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Das Macrauchenia: ein südamerikanischer Pflanzenfresser, dem eine Verwandtschaft mit den Lamas nachgesagt wurde

Das Macrauchenia: ein südamerikanischer Pflanzenfresser, dem eine Verwandtschaft mit den Lamas nachgesagt wurde (Wordle)

(Steinzeit-Lexikon/Tierlexikon). Das Macrauchenia war ein sehr merkwürdiges Tier. Wenn man sein Aussehen mit heute lebenden Tieren beschreiben müsste, so war es eine Mischung aus Pferd, Okapi und Kamel allerdings mit der Rüsselnase der Saiga-Antilopen bzw. Tapire.

Diese Tierart lebte von vor 9 Millionen Jahren (Miozän) bis vor ca. 11.000 Jahren (Pleistozän) in Südamerika. Das Macrauchenia starb mit anderen Tieren der Megafauna zum Ende der letzten Eiszeit aus. Dennoch ist es nicht ausgeschlossen, dass die ersten modernen Menschen, die Südamerika besiedelten, noch diese Tierart kennen lernen durften und vielleicht auch zu stark bejagten.

Das erste Fossil der Tierart wurde 1834 in Port St. Julian in Patagonien (Argentinien) entdeckt. Die Entdeckung erfolgte im Rahmen der Expedition, bei der Charles Darwin mit von der Partie war. Mit Hilfe der HMS Beagle sollten Patagonien und Feuerland vermessen werden.
Das Macrauchenia wurde ebenfalls erstmalig von Richard Owen beschrieben. Er untersuchte einen Wirbel und stellte fest, dass es sich um eine gigantische Kreatur gehandelt haben muss, die Ähnlichkeiten mit einem Lama bzw. Kamel aufwies. Dies ist nicht weiter verwunderlich, denn stammesgeschichtlich sind Lamas und Kamele eng miteinander verwandt. Anfangs ging die die Wissenschaft davon aus, dass die Tiere möglicherweise so massig waren wie ein Mastodon. Allerdings erwies sich der Körperbau deutlich zierlicher und ähnelte eher dem der heutigen Pferde.

Spielkarte: Macrauchenia

H[AGE]-Spielkarte der Steinzeit-Edition:
Macrauchenia ist als Versorgungskarte
mit von der Partie.

Owen nannte den Fund Macauchenia patachonica. Er nahm dabei den griechischen Begriff Μακρος (= groß bzw. lang) und αυχην (= Hals) auf. Außerdem verweist die Endung Auchenia auf die angenommene Verwandtschaft mit den Lamas. Auf Basis dieses und weiterer Funde gründete Charles Darwin seine Theorie über die Entstehung der Arten.
Laut der Philogenie, also der Stammesgeschichte der Organismen, gehörte Machrauchenia zu den sogenannten Litopterna und damit bei den Säugetieren zu den Südamerikanischen Huftieren.

Die Tiere der Gattung erreichten eine Schulterhöhe von 1,80 Meter bis 2 Meter und wurden 3 Meter lang. Sie waren damit in etwa so groß wie heutige Kamele und ähnelten dieser Art wahrscheinlich auch in ihrem Verhalten. Die Beine waren lang und kräftig. Genau wie das Toxodon hatte das Macrauchenia drei Zehen am Huf. Außerdem besaßen die Tiere einen langen Hals. Bei den gefundenen Schädeln schließen die Forscher anhand der Nasenöffnung auf der Schädeloberseite, dass diese Tiere einen kurzen Rüssel besaßen. Wozu er nützlich war, ist bis heute nicht ganz klar. Einige Thesen gehen davon aus, dass er den Nüstern vor Sand und Staub schützte. Mancher Wissenschaftler glaubte gar, dass der Rüssel als Schnorchel genutzt wurde. Doch diese Theorie wurde mittlerweile verworfen.

Das Macrauchenia war sehr anpassungsfähig. Anders als andere südamerikanische Tierarten starb die Art nicht aus, als die mittelamerikanische Landbrücke am Ende des Pliozäns entstand. Die Tiere konnten sich wahrscheinlich auf neu eingewanderte Raubtiere und die Konkurrenz durch andere Huftiere einstellen. Was letztlich zum Aussterben der Art führte, ist noch nicht geklärt.
Was allerdings teilweise bereits rekonstruiert werden konnte, ist die Ernährungsweise. Die Tiere waren Herbivoren. Der Rüssel diente vermutlich dem Rupfen von Blättern. Allerdings haben die Tiere wahrscheinlich auch Gras nicht verschmäht. Die hochkronigen Zähne weisen zumindest darauf hin, dass Macrauchenia auf diese Kost eingestellt war.

Die Tiere bewohnten die Savanne. Wissenschaftliche Darstellung zeigen die Tierart daher mit einem grau-braunen bis gelb-beigen Fell. Damit wären sie in den trockenen Graslandschaften vor Raubtieren gut getarnt gewesen. Um nicht zu oft auf dem Speiseplan von Säbelzahnkatzen zu enden, waren die Tiere vermutlich sehr schnell. Die Form der Fußknöchel und Beine zeigt, dass Macrauchenia zu schnellen und plötzlichen Richtungswechseln fähig war. Mit dieser Strategie konnten sie vermutlich Angreifer abschütteln.

Die meisten Überreste stammen aus den südöstlichen Gebieten, wo sich in Südamerika - insbesondere in Argentinien - die Graslandschaft der Pampa ausbreitet. Es wurden aber auch Funde in Bolivien, Peru und Venezuela gemacht.

In der BBC-Serie "Walking with Beasts" werden auch die Macrauchenias in ihrer natürlichen Umgebung dargestellt. Wer möchte kann sich hier die entsprechende Folge ansehen:

BBC-Serie "Walking with Beasts" in Episone 5 "Saber Tooth" kommen Macrauchenias bei 3 Minuten 25 Sekunden ins Bild.
Im Video sieht man übrigens viel von der südamerikanischen Flora und Fauna im Pleistozän.

 


Das Macrauchenia gehört in die Kategorie: Tier.

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Quellen:

 

Aktualisiert ( Mittwoch, 14. November 2012 um 10:13 Uhr )
 

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