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Mit dem Schilfboot in der Steinzeit über den Atlantik? Machbar!

Mit dem Schilfboot in der Steinzeit über den großen Teich? (Wordle)

(Steinzeit-Lexikon). Wie der Name Schilfboot es bereits vermuten lässt, bestehen diese Wasser-Transportfahrzeuge hauptsächlich aus dem Rohstoff Schilf. Es gibt Schilfboote mit und ohne Segel. Selbst in der heutigen Zeit haben sie in der Regel keinen Motor.

Die poröse Struktur des Schilfgrases gibt den Booten einen guten Auftrieb. Allerdings haben die Boote einen Nachteil: Mit der Zeit sieht das Gras Wasser. Dennoch sind die Schiffe beinahe unsinkbar.
Beim Bootsbau werden die Schilfbüschel zu einem Bündel zusammengeschnürt. Mehrere kleinere Bündel werden wiederum zu einem großen Bündel zusammengeschnürt. Letztlich ergeben zwei bis drei große Bündel dann das eigentliche Boot.

Schilfboot

Noch heute wird der Titicaca-See, der sich in den Anden zwischen Peru und Bolivien erstreckt, mit Schilfbooten befahren und damit die Tradition des Schilfbootsbaus gepflegt. Die Boote werden hier aus der Schilfart Totora gefertigt und heißen Yampu. Dafür wird die Totora-Binse fest zusammengeflochten. Die Boote hier sind in Doppelrumpfbauweise gebaut.
Doch auch in Europa und im ganzen Mittelmeerraum wurden Schilfboote gefertigt. Noch heute baut man in Sardinien solche Boote. Diese wurden bis Anfang des 20. Jahrhunderts sogar noch zum Fischfang verwendet.

Auch die Menschen in der Steinzeit waren wahrscheinlich kühne Seefahrer

Die experimentelle Archäologie bewies, dass die Besiedlung verschiedener Kontinente mit Hilfe von Schilfbooten erfolgt sein könnte. Der bekannteste Schilfbootbauer ist wahrscheinlich der Norweger Thor Heyerdahl. Er konstruierte die bekannten Schiffe Ra I, Ra II und Tigris. Die beiden Ra’s waren - wie bei Schilfbooten im Alten Ägypten üblich - aus Papyrus, die Tigris aus Berdi gebaut.
Auch andere Expeditionen kamen zu dem Schluss, dass steinzeitliche Boote durchaus vermochten, jeden Winkel der Weltmeere zu erreichen. Mit dem Experiment Abora und Abora 2 konnte nachgewiesen werden, dass bereits Seefahrer in der Steinzeit in der Lage gewesen waren, den Kurz „Halber Wind“ zu segeln. Das bedeutet, dass man versucht sich zwischen 80° und 100° zur Windrichtung zu halten. Damit sind Langstreckenreisen möglich, da man entsprechend den Kurs kreuzen könnte. Expeditionsleiter Dominique Görlitz baute die Takelung anhand von überlieferten Felsritzungen nach. Auf diesen konnte auch der Einsatz der Seitenschwerter nachvollzogen werden.

Sowohl die Überquerung des Atlantiks und damit die Besiedlung Amerikas als auch die Besiedlung Australiens wäre mit Hilfe von Schilfbooten möglich gewesen.
Es gibt mittlerweile Hinweise darauf, dass noch weit vor der Entdeckung Amerikas durch Christopher Kolumbus ein Austausch zwischen Alter und Neuer Welt stattgefunden haben könnte.

Nicht umsonst heißt ein bekanntes Zitat:
„Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.“ (Antoine de Saint-Exupery)

 


Das Schilfboot gehört in die Kategorie: Transport.

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Quellen:

Aktualisiert ( Samstag, 10. März 2012 um 10:12 Uhr )
 

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