Zufallskarte

Geist der S...
Image Detail
Valid XHTML 1.0 Strict CSS ist valide!

Uluru (Ayers Rock): Der heilige Berg der Aborigines

 Uluru (Ayers Rock): Der heilige Berg der Aborigines (Wordle)

(Steinzeit-Lexikon). Der Uluru gehört zu den bekanntesten Wahrzeichen Australiens. In vielen Reiseführern findet man den markanten Berg auch unter der englischen Bezeichnung Ayers Rock. Sein Aborigines-Name bedeutet übersetzt so viel wie „schattiger Platz“. Allerdings bezeichnen viele Australier die Formation als das rote Herz, denn der Berg liegt im Northern Territory und markiert in etwa die geografische Mitte von Downunder.
Uluru gehört mit zu den am meisten besuchten Ausflugszielen in Australien. Dieser Ansturm führt zwangsweise zu Konflikten mit den Aborigines, denn die australischen Ureinwohner verehren Uluru. Um ihn ranken sich mythische Legenden – beispielsweise, dass alle Traumzeitreisen dort ihren Ursprung aber auch ihr Ende haben.

Der Berg liegt im Uluru-Kata-Tjuta-Nationalpark etwa 340 Kilometer südwestlich von Alice Springs. Die Felsformation selbst ist ca. drei Kilometer lang und an manchen Stellen bis zu zwei Kilometer breit. An der höchsten Stelle steht man 863 Meter über dem Meeresspiegel. Allerdings erhebt man sich „nur“ 348 m über die Dünenlandschaft des Nationalparks. Der Nationalpark und damit auch Ayers Rock gehören zum UNESCO-Welterbe.

Viele bezeichnen Uluru als Monolith. Doch das stimmt nicht wirklich. Der Fels und sein Nachbar Kata Tjuta liegen am Rand eines Sedimentbeckens. Diese Mulde, Amadeus-Becken genannt, bildete sich vor rund 900 Millionen Jahren. Über Jahrmillionen lagerten sich darin Gesteinssichten ab. Erst nach 300 Millionen Jahren stoppte dieser Prozess und über den Ablagerungen bildete sich ein flacher See. Der See trocknete aus. Im Laufe der Zeit falteten sich die Sedimente des Amadeus-Beckens. Kräfte aus dem Erdinneren drückten das Land empor, sodass sich Gebirge bildeten. Im Laufe der Zeit jedoch setzten Wind und Wetter der Berglandschaft zu. Die Gebirge erodierten. Große Mengen von Sedimentmaterial wurden vom Regen abgewaschen und bildeten aufgeschwemmte Ablagerung am Fuß der Berge. Letztlich sind Uluru und der Kata Tjuta lediglich Ergebnisse dieser Ablagerungsprozesse.

Gebirgsbildungsprozesse schufen Uluru, der allerdings kein Monolith ist

Spielkarte: Kontinent Australien Vor 500 Millionen Jahren bedeckte wiederum ein See dieses Gebiet. Die abgelagerten Sedimente hatten eine Dicke von 2,5 Kilometern. Sie wurden abermals von Sand, Schlamm und den Überresten von Seetieren bedeckt. Aufgrund des Druckes der darüber liegenden Schichten verpressten sich die Sedimente zu Gestein. Die feldspathaltigen Sande wurden zu Uluru-Sandstein. Die groben Kiese des Kata Tjuta verkitteten sich zu Konglomerat.
Es kam erneut zur Faltung der Gesteinsschichten und zu Gebirgsbildungsprozessen. Auch hier setzte eine Erosion ein. Sie verlief allerdings langsamer als beim ersten Mal. Vor 65 Millionen Jahren schließlich bildete sich ein breites Tal zwischen Uluru und Kata Tjuta.
Noch heute sind beide Berge der Erosion stark ausgesetzt. Temperaturunterschiede sowie Wind und Sand lassen den Sandstein verwittern und formten das typische Erscheinungsbild. Das besondere Farbspiel des Ayeres Rock lässt sich auf das Sonnenlicht zurückführen. Je nach Sonnenstand und damit nach der Tageszeit erscheint sowohl der Uluru als auch der Kata Tjuta mal grau, mal braun aber sehr oft auch rot gefärbt.

Die ältesten Felszeichnungen am Uluru sind 30.000 Jahre alt

Wie bereits angedeutet ranken sich viele Aborigines-Legenden um den berühmten Felsen im australischen Outback. Der Uluru-Mythos aus der Traumzeit erzählt zum Beispiel die Geschichte von der Entstehung der Landschaft. Diese Legenden hielten die Aborigines in einigen Höhlen am Uluru als Zeichnungen fest. Im Laufe der Zeit wurden sie viele Male immer wieder erneuert, indem die alten Zeichen neu übermalt wurden. Mittlerweile versucht man mit Hilfe einer digitalen Datenbank die Felszeichnungen zu dokumentieren und so zu ihrem Erhalt beizutragen. Manche der Höhlenmalereien werden auf ein Alter von 30.000 Jahren geschätzt.

