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Mammut: Giganten der Eiszeit

Mammut: Gigant der Eiszeit (Wordle)

(Steinzeit-Lexikon/Tierlexikon). Als Mammut bzw. in der Mehrzahl Mammuts bezeichnet man umgangssprachlich eine ausgestorbene Gattung der Elefanten. Der Wissenschaftliche Name dieser Familie lautet allerdings Mammuthus. Mammuts bevölkerten die Erde in einem Zeitraum, der sich von 4,5 Millionen Jahren bis vor 4000 Jahren erstreckte. Von den Mammuts gibt es verschiedene Arten, die vom Pliozän bis Pleistozän auf verschiedenen Kontinenten vorkamen. So gab es sie in Nordamerika, Europa und Asien aber auch in Afrika.
Die letzten ihrer Art konnten sich bis vor ca. 4000 Jahren auf der Wrangel-Insel (Russland), die im sibirischen Eismeer liegt, halten. Das Wollhaarmammut war übrigens das erste ausgestorbene Tier, dessen Genomsequenz 2008 sequenziert wurde.

Die Lebensweise und Evolution der Tiere ist mittlerweile gut erforscht. Ursprünglich entwickelte sich die Art im frühen Pliozän in Afrika. Danach verbreiteten sie sich über Eurasien bis nach Nordamerika. Bei dieser Ausbreitung in nördliche Breiten spezialisierten sie sich immer stärker auf Grasnahrung und entwickelten Strategien zur Anpassung an die Kälte der Eiszeiten. Die genetischen Untersuchungen haben gezeigt, dass sich die Linien von Asiatischem Elefant und Mammut vor 6,7 Millionen Jahren trennten.

Die bislang ältesten Funde von versteinerten Mammut-Überresten sind 4,5 Millionen Jahre alt und stammen aus der Afar-Senke in Äthiopien. Aus dem Kongobecken sind Zahnreste bekannt, die der Art Mammuthus subplanifrons zugeordnet wurden. Sie könnten noch etwas älter sein als die Fossilien aus Äthiopien. Überreste der Art Mammuthus subplanifrons fanden sich auch in Kenia und Südafrika. Experten gehen davon aus, dass diese Art bis vor ca. 3 Millionen überlebte und sich aus ihr das Mammuthus africanus entwickelte. Es lebte in Nordafrika. Noch ist nicht geklärt, ob diese Abstammungslinie in eine evolutionäre Sackgasse führte oder aber die Tiere Vorfahren des Südelefanten waren. Aus diesem entwickelte sich vor 750.000 Jahren das Steppenmammut, das wiederum der Vorfahre des Wollhaarmammuts ist. Darüber hinaus lebte in Nordamerika noch das Präriemammut. Es entwickelte sich vermutlich auch aus dem Südelefanten, der vor etwa 1,5 Millionen Jahren nach Amerika einwanderte. Manche Experten sehen das Präriemammut auch als Nachfahre des Steppenmammuts an. Bei letzterem fehlen allerdings konkrete Funde in Nordamerika, sodass ein Nachweis noch nicht erbracht werden konnte. Das Steppenmammut trat erstmalig vor 1,2 Millionen Jahren auf. 
Bislang werden folgende Mammut-Arten unterschieden:

  • Mammuthus africanavus (Nordafrika)
  • Mammuthus columbi Präriemammut (Nord- und Zentralamerika)
  • Mammuthus creticus (Südeuropa)
  • Mammuthus exilis Zwergmammut (Nordamerika)
  • Mammuthus lamarmorae (Südeuropa)
  • Mammuthus meridionalis Südelefant (Afrika, Eurasien, Nordamerika)
  • Mammuthus primigenius Wollhaarmammut (Eurasien, Nordamerika)
  • Mammuthus subplanifrons (Ost- und Zentralafrika)
  • Mammuthus trogontherii Steppenmammut (Eurasien)

 

Spielkarte: Mammutherde in Panik

Spielkarte: Geist des Mammuts

 

Die Unterscheidung zwischen Mammut (Gattungsname Mammuthus) und Mastodonten (Gattungsname Mammutidae) fällt Laien nicht leicht.

Im allgemeinen Sprachgebrauch bezeichnet man mit Mammut einfach das in Europa und Nordasien verbreitete Wollhaarmammut. Dieses lebte während der letzten Eiszeit und hatte als Kälteschutz ein dichtes, langes Wollkleid entwickelt. Aber wahrscheinlich waren die allermeisten Mammutarten ähnlich wie die heutigen Elefanten unbehaart. Für den Laien verwirrend ist, dass der Gattungsname Mammut gar nicht die Mammuts an sich bezeichnet sondern für die Gattung der Echten Mastodonten verwendet wird. Mastodonten (Mammutidae) sind allerdings nur entfernt mit den Mammuts verwandt. Mastodonten sind zwar ebenfalls Rüsseltiere. Allerdings haben sie vier Stoßzähne entwickelt. Auch bei den Mastodonten gibt es behaarte und unbehaarte Formen.

