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Ida (Darwinius masillae): Primaten-Fossil aus der Grube Messel wird zum Medien-Star

Ida (Darwinius masillae): Primaten-Fossil aus der Grube Messel wird zum Medien-Star (Wordle)

(Steinzeit-Lexikon). Ida wurde ein Fossil der Primatengattung Darwinius masillae getauft. Die Überreste des urtümlichen Affens sind rund 47 Millionen Jahre alt und wurden in der Grube Messel (Darmstadt/Deutschland) entdeckt.

Das Fossil ist durch die besonderen Umstände in der Grube Messel einer der vollständigsten je gemachten Funde eines Primatenfossils. Die Bedeutung des Fossils für die Nachzeichnung der menschlichen Evolution ist umstritten. Fest steht jedoch, dass es sich bei Ida weder um einen unmittelbaren Menschenvorfahren noch um einen sogenannten Missing-Link handelt. Dennoch war der Fund von Ida eine kleine Sensation.

Ida hat eine Gesamtlänge von 58 Zentimetern von der Nasen- bis zur Schwanzspitze. Bei dem verstorbenen Individuum handelte es sich um ein Jungtier, da die bleibenden Zähne gerade erst durchgebrochen waren. Zum Teil sind auch noch Milchzähne vorhanden.
Es ist daher davon auszugehen, dass ausgewachsene Exemplare von Darwinius masillae größer geworden sein können. Die Kopf-Rumpf-Länge von Ida beträgt 24 Zentimeter. Damit machte der Schwanz mehr als die Hälfte der Körperlänge aus. Ausgewachsene Tiere werden auf ein Körpergewicht zwischen 0,7 bis 1,7 Kilogramm geschätzt.

Ida wurde als Fossil in der Grube Messel entdeckt und als achtes Weltwunder bezeichnet

Die Schnauze des Primaten war kurz und der Unterkiefer kräftig. Ida hatte relativ große Augen, was für eine Nachtaktivität spricht. Die Ohrmuscheln sind lediglich als Hautschatten erhalten geblieben. Sie sind eher klein. Der Schädel war voluminös, was auf ein vergleichsweise großes Gehirn hindeutet. Die Anzahl der Wirbel setzt sich wie folgt zusammen: 7 Hals-, 11 Brust-, 7 Lenden-, 3 Kreuz- und 31 Schwanzwirbel.
Idas Hände waren kräftig und hatten fünf Finger. Wie bei den meisten heutigen Primaten besitzt das Fossil ebenso Fingernägel. Der Daumen war klein und kurz. Er konnte aber den anderen Fingern gegenüber gestellt werden und sorgte so für einen sicheren Griff im Geäst. Auch die Füße waren groß und die erste Zehe verlängert und ebenfalls opponierbar. Anders als heutige Feuchtnasenprimaten besaß Ida keine Putzkralle.

Vieles an Ida spricht dafür, dass es sich bei dieser Art um Baumbewohner handelte, die sich auf allen vier Gliedmaßen im Geäst fortbewegten. Vermutlich konnten die Tiere nicht sonderlich weit springen. Die Analyse der Zähne und Überreste im Verdauungstrakt ergab eine ausschließliche Ernährung von Früchten, Samen und Blättern. Es gibt keinerlei Anzeichen für die Aufnahme von tierischen Eiweißen. Vermutlich ähnelte diese Primatenart am ehesten den Lemuren, die als Halbaffen auf Madagaskar leben.
Nach ihrem Tod im See versank Ida innerhalb kürzester Zeit sehr tief. Das dort herrschende sauerstofffreie Milieu ist für den außerordentlich guten Erhaltungszustand verantwortlich. Warum Ida starb, bleibt ungewiss. Möglicherweise war sie von Kohlendioxid-Dämpfen betäubt . Es finden sich jedoch keinerlei Bissspuren, die auf einen gewaltsamen Tod durch einen Fressfeind oder auf Aasfresser hindeuten.

Der wissenschaftliche Name Darwinius soll Cahrles Darwin, den Begründer der Evolutionstheorie ehren

Der wissenschaftliche Name der Gattung Darwinius ehrt den berühmten Naturforscher Charles Darwin. Im Jahr seines 200. Geburtstages wurde diese Gattung erstmalig beschrieben. Die Typusart masillae geht auf den Namen des Fundortes zurück. Im mittelalterlichen Lorscher Codex wurde Messel als Masillae bezeichnet. 
Ida gilt als achtes Weltwunder. Allerdings war die Fundgeschichte zunächst wenig spektakulär. Das Fossil wurde 1983 von einem Hobby-Paläontologen entdeckt und kam zunächst in den Besitz eines privaten Sammlers. Dieser verkannte den Wert der Ölschieferplatte aus Messel mit dem Abdruck eines Primaten. Später kam die A-Platte des Fossils in den Besitz eines Händlers. Die A-Platte ist Träger des größten Teils der Knochen. Der Händler verkaufte die A-Platte 2007 für 750.000 Dollar an das Naturhistorische Museum der Universität Oslo (Norwegen). Dort wurde es vom Paläontologen Jørn H. Hurum genauestens untersucht. Die B-Platte ist der Negativ-Abdruck des Fossils. Sie befindet sich heute in einem privaten Museum in Wyoming (USA).

Seinen Namen "Ida" verdankt das Fossil der Tochter des Wissenschaftlers Jørn H. Hurum. Sie hieß Ida und so nannte er das Fossil ebenso, da bei den Überresten kein Penisknochen gefunden wurde. Die Forscher schlossen aus dem Umstand, dass hier ein Weibchen versteinert war.
Außerdem ist Ida einprägsamer als die Inventar-Nummer PMO 214.214. Damit war eine wesentliche Grundlage für den Medienhype gelegt, den die Veröffentlichung der Untersuchungsergebnisse lostrat.

 


Ida gehört in die Kategorie Fossil - genauso wie auch den Jungen vom Turkana-See, das Kind von Taung, Mrs./Mr. Ples, Lucy, Ötzi oder Ardy

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Quellen:

Aktualisiert ( Samstag, 14. April 2012 um 20:37 Uhr )
 

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