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Smilodon: Der Säbelzahntiger war eine gefährliche Raubkatze auf dem amerikanischen Kontinent

Smilodon: Die Raubkatze mit den Säbelzähnen war ein gefährlicher Räuber auf dem amerikanischen Kontinent (Wordle)

(Steinzeit-Lexikon/Tierlexikon). Der Name Smilodon bedeutet, übersetzt aus dem Griechischen, nicht weniger als Säbelzahn. Die Tiere gehörten einst zu den Säbelzahnkatzen und werden gerne im Volksmund auch Säbelzahntiger genannt. Säbelzahnkatzen unterscheiden sich allerdings deutlich von heute lebenden Großkatzen wie dem Tiger. Daher ist der Name Säbelzahntiger eigentlich nicht ganz korrekt.
Der lateinische Gattungsname der Säbelzahnkatzen lautet Machairodontinae. Sie waren während des Pleistozäns auf dem amerikanischen Kontinent weit verbreitet. Das Smilodon selbst ist eine Unterart der Säbelzahnkatzen und überlebte bis zum Ende der letzten Eiszeit. Es starb erst vor ca. 12.000 Jahren aus.

In ihrem Erscheinungsbild dürften die Katzen durchaus an heutige Großkatzen wie Tiger oder Löwen erinnert haben. Jedoch gibt es in wichtigen Merkmale charakteristische Unterschiede. Smilodon war generell etwas kleiner, dafür aber deutlich schwerer und muskulöser als die heutigen großen Raubkatzen. Charakteristisch für die Tiere war der abschüssige Rücken sowie die kurzen Beine. Die Schulter- und Nackenpartie war extrem kraftvoll ausgebildet. Trotzdem erreichten die größten Säbelzahnkatzen ein geschätztes Gewicht von über 300 kg und brachten damit deutlich mehr auf die Waage als die heutigen Löwen und Tiger.

Ein sehr charakteristisches Merkmal von Smilodon und Co war der Stummelschwanz und die namensgebenden, langen Säbelzähne. Diese ragten bis zu 20 cm aus dem Kiefer heraus. Die riesigen Fangzähne besaßen keinen runden sondern einen ovalen Querschnitt. Experten gehen davon aus, dass dieser das Eindringen in das Fleisch der Beutetiere erleichterte. Sehr wahrscheinlich gab es einen ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus, d. h. Weibchen waren deutlich kleiner als Männchen. Es wird außerdem angenommen, dass das Fell eine sandfarbenen Grundton hatte und von zahlreichen bräunlichen bis hellbraunen Flecken durchzogen war.

Screenshot Google-Bildersuche

Der Screenshot der Google-Bildersuche vom 15.04.2012 zeigt,
dass Smilodon auf vielen Abbildungen von der Farbgebung her eher als Puma dargestellt wird.
Die Tiere dürften in ihrer Fellfärbung aber eher einem heute lebenden Gepard oder Jaguar geglichen haben.

 

Smilodon populator war die größte Raubkatze aller Zeiten

Smilodons werden in drei Arten unterschieden. Das Smilodon gracilis war nur in etwa so groß wie ein Jaguar und kam auf ein Gewicht von 55 bis 100 kg. Die kleinste Art der Säbelzahnkatzen lebte im Zeitraum von vor 2,5 Millionen Jahren bis 500.000 Jahren. Forscher sind sich mittlerweile ziemlich einig, dass der direkte Vorfahr von Smilodon gracilis das Megantereon war. Diese Säbelzahnkatze lebte vor 5 Millionen Jahren bis vor 500.000 Jahren. Sie wird gern auch als Europäische Säbelzahnkatze bezeichnet. Smilodon gracilis dagegen ist hauptsächlich aus Funden bekannt, die in der östlichen USA entdeckt wurden.

Spätere Formen dieser Säbelzahnkatzen waren Smilodon populator und Smilodon fatalis. Smilodon populator lebte vor allem in den östlichen Regionen von Südamerika. Sie war die größte Art unter den Säbelzahnkatzen. Sie erreichte eine Schulterhöhe von bis zu 120 cm und wurde 220 bis 360 kg schwer. Die Eckzähne konnten bis zu 28 cm lang werden und ragten dabei ca. 17 cm aus dem Oberkiefer hervor. Smilodon populator starb vor ca. 12.000 Jahren genauso aus wie sein nordamerikanischer Verwandter, das Smilodon fatalis. Diese Art lag mit 160 bis 280 kg gewichtstechnisch zwischen Smilodon populator und Smilodon gracilis. Smilodon fatalis erreichte eine Schulterhöhe von bis zu einem Meter. Smilodon fatalis lebte allerdings auch in den pazifischen Teilen Südamerikas. Allein die Anden trennten ihn hier von seinem größeren Verwandten. Einige Experten unterscheiden auch noch Smilodon californicus und Smilodon floridanus. Wahrscheinlich waren sie allerdings nur Unterarten von Smilodon fatalis.

Viele Smilodon-Fossilien stammen aus den La Brea Teer-Gruben

Spielkarte: Säbelzahnkatze (Smilodon)Viele fossile Überreste der Großkatzen wurden in den La Brea Tar Pits (La Brea Teer-Gruben) in der Nähe von Los Angeles in Kalifornien (USA) entdeckt. Viele weitere Fossilien fanden sich über Nord- und Südamerika verstreut. Bekannte Fundstellen liegen noch in Florida sowie Patagonien. In Nordamerika lebte zur gleichen Zeit wie Smilodon fatalis noch eine weitere Säbelzahnkatze. Sie wurde Homotherium bzw. Scimitarkatze genannt. Die Verbreitungsgebiete beider Großkatzen überlappten sich nur wenig. Der Gattung Smilodon gelang nicht der Sprung nach Eurasien. Anders als bei Homotherium beschränkt sich ihr Verbreitungsgebiet ausschließlich auf den amerikanischen Kontinent.