Mammuts sind in unseren Vorstellungen Giganten der Urzeit. Doch das Wollhaarmammut war gar nicht so riesig wie wir das vor Augen haben. Ausgewachsene Tiere erreichten eine Schulterhöhe von 2,80 bis 3,75 Meter. Das ist nicht wesentlich größer als bei den heute lebenden Elefanten. Aber auch bei den Mammuts gab es einen ausgeprägten Größenunterschied zwischen den Geschlechtern. Experten sprechen in einem solchen Fall von Geschlechtsdimorphismus. Männliche Wollhaarmammuts brachten es im Durchschnitt auf eine Schulterhöhe von 2,7 bis 3,4 Meter, während Kühe nur zwischen 2,6 und 2,9 Meter hoch wurden.
Allerdings waren Wollhaarmammuts kompakter und massiger als Elefanten. Sie wurden zwischen fünf und sechs Tonnen schwer. Besonders große Exemplare brachten aber auch mal acht Tonnen auf die Waage. Die jüngeren Vertreter der Art waren etwas kleiner als die älteren. Letztere erinnerten in ihrer Körpergröße noch an das mächtige Steppenmammut.

Das Steppenmammut erreichte eine Schulterhöhe von bis zu 4,70 Metern. Es war eines der größten bekannten Rüsseltiere überhaupt. Männliche Bullen konnten wohl ein Gewicht von bis zu 10 Tonnen erreichen. Ein Fund aus Kikinda (Serbien) belegt, dass allein die Weibchen bei dieser Art Stoßzähne von 3,5 Metern Länge ausbilden konnten. Ein ausgewachsener Steppenmammut-Bulle muss eine überaus beeindruckende Erscheinung gewesen sein. Und jeder Jäger und Sammler der Steinzeit konnte bestimmt darauf verzichten, einem wütenden Exemplar über den Weg zu laufen. 
Das Wollhaarmammut schrumpfte im Laufe seiner Evolution. Die letzten Exemplare erreichten in der Abgeschiedenheit der Wrangel-Insel nur noch eine Schulterhöhe von 1,80 m und ein Maximalgewicht von ca. zwei Tonnen.

Anders als die Elefanten besaß das Wollhaarmammut kürzere aber dafür massigere Beine. Sein Körper war außerdem insgesamt länger als der der Elefanten. Der Mammutkopf war sehr hoch und besaß einen sogenannten Kranialdom (= Höcker), hinter dem eine Halseinbuchtung lag. Auf dem vorderen Rücken gab es einen Buckel, der möglicherweise als Fettdepot diente. Auch steinzeitliche Schnitzereien wie das Mammut aus Elfenbein aus der Vogelherdhöhle belegen die markante, stark abfallende Rückenlinie.

Screenshot Google-Bildersuche

Wie der Screenshot der Google-Bildersuche vom 10.03.2012 beweist,
zeigen wissenschaftliche Darstellung das Wollhaarmammut mit dem ausgeprägten Kranialdom,
dem Buckel als Fettreserve und den relativ kleinen Ohren.

Zu seinem Namen kam das Wollhaarmammut durch sein Außenfell. Die Haare des Winterfells konnten bis zu 90 Zentimeter lang werden. Das Fell bildete an Bauch und Flanke eine Schürze. Aber auch Rüssel, Schwanz und Ohren waren mit Fell bedeckt, dass diese vor der Kälte schützte. Vermutlich hatten die Tiere einen charakteristischen Pony. Unter dem groben Deckhaar befand sich eine flauschige Fellschicht, deren Haare 40 bis 50 Zentimeter lang waren. Darauf folgte die dichte Unterwolle mit den kürzesten Haaren. Sie wurden nur 10 bis 20 Zentimeter lang. Vermutlich wechselten die Tiere genauso das Fell wie wir das von anderen Säugetierarten kennen. Das macht auch Sinn, da das Sommerfell weniger dicht sein musste als das Winterfell. Funde von den Eisleichen belegen, dass die Fellfarbe der Tiere variierte. Sie reichte von rötlich und gelblich bis bräunlich und schwarz. Die Mehrzahl der Tiere hatten wahrscheinlich ein dunkelbraunes bis schwarzes Fell. Allerdings konnten Forscher belegen, dass es durchaus auch blonde Wollhaarmammuts gab.

