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Gondwana: Einst Teil des Superkontinents Pangaea

Gondwana: Einst Teil des Superkontinents Pangaea (Wordle)

(Steinzeit-Lexikon). Gondwana war einst ein Großkontinent, der während der Erdgeschichte auf der Südhalbkugel existierte. Während des Perms (vor 300 Millionen bis 251 Millionen Jahren) hatte Gondwanaland eine Ausdehnung von 73 Millionen Quadratkilometern. Im Vergleich dazu beträgt die komplette Oberfläche der Erdkugel 510 Millionen Quadratkilometer. Die aktuelle Landfläche, d. h. alle Kontinente und Inseln zusammen, macht davon nur rund 30 % aus.

Geologen können rekonstruieren, dass in der Vergangenheit Gondwana zusammen mit dem nördlicher gelegenen Laurasia einen Superkontinent bildete:

  • Rodinia entstand vor ca. 1 Milliarde Jahren.
  • Pangaea entstand vor ca. 300 Millionen Jahren.

Aus der Landmasse Gondwana bildeten sich später die Kontinente Südamerika, Afrika, Antarktika, Australien, Madagaskar und Indien.

Die Entwicklung zum Großkontinent begann im Präkambrium – also der Erdfrühzeit. Damals kollidierten Ost- und Westgondwana mit Bruchstücken von Rodinia. Diese tektonische Entwicklung nennen Fachleute panafrikanische Orogenese. Sie vollzog sich vor ca. 600 Millionen Jahren. Zunächst lag Gondwana sehr lange im Gebiet des heutigen Südpols. Im Laufe der Zeit drifteten die Landmassen im Zuge der Plattentektonik allerdings nach Norden und stießen im frühen Karbon (vor ca. 360 Millionen Jahren) mit dem damaligen nordamerikanisch-skandinavischen Kontinent Laurasia zusammen. Fortan bildeten die Landmassen den Superkontinent Pangaea. Zwischen Laurasia (Nordkontinente) und Gondwana (Südkontinente) erstreckte sich damals das Tethys-Meer.

Gondwana und Laurasia bildeten den Superkontinent Pangaea

Mit Nordamerika war Gondwana bis in den Jura vor ca. 180 Millionen Jahre verbunden. Danach begann der Großkontinent zu zerbrechen. Zunächst bildete sich eine Bruchlinie zwischen Afrika und Madagaskar und als letzten die zwischen Australien und der Antarktis.

Nachdem Gondwana als Bruchstück Pangeas auseinander gebrochen war, prallte Afrika im Zuge der Kontinentaldrift vor. ca. 100 Millionen Jahren auf Europa. Diese Kollision der Kontinentalplatten ließ die Alpen entstehen. In Asien passierte ähnliches. Indien kollidierte mit dem asiatischen Kontinent, sodass sich das höchste Gebirge der Erde – der Himalaya – auffaltete. Fachleute sprechen bei diesen beiden Ereignissen, die die Oberfläche unseres Planeten sehr stark prägten, von der alpidischen Orogenese.

Nach dem Auseinanderbrechen Gondwanas entstanden die heutigen Kontinente

Der Name Gondwana selbst geht auf den österreichischen Geologen Eduard Suess zurück. Er schlug diesen Namen für den Urkontinent vor. Der Name stammt aus der zentralindischen Region Gondwana und bedeutet im Sanskrit „Land der Gonds“.

In der Biogeographie wird das Adjektiv gondwana-verteilt verwendet. Damit beschreiben Wissenschaftler das Verteilungsmuster von Organismen, die in zwei oder mehr mittlerweile räumlich getrennten Regionen vorkommen, die aber einst ein Teil Gondwanas waren. Dazu gehört z. B. die Familie der Silberbaumgewächse. Sie kommen im südlichen Südamerika, in Südafrika und in Australien vor. Ein solches Verteilungsmuster ist nur mit dem Auseinanderbrechen des Superkontinents erklärbar.

Mittlerweile lassen einige Attraktionen, Zoos und Museen Gondwana mit seiner Flora und Fauna wieder auferstehen. Dazu zählt beispielsweise Gondwana – das Prähistorium in Schiffweiler in der Nähe von Saarbrücken sowie das Gondwana-Land des Zoos Leipzig.

 


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Quellen:

Aktualisiert ( Mittwoch, 18. Juli 2012 um 08:31 Uhr )
 

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