Nüssen klappt, klappt aber auch mit Tieren. Auch sie können mit Hilfe eines Wurfholzes und etwas Geschick erlegt werden. Damit war die Erfindung der Jagdwaffe Wurfholz vermutlich auch sehr früh gemacht.
Zunächst wurde damit wahrscheinlich nur schwaches Wild gejagt. Da sich das Holz im Flug dreht, gibt es beim Auftreffen seine Wucht auf das Hindernis weiter. Bei einem Treffer am Kopf lässt sich damit ein Vogel betäuben. Ein Treffer am Flügel kann entweder eine Lähmung verursachen oder auch Knochen brechen lassen. Damit kann ein Vogel nicht mehr wegfliegen und der Jäger die Beute einsammeln.

Obwohl die Wirkung eines Treffers durch ein Wurfholz ungleich geringer ist als bei einem mit Wucht geworfenen Speer, so bietet die Jagdwaffe den Vorteil, dass die Trefferzone ungleich größer ist als beim Speer. Bei der Jagd nach Vögeln erhöht sich dadurch die Erfolgsquote.
Der Wurfspeer kam vermutlich bei der Erlegung von größerem Wild zum Einsatz, denn hier brachte seine Eigenschaft des Durchbohrens den größeren Erfolg. Die Unterschiede sowie die Vor- und Nachteile von Speer und Wurfholz wurden wahrscheinlich einfach beim Werfen getestet. Im Jungpaläolithikum wurde dann die Wirkung und Reichweite des Speeres durch die Innovation der Speerschleuder weiter optimiert.

Das Wurfholz ist vermutlich eine der ältesten Waffen der Menschheit

Spielkarte: WurfholzFür ein Wurfholz hat fast jeder ein Bild vor Augen. Spätestens, dann wenn man den Namen der Waffe in die Sprache der Aborigines, der Ureinwohner von Australien, übersetzt. Dort heißt er einfach Bumerang. Das Wurfholz wird von ihnen für die Jagd noch heute eingesetzt. Heutzutage unterscheidet man aber zwischen Jagdbumerang und Sportbumerang. Der Jagdbumerang kommt nicht zurück. Die Flugeigenschaften des Sportbumerangs sind so konstruiert, dass es sich dabei um ein zurückkehrendes Wurfholz handelt.

Jagd-Bumerangs konnten übrigens bis zu zwei Kilogramm wiegen und eine Länge von 1,30 Meter aufweisen. Sie werden von den Aborigines aber auch als Grabstock oder Keule eingesetzt. In der Sprache der Noongar heißen Jagd-Bumerangs auch Kylies. Geübte Werfer können damit Distanzen von bis zu 100 Metern überbrücken. Der Kylie hat gegenüber dem Sportbumerang den Vorteil, dass er weiter und geradliniger fliegt. Damit ist automatisch eine größere Zielsicherheit gegeben. Moderne Bumerangs bestehen aus Metall oder Kunststoff. Für die traditionellen Wurfhölzer waren Holz oder Knochen geeignete Werkstoffe. In der althergebrachten Form sieht ein Bumerang aus wie ein L mit zwei in etwa gleichlangen Armen.

Heute Unterscheidung zwischen Sport- und Jagd-Bumerangs

Der bislang älteste, gefundene Bumerang stammt aus der Olazowa-Höhle (Polen), die in den polnischen Karpaten liegt. Er wurde auf ein Alter von ungefähr 23.000 Jahren datiert. Bei dem Fund handelt es sich um ein 800 Gramm schweres Wurfgerät, das man aus dem Stoßzahn eines Mammuts gefertigt hatte. Obwohl es deutlich schwerer ist als ein vergleichbarer Holzbumerang, hatte der Nachbau aus Kunststoff dennoch sehr gute Wurf- und Flugeigenschaften. Doch auch in Deutschland wurden Wurfhölzer in der Steinzeit genutzt. So fand man 1990 bei Arbeiten am Ufer der Gelben Lake, was ein Altarm der Elbe in Magdeburg-Neustadt ist, einen nur leicht beschädigten Bumerang. Das Wurfholz war aus Eschenholz gefertigt, hatte eine Dicke von 7 bis 10 Millimetern und wies einen Winkel von 110° auf. Die Arme waren ca. 22 Zentimeter lang. Aufgrund seiner Flugeigenschaften würde der Bumerang heute in die Kategorie Sportbumerang fallen. In fast allen Teilen der Welt wurden Hinweise auf den Einsatz von Wurfhölzern zur Jagd gefunden: In Skandinavien aber auch in Afrika, Amerika und Asien (Indien).

Und selbst in unserer heutigen, modernen Gesellschaft ist das Wurfholz fast omnipräsent. Sprach- und Schriftforscher führen nämlich den Ursprung des Buchstabens P auf die Hieroglyphe für einen Wurfstock zurück.

 


Das Wurfholz/der Bumerang gehört in die Kategorie: Werkzeug/Jagd.

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Quellen:

 

Aktualisiert ( Samstag, 10. März 2012 um 16:26 Uhr )
 

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