Die Haut des Wollhaarmammuts konnte bis zu drei Zentimeter dick werden. An den Fußsohlen war sie sogar noch dicker und erreichte eine Stärke von fünf bis sechs Zentimeter. Die Zehen wurden noch durch dicke Hautpolster isoliert. Die Wärmeisolation eines Wollhaarmammuts war vorzüglich. Unter der Haut befand sich eine 10 Zentimeter dicke Fettschicht. Diese war allerdings auch dringend notwendig, da die Tiere keine Talgdrüsen besaßen. Sie konnten deswegen ihr Fell nicht einfetten und waren so schlechtem Wetter schutzlos ausgeliefert. Sollte es tagelang geregnet haben, so wurde das Wollhaarmammut vermutlich bis auf die Haut durchnässt.
Flapsig könnte man sagen, dass alles, was bei Mammuts in kälteren Regionen abstand, extrem verkürzt bzw. verkleinert war. Der Rüssel des Wollhaarmammuts war als Anpassung an das kalte Klima relativ kurz, dafür aber deutlich dicker und massiver als wir das bei heutigen Elefanten kennen. Am Ende des Rüssels besaßen die Tiere einen Finger sowie einen schaufelförmigen Zipfel. Beide dienten dem Greifen von Nahrung. Auch die kleinen Ohren waren eine Anpassung an das kalte Klima. Sie erreichten lediglich eine Länge von 38 Zentimetern und eine Breite von 18 bis 28 Zentimetern. Und auch der Schwanz erreichte nur eine Länge von 40 Zentimetern. Er besaß am Ansatz einen Hautlappen, der vermutlich als Analklappe diente und ebenfalls unnötige Wärmeverluste verhindern sollte. Das Ende des Schwanzes war mit seiner Quaste aus bis zu 60 Zentimeter langen Haaren vielleicht eine prima Fliegenklatsche.

Perfekt an die Steppe angepasst, konnten die Giganten wahre Methusalems werden.

Schließlich war die Art perfekt an die Steppe angepasst wie der gedrungene Körperbau und die kräftige Gliedmaßen beweisen. Damit konnten die Tiere lange Wanderungen unternehmen. Diese waren nötig, da sie dem Nahrungsangebot hinterherziehen mussten. Als Nahrungsquelle dienten vermutlich Gräser. Die hochkronigen Backenzähne mit den zahlreichen Schmelzfalten sind typisch für auf Gras spezialisierte Pflanzenfresser. Gräser liefern allerdings nicht viele Nährstoffe, sodass die Tiere vermutlich täglich sehr große Mengen in sich hineinschaufeln mussten. Funde in mumifizierten Kadavern deuten darauf hin, dass die Leib und Magenspeise der Tiere verschiedenste Gräser und Moose waren. Aber auch jungen Zweigen von Weiden oder Lärchen waren die Tiere nicht abgeneigt. 
Ein einzelnes Tier musste vermutlich 150 bis 300 Kilogramm Nahrung täglich verspeisen. Die Menge hing sicherlich auch von der jeweiligen Jahreszeit und dem damit verbundenen Nährstoffgehalt zusammen. Diese enormen Mengen sind durch den Mageninhalt, der ein Fassungsvermögen von 290 Kilogramm hatte, belegt. Vermutlich verbrachten die Tiere den Großteil des Tages mit Fressen. Sie mussten allerdings regelmäßig trinken und brauchten ca. 70 bis 90 Liter Wasser pro Tag. Das Wollhaarmammut war dementsprechend von Fluss- und Seeufern abhängig. Nur im Frühjahr bei saftigen Gräsern konnte es sich weiter von den Wasserstellen entfernen, da es dann nicht so viel Wasser benötigte. Die Wanderungsbewegungen der Tiere waren höchstwahrscheinlich sehr saisonabhängig. Und durch die Bindung an die Wasserstellen waren Wollhaarmammuts sehr berechenbar und vermutlich deswegen auch eine beliebte Beute. Spielkarte: Mammut (Versorgung)

Die Individuen der Art konnten ein Alter von 60 bis 65 Jahren erreichen. Wie alle Elefantenarten hatten auch Mammuts einen sogenannten horizontalen Zahnwechsel. Der dritte Backenzahn ist der letzte. Er war ungefähr im Alter von 60 Jahren abgekaut und fiel dann aus. Die alten Tiere konnten danach nicht mehr genügend Nahrung aufnehmen und starben schließlich an Entkräftung.

