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Glyptodon: Riesengürteltiere aus Südamerika

Glyptodon: Riesengürteltiere in Südamerika (Wordle)

(Steinzeit-Lexikon/Tierlexikon). Das Glyptodon gehörte zur Gattung der Säugetiere. Sie lebten in einem Zeitraum von mehreren hunderttausend Jahren während des Pleistozäns in Südamerika und starben erst vor ca. 12.000 Jahren aus. Sie gehören allerdings zur Gattung der Gepanzerten Nebengelenktiere, von denen heute als einziger Vertreter nur noch das Gürteltier lebt. Diese Gattung heißt mit lateinischem Namen Xenarthra und entwickelte sich vor rund 60 Millionen Jahren in Südamerika. Erstmalig beschrieben wurde ein Glyptodon und damit ein Exemplar der Xenarthra ebenfalls von Richard Owen im Jahre 1839. Dieser hatte besipielsweise schon das Macrauchenia, Toxodon oder Palorchestes als Erster bestimmt.

Das Glyptodon war einer der größten Vertreter innerhalb der Familie der Glyptodontidae. Sie besaßen einen kuppelförmigen Rückenpanzer und ähnelten damit in gewisser Weise Riesenschildkröten. Der Rückenpanzer bestand aus vieleckigen Hautverknöcherungen. Diese konnten bis zu 2,5 Zentimeter dick werden. Einige Vertreter der Art hatten als einen gegliederten Schwanzpanzer, der aus beweglichen Ringen bestand. Andere Unterarten wie z. B. Panochthus oder Doedicurus besaßen nur eine starre Röhre als Schwanzende. Allerdings wusste sich Doedicurus zu wehren. Am Ende des Schwanzes besaß er eine knöcherne Keule, die er ähnlich wie auch der Ankylosaurus zur Verteidigung einsetzen konnte. Man vermutet allerdings, dass Doedicurus seines Schwanz nicht gezielt als Waffen zu schwingen vermochte, denn die Tiere besaßen ein eingeschränktes Blickfeld. Wurde ein Angreifer wie z. B. ein Smilodon von der Dornen-Keule getroffen, so gab es vermutlich schlimme Verletzungen. Wissenschaftler gehen allerdings davon aus, dass sich Doedicurus vermutlich eine weitere Verteidigungsstrategie besaß, die auch heute noch von den Gürteltieren praktiziert wird: Ähnlich wie ein Igel kugeln sich zusammen und „sitzen“ so den Angriff einfach aus.Spielkarte: Glyptodon

Doedicurus besaß einen dornenbewährten Schwanz ähnlich wie einst der Ankylosaurus

Vermutlich wurden mit dem Keulenschwanz die Rangordnungsverhältnisse zwischen Doedicurus-Männchen geklärt. Kam es zu Auseinandersetzungen, so stellten sich die Männchen nebeneinander auf. Sie schlugen mit ihren dornbewährten Schwänzen solange aufeinander ein, bis einer der Kontrahenten aufgab. Möglicherweise dauerten die Kämpfe mehrere Stunden. Dennoch gab es wohl kaum größere Blessuren als leicht eingedellte Panzer oder einen abgebrochenen Dorn.

Ein Glyptodon konnte bis zu 1400 Kilogramm schwer werden und eine Größe von mehr als drei Metern erreichen. Es hatte damit in etwa die Größe eines heutigen Spitzmaulnashorns. Manche Wissenschaftler stellen auch einen anderen Vergleich an, damit man sich eher die Statur und Masse eines ausgewachsenen Glyptodons vorstellen kann. Sie nutzen dazu den VW Beetle und in der Tat gibt es zwischen dieser Gattung und dem Modell aus den Volkswagen-Konzern viele Ähnlichkeiten in punkto: Höhe, Länge und Schwere.

Screenshot Google-Bildersuche

Wie der Screenshot der Google Bildersuche vom 10.03.2012 beweist, zeigen wissenschaftliche Darstellungen bzw. fossile Überreste die Ähnlichkeit der Panzer-Form mit der von heutigen Landschildkröten.

 

Führte intensive Bejagung zum Aussterben der Glyptodons?

Im späten Pleistozän, dem sogenannten Jungpleistozän, gab es in Südamerika viele Glyptodons. Sie waren vermutlich Einzelgänger, die nur in der Paarungszeit zusammentrafen.
Die Gattung starb erst zum Ende der Eiszeit aus. Die letzten Vertreter der Riesengürteltiere konnten sich bis vor ca. 12.000 Jahre in Brasilien halten. Damit müssen auch die frühen Bewohner Südamerikas noch auf die Tiere getroffen sein. Ob eine intensive Bejagung der behäbigen Tiere einen Beitrag zum Aussterben leistete, wird in der Wissenschaft zwar vielfach diskutiert. Die Theorie ist allerdings noch nicht bewiesen. Es gibt allerdings Hinweise, dass die frühen und Jäger und Sammler auf dem Kontinent die Glyptodonten-Panzer als Schutzhütte gegen Regen und Schnee genutzt haben und somit die Tiere nicht nur wegen ihres Fleisches bejagt worden sein könnten.

Glyptodonten waren Pflanzenfresser, die sich vermutlich sehr stark auf Gras spezialisiert hatten. Sie waren typische Bewohner der Savanne. Trotz ihrer Größe waren die Tiere nicht vor Raubtieren sicher. Aus Florida (USA) stammende Funde belegen, dass zumindest nicht ausgewachsene Tiere auf dem Speiseplan von Jaguaren standen. Vermutlich wurden die Riesengürteltiere mit gezielten Bissen in den Schädel getötet. Dieser war im Vergleich zum restlichen Körper relativ schlecht geschützt und damit die Schwachstelle eines jeden Glyptodons.

Wer einen kleinen Eindruck von dem Leben der Tiere haben möchte, dem sei eine Folge aus der BBC-Reihe "Walking with Beasts" ans Herz gelegt:

Im Video ist Doedicurus in seiner natürlichen Umgebung in Südamerika zu sehen.

 


Das Glyptodon gehört zur Kategorie: Tier.

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Quellen:

 

Aktualisiert ( Mittwoch, 13. Juni 2012 um 22:06 Uhr )
 

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