Das Leben von Smilodon lässt sich dank der zahlreichen Funde aus den kalifornischen Teergruben gut rekonstruieren. Insgesamt wurden hier die Überreste von 1200 Individuen geborgen. Dies ist ein riesigen Puzzle, das aus über 160.000 Smilodon-Knochenteilen zusammengesetzt werden muss. Doch trotz des Wirrwars ist es möglich, sogar Rückschlüsse auf das Sozialverhalten der Tiere zu schließen. Einige Knochenreste aus Kalifornien zeugen von Krankheiten. Diese reichen von Fehlstellungen der Hüfte bis hin zu gebrochenen Wirbelsäulen und deformierten Beinknochen. Ganz offensichtlich waren die Knochen der Raubkatzen großen Belastungen ausgesetzt, wie sie beim Beutemachen von großen und wehrhaften Tieren entstehen. Überrascht waren die Forscher, dass sie an den Knochen Anzeichen für einen Heilprozess erkennen können, obwohl die davongetragenen Verletzungen die Tiere jagdunfähig gemacht haben müssen. Doch offensichtlich hatten die Tiere ihre Verletzungen für Monate wenn nicht gar Jahre überlebt. Die Wissenschaftler schließen daraus, dass sich Smilodon in sozialen Gruppen organisiert. Die Mitglieder eines Rudels versorgten sich womöglich sogar gegenseitig mit Nahrung. Zumindest mussten sie am erlegten Beutetiere andere Gruppenmitglieder geduldet haben.

Kritiker führen allerdings an, dass es auch sein könnte, dass an den Teergruben so viele Tiere verendeten, dass eine verletzte Säbelzahnkatze dort dennoch überleben konnte.

Noch nicht restlos geklärt sind die Jagdstrategien und das Beutespekrum dieser Säbelzahnkatzen

Nach wie vor für Diskussionen sorgt das Beutespektrum der Raubtiere. Einige Forscher schließen auf Grund der langen Eckzähne sowie der muskulösen Gestalt, dass sie die Großkatzen auf große und schwerfällige Tiere spezialisiert hatten. Sie könnten beispielsweise Mammuts und Mastodons auf den Rücken geklettert sein, um dort zum tödlich verwundenden Biss anzusetzen oder sie rissen den Giganten von Boden aus die Flanke aufgerissen.

Allerdings kommen andere Untersuchungen zu dem Schluss, dass die Tiere bei einem solchen Manöver riskierten, dass die Fangzähne im Kampf auf Knochen treffen und dann abbrechen konnten. Für kleinere, dafür aber schnellere Tiere wie Pferde und Hirsche war Smilodon höchstwahrscheinlich zu schwerfällig. Die meisten Wissenschaftler nehmen daher an, dass sich die Raubkatzen auf jund und halbwüchsige Rüsseltiere spezialisierten. Diese hätten sie bei Ausflügen abseits der Herde überraschen können. Auch ist es möglich, dass sie in Herden gezielt Unruhe stifteten und dann die schwachen Tiere absonderten und töteten. Ein weiteres Beutetier von Smilodon waren wahrscheinlich die Riesenfaultiere. Um ihre Beute zu erlegen, musste Smilodon den Tieren sehr schnell die Kehle zerbeißen und so Luftröhre sowie Aorta durchtrennen.

Nur die Terrorvögel konnten Smilodon gefährlich werden

Vieles an Smilodon erinnert an Löwenrudel. Vermutlich lebten die Tiere auch in einem Familienrudel, dass von einem männlichen Alpha-Tier angeführt wurde. Mehrere Weibchen sowie ihre Jungtiere gehörten zum Rudel. Es ist gut möglich, dass die Männchen selbst nicht auf Jagd gingen, sondern dass die Weibchen sie und ihren Nachwuchs ernährten. Die Aufgaben des Männchens hätten sich dann auf die Fortpflanzung und somit Arterhaltung sowie die Sicherung des Reviers beschränkt. Es ist sehr wahrscheinlich, dass es unter den Männchen erbitterte Revierkämpfe gab. Wie auch heutige Großkatzen hatte Smilodon so gut wie keine natürlichen Feinde. In Südamerika allerdings dürften Jungtieren bzw. verwundete Tieren hin und wieder Opfer der Terrorvögel geworden sein.

Warum die Säbelzahntiger ausstarben ist nicht ganz geklärt. Man geht aber davon aus, dass ein Zusammenhang mit dem Verschwinden der pleistozänen Megafauna besteht. Smilodon verschwand vor etwa 12.000 Jahren mit einer ganzen Reihe anderen Tiere. Darunter befanden sich sehr wahrscheinlich viele seiner Beutetiere, sodass Großkatzen ihrer Nahrungsgrundlage beraubt waren.
Immer wieder wird ein Zusammenhang mit dem Auftauchen des modernen Menschen hergestellt. Diese Annahmen sind als Overkill-Hypothese bekannt.

Mehr über die Säbelzahntiger und ihrer Jagdstrategien erfährt man übrigens auch in der BBC-Reihe "Die Erben der Saurier: Kampf der Säbelzähne":

 


Smilodon gehört in die Kategorie: Tiere.

Derzeit gibt es folgende Beiträge, in denen der Begriff "Smilodon/Säbelzahnkatzen" erwähnt wird.

 


Quellen:

 

 

Aktualisiert ( Mittwoch, 13. Juni 2012 um 22:06 Uhr )
 

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