Vieles spricht dafür, dass auch Mammuts in Familienverbänden zusammenlebten, die vom Matriarchat geprägt waren. Das heißt, dass vermutlich eine erfahrene Kuh die Gruppe leitete. Diese bestand aus bis zu 20 Tieren und wurde aus Weibchen und ihrem Nachwuchs gebildet. Die Bullen dagegen waren Einzelgänger. Zu den Kühen stießen sie immer nur, wenn sie in der Brunft waren. Während heutige Elefanten das ganze Jahr über paarungsbereit sind, war die Paarungszeit bei Wollhaarmammuts vermutlich im Sommer. Nach ca. 22 Monaten Tragzeit kamen die Jungtiere dann im Frühjahr zu Welt. Ein neugeborenes Wollhaarmammut wog ca. 90 Kilo. Während die Weibchen ein Leben lang in der Familienherde blieben, wurden junge Bullen mit 9 bis 12 Jahren aus der Herde vertrieben. Möglicherweise schlossen sich Jungbullen zu eigenen Herden zusammen.

Einst zogen Mammutherden durch die Steppen und Tundren der Eiszeit

Es konnte nachgewiesen werden, dass männliche Mammuts ebenfalls die sogenannte Musth-Drüse besaßen. Diese stieß in einem jährlichen Zyklus Sekrete aus. Während der Musth zeigten die Tiere vermutlich ebenfalls eine erhöhte Aggressivität und ein deutlich ausgeprägtes Dominanz- und Paarungsverhalten.
Ein ausgewachsene Mammut hatte keine Feinde zu fürchten. Allerdings hatten es Raubtiere durchaus auf Jungtiere abgesehen. Ähnlich wie heutige Löwen könnten Höhlenlöwen versucht haben, die Baby-Mammts von der Herde zu trennen, um sie anschließend zu reißen. Viel gefährlicher wurde den Tieren allerdings der moderne Mensch mit seinen hochentwickelten Distanzwaffen. Doch es gab weitere Gefahren, die sehr schnell zum Ende eines Mammuts führen konnten.  Rutschige Hänge, Flüsse mit Hochwasser oder einbrechende Karsthöhlen – all das konnte zu schweren Stürzen und schwerwiegenden Brüchen führen. Auch ein Einsinken in Morast und Eis wurden so manchem Tier zum Verhängnis.

Einige Wissenschaftler vermuten, dass Mammuts ähnlich wie Elefanten um tote Herdenmitglieder getrauert haben könnten und für mehrere Stunden am Sterbeplatz verweilten. Vielleicht versuchten sie auch, tote Artgenossen durch Abdecken mit Zweigen vor Raubtieren zu schützen. Heutige Elefantenherden meiden häufig die Orte, an denen sie ein Herdenmitglied verloren haben. Sollten Mammuts ein ähnliches Verhalten gezeigt haben, so hatte dies sicherlich auch Einfluss auf die Jagdstrategien und das Wanderungsverhalten der frühen Menschen.
Da Mammuts sehr alt wurden, traten auch Krankheiten auf. Relativ häufig waren Backen- sowie Stoßzahnanomalien. Sie traten als Wachstumsstörungen auf. Auch von Parodontitis und Karies blieben die Rüsseltiere nicht verschont. Man fand auch Tiere, die von Krebsgeschwüren an den Zähnen gepeinigt wurden. Knochenerkrankungen traten ebenso auf. Beobachtet wurden Arthritis und sogar das Verwachsen ganzer Abschnitte der Wirbelsäule. An einigen Mammutfunden konnte Osteomyelitis, eine entzündliche Erkrankung des Knochenmarks, nachgewiesen werden. In den letzten Jahrtausenden scheint außerdem eine Tuberkulose-Epidemie in den Herden grassiert zu haben.

Der Mensch machte Jagd auf die Rüsseltiere, verehrte aber gleichzeitig die Giganten und verewigte sie beispielsweise in Höhlenmalereien und durch Schnitzereien

Spielkarte: Mammut aus ElfenbeinDie Geschichte von Mammut und Mensch war wahrscheinlich angespannt. Fakt ist, dass das Wollhaarmammut im späten Pleistozän ein wichtiges Jagdtier des Menschen war. Die Tiere tauchen in zahlreichen Höhlenmalereien auf. Außerdem häufen sich in archäologischen Fundstellen des Aurignacien, Gravettien und Magdalénien die Funde von Mammutknochen. In der Ukraine wurden ganze Mammutknochenhäuser gefunden gefunden, die ein Alter von 15.000 bis 17.000 Jahren haben.