Die Geschichte des Berges lässt sich dagegen vollständig rekonstruieren. Das Gebiet um Uluru wird seit mehr als 10.000 Jahren von den Anangu bewohnt. Hierbei handelt es sich um einen Stamm der Aborigines. Erst 1873 erblickte ein Europäer zum ersten Mal den Berg. William Gosse befand sich mit Peter Warburton auf einer Expedition. Zu Ehren des damaligen südaustralischen Premierministers Henry Ayers nannten sie den Fels Ayers Rock. Das Gebiet wurde mit Hilfe von weiteren Expeditionen erkundet. Ursprünglich wollte man es landwirtschaftlich erschließen, doch die umliegenden Wüsten und Halbwüsten sind dafür denkbar ungeeignet.
1920 erklärte man Teile des heutigen Nationalparks zu einem Reservat für die australischen Ureinwohner. 1936 kamen erste Touristen in das Gebiet. Doch die Besiedlung durch Europäer begann erst in den 1940er Jahren.  Dann kamen Straßen, Hotels und eine Landbahn hinzu.
Ein weiterer Meilenstein war die Ernennung zum Nationalpark „Ayers Rock – Mount Olga National Park“ im Jahre 1958.

Es war ein langer Weg bis zur Rückübertragung des Eigentums der Aborigines und der Anerkennung als heilige Stätte

Auf die Befindlichkeiten der Aborigines und ihre religiösen Stätten nahm Australien zu dieser Zeit keine Rücksicht. Das änderte sich erst in den späten 1970er Jahren. Nach dem Aboriginals Land Right Act und diversen Gerichtsverhandlungen musste das Land 1985 an die Anangu zurückgegeben werden. Die Aborigines wurden allerdings verpflichtet, den Park für mindestens 99 Jahre an den Australian National Park and Waldlife Service zu verpachten. Seit den 1990er Jahren setzt sich mehr und mehr die Bezeichnung Uluru (Ayers Rock) durch. Der Berg trägt nun wieder seinen Namen in der Sprache der Anangu. Und auch der benachbarte Mount Olga führt wieder seinen ursprünglichen Namen Kata Tjuta. So war es letztlich nur logisch, auch den Ayers Rock-Mount Olga National Park in den Uluru-Kata-Tjuta Nationalpark umzubenennen.

Touristen können unter anderem auf dem Lasseter Highway das australische Wahrzeichen erreichen. Die Umgebung von Uluru lädt zum Wandern ein. So kann der Berg auf gekennzeichneten Wegen umrundet werden. Tafeln erklären die Mythen der Aborigines. Man sollte allerdings darauf achten, immer genügend Trinkwasser mitzunehmen. Das Klima ist heiß und auf dem Wanderweg können die Trinkwasservorräte nur an zwei Stellen aufgefüllt werden.
Täglich gibt es zwei geführte Wanderungen, die von einem Parkranger geleitet werden. Man kann den Uluru auf einer gekennzeichneten und gesicherten Strecke zwar durchaus besteigen. Allerdings sollte man auf die religiösen Gefühle der Anangu Rücksicht nehmen und auf den Aufstieg verzichten. Sehr oft kommt es jedoch vor, dass der Aufstieg geschlossen wird: Bei zu heißem Wetter, bei Dunkelheit, bei Regen und Sturm wird es für die Touristen sonst zu gefährlich. Auch an das Verbot von Foto- und Videoaufnahmen an einigen Stellen sollte man sich halten. Hier drohen bei Nichtbefolgen hohe Geldstrafen. Dass man keine Steine und Sand vom Wahrzeichen als Andenken mitnehmen sollte, versteht sich eigentlich von selbst. Es hat sowieso auch keinen Sinn, denn es bringt nichts wie Unglück. Viele Menschen, die trotz der Warnungen ein solches Andenken mitnahmen, haben es später wieder zurückgeschickt, weil sie einfach kein Glück mehr hatten.
Einige Bereiche mit Felszeichnungen und mythischen Stätten sind für Touristen sowieso nicht zugänglich, um das jahrtausendealte Kulturerbe zu schützen. So sind auf der Rückseite des Uluru Wasserbecken zu finden, die das ganze Jahr über mit Wasser gefüllt sind. Sie werden von den Aborigines als besonders heilig betrachtet.

Wandern und Staunen: Die Spiele von Licht und Schatten am Ayers Rock sind weltberühmt

Viele Besucher zieht jedoch das berühmte, magische Licht an. Faszinierend sind die Farbspiele bei Sonnenauf- und -untergang. Zu dieser Zeit, am frühen Abend bzw. in den Morgenstunden, lässt sich auch die Tierwelt rund um den Ayers Rock am besten beobachten. Doch man sollte es auf keinen Fall versäumen, seinen Blick ebenso über die weite, wüstenartige Sandebene schweifen lassen. Hier finden sich eine karge, aber nicht minder spannende Trockenvegetation aus Stachelgras sowie vereinzelten Büschen und Bäumen. Davon hebt sich die Vegetation in geschützten Bereichen des Felsens ab. Hier sammelt sich das Regenwasser am Fuß des Uluru und lässt sogar verschiedene Eukalyptusarten wachsen. Wer das Glück hat, unmittelbar nach den kurzen Regenschauern in den Sommermonaten Ayers Rock zu besuchen, den erwarten Blütenteppiche aus Wildblumen. Mit etwas Geduld findet man auch eine Sturt‘s Desert Rose in ihrer ganzen Pracht. Diese Wildrose ist die Wappenblume des Northern Territory.
Ein Drei-Tages-Ticket für den Nationalpark kostet übrigens 25 australische Dollar.

 


Der Uluru (Ayers Rock) gehört in die Kategorie Kunst.

Beiträge auf H[AGE], in denen der Begriff "Uluru/Ayers Rock" vorkommt:

 


Quellen:

Aktualisiert ( Mittwoch, 27. Juni 2012 um 19:59 Uhr )
 

© H[AGE]: Langenwetzendorf (2008 - 2011)