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Steinzeitdiät (Paläo-Diät): Abnehmen mit den Nahrungsmitteln der Steinzeit

Steinzeitdiät (Paläo-Diät): Abnehmen mit den Nahrungsmitteln der Steinzeit (Wordle)

(Steinzeit-Lexikon). Die Steinzeitdiät, die in diversen Zeitschriften auch als Paläo-Diät bezeichnet wird, ist definitiv keine Diät, die bereits von den Frauen in der Steinzeit bewusst praktiziert wurde, weil es gerade „chic“ war. Auf solche Ideen sind die Menschen damals garantiert nicht gekommen. Die ersten Menschen waren sicherlich froh, wenn sie genügend zu essen hatten und werden in solchen Zeiten so viel gegessen haben wie es ging. Auch weil sie genau wussten, dass wieder Zeiten des Nahrungsmangels und des Hungers kommen können.

Die Paläo-Diät ist eine „Erfindung“ der Moderne. Sie basiert auf den Überlegungen, sich an die vermutete Ernährung in der Altsteinzeit anzupassen und so letztlich abzunehmen. Dabei gehen die Befürworter absichtlich in die Zeit vor der Neolithischen Revolution zurück, wo Ackerbau und Viehzucht noch nicht erfunden waren. Die Diät-Tipps basieren also auf den Ernährungsgewohnheiten der Jäger und Sammler, die übrigens noch heute zum Teil von Volksgruppen wie den San, den Inuit oder den Pymäen praktiziert werden.

Experten für die Steinzeit-Diät führen die menschliche Ernährungsevolution als Argument an: So waren wir ca. 100.000 Generationen lang Jäger und Sammler, seit 500 Generationen wird Landwirtschaft betrieben und seit 50 Jahren Fast Food gegessen. Damit wäre der Mensch angeblich aus evolutionsbiologischer und genetischer Sicht gar nicht an die „Zivilisationskost“ angepasst. Deswegen gäbe es die Zivilisationskrankheiten wie Bluthochdruck, Insulinresistenz aber auch die Unverträglichkeiten von Getreide- und Milcheiweiß.

Back to the roots mit der "artgerechten" Ernährung?

Die Devise „Back to the roots“ und damit die Paläo-Diät könnte dem wiederum entgegen wirken. Erlaubt sind demnach alle Nahrungsmittel, die bereits seit Jahrtausenden und Jahrmillionen auf dem Speiseplan der Menschheit stehen: Fleisch (überwiegend von Wildtieren), Fisch, Schalentiere, Eier, Obst (auch getrocknet), Gemüse, Kräuter, Pilze, Nüsse, Esskastanien und Honig. Vermieden werden sollten Milch bzw. Milchprodukte und Getreide. Brot ist nicht damit nicht erlaubt, genauso wenig wie industriell verarbeitete Lebensmittel. Dazu zählen beispielsweise Zucker, alkoholische Getränke und selbstverständlich Fertiggerichte. Denn es gab ja in der Steinzeit weder eine Mikrowelle, noch einen Dosenöffner, geschweige denn einen McDonalds mit Drive in. Die Benutzung von Ölen (z. B. aus Oliven, Erdnüssen oder Mais) ist unter den Anhängern der Steinzeitdiät zum Teil sehr umstritten. Als Getränke sind nur Wasser und Tee zugelassen.

In anderen Kulturkreisen als dem Westlichen wird der Diät-Speiseplan noch mit Insekten, Larven und Würmern angereichert, da diese bei unseren frühen Vorfahren sicherlich eine Proteinquelle waren und noch heute von vielen Ethnien gegessen werden.
Ein weiterer, - zumindest für normale Mitteleuropäer etwas seltsam anmutender - Auswuchs der Paläodiät ist der Verzehr von rohem Fleisch. Knallharte Anhänger der Steinzeit-Diät verzichten nämlich auf das Braten bzw. Kochen von Fleisch.

Wenig Kohlenhydrate dafür viel Eiweiß

Die Steinzeit-Diät, die oftmals gerne auch als „artgerechte Ernährung“ bezeichnet wird, funktioniert im Grunde genommen nach dem Low-Carb-Prinzip. Es handelt sich dabei also tendenziell um eine kohlenhydratreduzierte Ernährungsweise. Anders als bei anderen Diäten sind bei der Paläo-Diät allerdings unbegrenzte Mengen an natürlichen, sehr zuckerhaltigen Lebensmitteln wie getrockneten Datteln, Feigen oder Honig erlaubt.

Prinzipiell ist die Rückbesinnung auf naturbelassene Lebensmitteln, eine frische Küche und der Verzicht auf zusätzliche Aroma- und Konservierungsstoffen sowie die Einschränkung der Verwendung von Salz zu begrüßen. Doch müssen die Anhänger dieser Paläo-Diät sehr aufpassen, dass es wegen der Einseitigkeit nicht zu Mangelerscheinungen kommt. Die hohe Zufuhr von Eiweiß begünstigt beispielsweise die Entstehung von Arteriosklerose. Wissenschaftliche Beweise für die Wirkung der Steinzeit-Diät gibt es übrigens nicht. Die geringeren Gewichtsprobleme unserer Altvorderen sind eher darauf zurückzuführen, dass sich die Jäger und Sammler einfach mehr bewegt haben als wir Großstadt-Cowboys und Couch-Indianer. Auch das diese Ernährung ein längeres Leben verspricht, ist nicht haltbar. In der Steinzeit betrug die durchschnittliche Lebenserwartung nur etwa 22 bis 25 Jahre.

Wer sich von all dem jetzt nicht abschrecken lässt ;o) und diese Diät einmal ausprobieren möchte, der findet unter paleofood.com einige Rezepte.

 


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Quellen:

Aktualisiert ( Donnerstag, 22. März 2012 um 20:16 Uhr )
 

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