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Ocker: Seit der Steinzeit genutzte Erdfarben-Pigmente von gelb über rot bis braun

Ocker: Seit der Steinzeit genutzte Erdfarben-Pigmente von gelb über rot bis braun (Wordle)

(Steinzeit-Lexikon). Als Ocker werden Erdfarben bezeichnet. Sie kommen in nahezu unendlicher Vielzahl vor. In der Regel versteht man unter Ocker zunächst ein etwas graustichiges Orangegelb.
Die Erdfarben bestehen aus Brauneisenstein, der mit Tonmineralen, Quarz und Kalk vermischt wird. Auch heute noch verwenden Künstler Ocker als Pigmente in ihren Farben.

Dabei unterscheidet man:

  • Gelben Ocker („Schöngelb“)
  • Roten Ocker und
  • Braunen Ocker

Ocker wurde bereits im Middle Stone Age genutzt. Funde aus Südafrika belegen die Verwendung entsprechender Farbstoffe zum Zwecke der Dekoration von Schmuckschnecken oder als Körperschmuck. Bei den Höhlenmalereien in Europa malten die Steinzeit-Picassos und Michelangelos ebenfalls mit Ocker. Roter Ocker war eine Grabbeigabe seit dem Gravettien und Magdalénien. Man verstreute es auf den Grabstätten.

In der Antike und Mittelalter wurde Ocker weltweit genutzt und gehörte zur grundlegenden Palette der Künstler. Sie kolorierten damit Fresken, Gemälde aber auch Illustrationen in Büchern. Da das Pigment relativ gut deckt und lichtecht ist, wurde es auch für den Anstrich von Häusern oder beim Färben von Leder, Tapeten, Wachstuch und Kunststeinen eingesetzt. Die vielfältigen Einsatzgebiete verdankt Ocker dem Umstand, dass es sich mit vielen Bindemitteln verträgt und deswegen mit Leinöl, Lacken, Kalk, Casein, Leim oder Wasser angerührt werden kann.

Ocker ist eine der ältesten, von Menschen genutzte Erdfarbe. Auch die Künstler der Steinzeit nutzten sie bereits.

Früher wurde Ocker aus natürlichen Vorkommen abgebaut. Die bekanntesten Ockersteinbrüche in Europa lagen in Frankreich. Im Ort Roussillon wurde der Goldocker gewonnen, der die Grundlage für das typische Barockgelb bildete. Roten Ocker gewann übrigens man durch das Brennen von gelbem Ocker.

Manche Ockervorkommen wurden über viele Generationen hinweg genutzt. In Deutschland gewann man Ocker durch die sogenannten Ockersümpfe in der Nähe von Goslar am nördlichen Rande des Harzes. Diese Ockersümpfe waren nichts anders als die Absetzbecken, worin das Grubenwasser aus dem Bergwerk Rammelsberg geklärt wurde. Dieses gehört heute übrigens zum deutschen UNESCO-Weltkulturerbe.
Heutzutage wird der meiste Ocker künstlich hergestellt. Dazu werden Eisenoxidfarben genutzt. Nur geringe Mengen des Pigments werden noch aus Erden mit Hilfe von langwierigen Ausschlämmverfahren gewonnen.

Ocker und Rötel sind für Laien nicht ganz einfach auseinander zu halten. Im Allgemeinen bezeichnet man gelbliche bis gelblichbraune Mischungen aus Ton und wasserhaltigen Eisenoxiden (sogenannte Eisenoxidhydrate [Fe2O3·H2O] wie Goethit) als Ocker. Tiefrote Mischungen aus Tonerde und wasserfreiem Eisenoxid wie beispielsweise Hämatit [Fe2O3] sind dann als Rötel zu bezeichnen.

 


Ocker gehört in die Kategorien: Werkzeuge/Kunst.

Beiträge auf H[AGE], in denen der Begriff "Ocker" vorkommt:

 


Quellen:

  • Wikipedia.org (17.12.2011): Ocker
  • mineralienatlas.de (NN): Ocker
  • kremer-pigmente.de (NN): Ocker

 

Aktualisiert ( Freitag, 18. Mai 2012 um 22:28 Uhr )
 

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