Es gibt viele Thesen zum Aussterben der Urzeitriesen. Eine besagt beispielsweise, dass die Mammuts übermäßig bejagt wurden und deswegen ausstarben. Andere wiederum gehen davon aus, dass die Tiere mit den raschen Klimaveränderungen zum Ende der letzten Eiszeit nicht zurechtkamen. Eine Studie konnte nachweisen, dass die Fruchtbarkeit der Wollhaarmammuts zum Ende hin rapide Abnahm und sie deswegen das Schicksal mit vielen anderen Vertretern der Megafauna teilen. Auch bei Großsäugern in Australien, Eurasien, Amerika und Madagaskar gilt eine geringe Reproduktionsrate als ein wesentlicher Aussterbe-Faktor. Noch ist allerdings unklar, was dafür verantwortlich war. Vermutlich kam eine Menge an Punkten zusammen: Stress durch die Klimaveränderung, mögliche Krankheitsepidemien und eine stärkere Bejagung durch die Jäger und Sammler.

Lange ging man davon aus, dass die Wollhaarmammuts in Europa und Südsibirien vor ca. 12.000 bis 10.000 Jahren ausstarben. Doch neue Funde konnten belegen, dass die Tiere erst vor 8000 v. Chr. komplett aus Nordosteuropa verschwanden. Nur kurzzeitig später starben die letzten Exemplare auf dem nordsibirischen Festland. Eine kleine Population konnte in Ostsibirien auf den Wrangelinsel überleben. Hier starben die letzten Exemplare ihrer Art um das Jahr 2000 v. Chr.
Das Amerikanische Präriemammut starb fast zeitgleich mit dem Wollhaarmammut am Ende der letzten Eiszeit aus. So wie die Mammuts verschwanden, so drang der moderne Mensch in diese Region vor und besiedelte wenig später den Süden des nordamerikanischen Kontinents. Als eine der ersten dauerhaften menschlichen Siedlungen in Nordamerika gilt die Clovis-Kultur.

Dank im Eis konservierter Mammut-Funde aus Sibirien gehört die Art zu den am besten erforschten, ausgestorbenen Tierarten

Aufsehen erregen immer wieder Funde, die in Sibirien gemacht werden. Es wurden bereits sehr gut im Eis konservierte Mammutkörper gefunden. Einige Wissenschaftler hoffen, dass irgendwann ein so gut erhaltenes Exemplar gefunden wird, mit dessen DNA man die Art klonen könnte.
Bei der Entdeckung solcher Kadaver hilft vielfach der Zufall aber manchmal auch eine gute Nase. Werden nämlich Teile des Körpers durch das Auftauen des Permafrostbodens freigelegt, so entsteht ein beißender Moschus- und Verwesungsgeruch, den man kilometerweit wahrnehmen kann. Die Tiere sind so gut erhalten, dass die Kadaver bei nicht rechzeitiger Bergung von Wölfen, Bären und anderen Aasfressern angefressen und dadurch zerstört werden. Neben Haaren und Weichteilen ist zum Teil auch der Mageninhalt konserviert, sodass Rückschlüsse auf die Lebensweise möglich sind. Neben dem langsamen Auftauen des Permafrostbodens durch die globale Erwärmung droht noch die Gefahr, dass Elfenbeinhändler den Wissenschaftlern zuvorkommen und so die wertvollen Funde ebenfalls für immer verloren gehen.

Eines der bekanntesten Mammutfossilien ist Dyma. Dabei handelt es sich um den vollständig erhaltenen Kadaver eines männlichen Wollhaarmammut-Kalbs.
Neben Sibirien gehören als wichtige Fundorte für Mammutüberreste die Teergruben von La Brea in der Nähe von Los Angeles (USA) und die Bechan Cave. Letztere ist eine Höhle, die von Präriemammuts vor 15.000 Jahren genutzt wurde. Wollhaarmammuts konnten aber auch in Deutschland nachgewiesen werden. Ein Fundort ist beispielsweise das Geiseltal in Sachsen-Anhalt.

Wer noch mehr über die gigantischen Rüsseltiere der Eiszeit erfahren und auch ein paar bewegte Bilder sehen möchte, dem seien die beiden nachfolgenden Videos noch ans Herz gelegt. Beide entstanden unter der Regie der BBC und geben einen Einblick in das Leben der Mammuts.

Reihe: Die Erben der Dinosaurier (Walking wih beasts) - Ein Mammutunternehmen

Serie: Prehistoric Park -  Folge: Ein Mammutunternehmen

 


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Quellen:

Aktualisiert ( Freitag, 18. Mai 2012 um 14:47 Uhr )
 

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