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Iglu: Das Schneehaus ist die Problem-Lösung für den Bau einer Unterkunft in kalten, schneereichen Gegenden

Iglu: Das Schneehaus ist die Problem-Lösung für den Bau einer Unterkunft in kalten, schneereichen Gegenden (Wordle)

(Steinzeit-Lexikon). Als Iglu bezeichnet man ein Schneehaus. Der Begriff Iglu stammt von dem Inuktitut-Wort „Illu“ ab. Es bedeutet allgemein Wohnung. Damit ist neben dem Schneehaus eigentlich auch das Qarmaq (= Grassodenhütte), ein Zelt oder ähnliches gemeint. Bis in die 1950er Jahre nutzten die Inuit Iglus als Wohnungen. Mittlerweile hat das Iglu im Alltag ausgedient. Es ist nur noch eine Touristenattraktion bzw. wird als schnell verfügbare Schutzhütte errichtet.

Aus diesem Grund steht an manchen Schulen noch immer der Iglu-Bau auf dem Stundenplan. Die Inuit-Kinder lernen da z. B. dass die Geländebeurteilung seit Urzeit maßgeblich zum erfolgreichen Iglu-Bau beiträgt. Es macht nämlich wenig Sinn, das Iglu in einer Mulde zu errichten. Dort hinein strömt die kalte Luft der Umgebung und es entsteht ein sogenannter Kältesee. Viel besser ist es, das Iglu an einem Hang zu bauen. Hier ist meistens auch ausreichend Schnee als Baumaterial vorhanden, das sich hangabwärts viel leichter transportieren lässt als bergaufwärts. Außerdem lässt sich durch die Hangneigung besser die Eingangsoberkante anlegen. Diese sollte immer unterhalb der Liegefläche liegen. Da kalte Luft nach unten sinkt, kann so die Kälte einfach abfließen und im Iglu bleibt es wärmer.

Ähnlich wie bei einem richtigen Haus, gibt es verschiedene Techniken wie ein Iglu errichtet werden kann. So kennen die Inuit die Massivbauweise, die Spiralbauweise, den Schalungsbau oder einfach das Aushöhlen eines Schneehaufens. An dieser Stelle soll nur kurz die Massivbauweise vorgestellt werden.
Man benötigt Schneeblöcke, damit das Iglu stabil wird. Diese Blöcke werden mit Hilfe eines Schneemessers oder einer Schneesäge aus der Schneedecke ausgeschnitten. Idealerweise befindet sich der „Schneebruch“ in unmittelbarer Nähe zum eigentlichen Bauplatz. Die Schneeblöcke haben in etwa die Maße von 40 cm Höhe, 60 cm Breite und 50 cm Tiefe. Sie wiegen um die 40 kg. Für ein Iglu mit einem Durchmesser von ca. 2 Metern benötigt man in etwa 50 Schneeblöcke.
Nach dem ersten Ausschneiden werden die Schneeblöcke noch abgeschrägt, damit die Ringe nach oben hin enger werden und eine Kuppel ausgebildet werden kann. Als Baumaterial benötigt man hierbei eine ganz bestimmte Schneeart. Man spricht in diesem Zusammenhang von „windgepacktem Schnee“. Deshalb können Iglus nicht zu jeder Zeit errichtet werden oder der Schnee muss zuvor künstlich verdichtet werden.

Schnee ist ein guter Wärmeisolator. Deswegen kann es in Iglus im Vergleich zur Außentemperaturen doch recht behaglich werden.

Spielkarte: IgluSind die Vorbereitungsarbeiten abgeschlossen, so werden die Schneeblöcke nacheinander aufgestapelt. Die dabei entstehende Spirale verjüngt sich nach oben, da die Blöcke mit dem Schneemesser passgenau zugeschnitten werden. Der letzte Block schließt dann die Kuppel. Um Licht in das Iglu zu bringen, können ein oder zwei Fenster aus blanken Eisplatten eingesetzt werden. Das Eisglas kann beispielsweise aus einem nahen See stammen. Ist das Iglu soweit fertig gestellt, muss noch der Eingangsbereich gegraben werden. Er dient wie bereits angedeutet als Wind- und Kältefang. Auch er wird mit Schneeblöcken überwölbt. Nun kann der Innenausbau beginnen. Dazu werden noch vorhandene Fugen abgedichtet und die Wände geglättet. Die Glättung ist notwendig, damit eventuell auftretendes Schmelzwasser innen die Wand hinabfließen kann und nirgendswo einfach heruntertropft. Nun können noch Nischen und Podeste ausgebildet werden. Kleine Skulpturen runden die „Dekoration“ bei Iglus mit großem Innenraum ab. Früher wurden in Iglu-Dörfern mehre Iglus durch Gänge miteinander verbunden. Die einzelnen Gebäude aus Schnee hatten dann unterschiedliche Aufgaben und dienten als Schlaf-, Aufenthalts- oder Essraum.

Im Iglu-Inneren herrschen für arktische Verhältnisse durchaus angenehme Temperaturen. Schnee ist bekanntlich ein guter Wärmeisolator. Die Temperaturen pegeln sich um den Gefrierpunkt ein. Bei den Schlafplätzen, die in der Regel höher liegen, werden sogar Plusgrade erreicht. Beim Vergleich mit den Außentemperaturen im arktischen Winter sind Unterschiede von bis zu 50° C möglich. Geheizt wird mit der menschlichen Körperwärme. Mehr wie +5° C sollten es dann auch nicht werden, da sonst der Schnee schmilzt und die Bewohner durchnässen.

Auch wenn von den steinzeitlichen Iglus keine Überreste erhalten geblieben sind, ist dennoch davon auszugehen, dass sie errichtet wurden. Somit zählen die Schneehäuser neben Hütten, Zelten und Wohnhöhlen mit zu den ältesten und einfachsten Behausungen der Menschheit.
Vor allem in den steinzeitlichen Tundren und Steppen war Baumaterial für andere Behausungen wie etwa Holzhütten sehr knapp. Iglus sind relativ schnell errichtet, so dass man den großen Herden hinterherziehen konnte und immer noch ein Dach über dem Kopf hatte. Und selbst wenn die Jäger und Sammler in der Steinzeit andere Wohnquartiere bevorzugten, werden sie ein Iglu als Notbiwak zu schätzen gewusst haben, wenn sie bei der Jagd von einem Wetterumschwung oder Blizzard überrascht wurden. Denn anders als ein Zelt bietet ein Iglu auch bei Sturm einen behaglichen Schutzraum.


Das Iglu gehört in die Kategorie: Unterkunft.

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Quellen:

 

Aktualisiert ( Samstag, 10. März 2012 um 12:19 Uhr )
 

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