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Feuer: Wie der Mensch in der Steinzeit das Feuermachen erfand

Feuer: Wie der Mensch in der Steinzeit das Feuermachen erfand (Wordle)

(Steinzeit-Lexikon). Auf die Frage: „Wie kam das Feuer eigentlich zu den Menschen“ gibt es viele Sagen und Legenden aber auch so manche Theorie. Beispielsweise soll der griechische Gott Prometheus, den Menschen das Feuer gebracht haben. Auch könnten Blitze oder Vulkanausbrüche Brände entfacht haben, wodurch die Menschheit dann den Umgang mit dem Feuer erlernte. Eine weitere Möglichkeit ist so genannter Schwefelkies. Doch alles immer schön der Reihe nach!
Feuer ist zunächst nur eine chemische Reaktion, wenn drei Dinge zusammen kommen: Brennstoff, Hitze und Sauerstoff. Fehlt eine der drei „Zutaten“ so gibt es auch keine Flamme, die wiederum wärmt und Licht spendet.

Die griechische Göttersage: Prometheus brachte das Feuer zu den Menschen

Die bekannteste Sage rund um die Entstehung des Feuers ist wohl die des griechischen Gottes Prometheus. Prometheus war ein Bruder von Zeus, den die Griechen als Göttervater verehrten und der auf dem Olymp (Griechenland) wohnte. Prometheus selbst war ein ziemlich raffinierter Gott, dem es sogar gelang, andere Götter zu täuschen. Doch dem Glauben der Griechen nach, verdanken die Menschen Prometheus ihre Existenz.
Denn er war es, der nach der Erschaffung der Erde als erster handelte. Da auf der jungen Erde keine Geschöpfe existierten, die die Natur hätten bewundern können, kam er auf die Idee, welche zu erschaffen. Dafür nahm er Ton und formte daraus die ersten Menschen. Die Göttin Athene, die für die Weisheit stand, hauchte den Menschen Leben ein. Nun konnte sich Prometheus abermals ans Werk machen und die Menschen unterrichten. Er brachte ihnen bei, Häuser zu erbauen, Heilkräuter zu nutzen und er lehrte sie die Kunst des Schreibens, Rechnens und des Malens bzw. der Bildhauerei.  Doch dieses Engagement war den anderen Göttern ein Dorn im Auge und so kam es zum Streit zwischen ihnen und Prometheus. Der große Rat der Götter beschloss daraufhin, dass den Menschen der Umgang mit dem Feuer verwehrt bleiben soll. Doch gegen diesen Beschluss widersetzte sich Prometheus. Er nahm den Stängel eines Riesenfenchels, entzündete ihn an der Sonne und brachte dieses Feuer auf die Erde zu den Menschen.

Für sein Fehlverhalten wurde der Gott des Feuers hart bestraft. Auf Zeus Befehl hin fesselte man Prometheus an einen Felsen. Jeden Tag hackte ihm ein Adler die Leber aus, die des nachts wieder nachwuchs, sodass das schaurige Schauspiel jeden Tag von vorne beginnen konnte.
Normalerweise wäre Prometheus in diesem Schicksal bis in alle Ewigkeit gefangen gewesen. Doch er wurde nach 30 Jahren von Herakles (der heute eher unter seinem römischen Namen Herkules bekannt ist) gerettet. Dieser antike Held war immerhin ein Halbgott.

Die Götter bestraften allerdings auch die Menschen. So wurde die verlockende Frau Pandora mit einem Gefäß auf die Erde entsandt. Die Menschen ließen sich von ihrer bezaubernden Schönheit blenden und nahmen das Geschenk an. Doch in dem Gefäß waren all jene Krankheiten und Übel, die die Menschheit seit jeher quälen.
Dies ist der Versuch, in aller Kürze die griechische Sage von Prometheus und dem Feuer wiederzugeben. Doch die Legende hat mit der tatsächlichen Geschichte rund um die Nutzung des Feuers durch den Menschen nichts zu tun. Sie zeigt lediglich auf, dass schon die alten Griechen und bestimmt auch die Menschen vor den Griechen die herausragende Bedeutung des Feuers kannten. Immerhin war ihnen das Feuer so wichtig, dass es alle Leiden und Krankheiten aus der Büchse der Pandora aufwog.

Feuer

Noch heute wird mit dem Brauch der Osterfeuer an einen Sonnenkult erinnert.
Die Ursprünge des Osterfestes gehen auf ein Fest der Auferstehung zurück.
Das Feuer symbolisierte dabei die Sonne als Lichtspenderin und Quelle der Fruchtbarkeit.

Übrigens ähneln sich auf der ganzen Welt die Sagen und Legenden von der Macht des Feuers. Überall wurde es verehrt als Lebensspender. Die Menschen zollten dem Element großen Respekt. Fast immer wurde es entweder von den Göttern gestohlen oder die Götter brachten es den Menschen als Geschenk.

Wer war der erste Mensch, der das Feuer zähmte?

Die wissenschaftlich gesicherte Geschichte zur Entdeckung des Feuers stellt sich wie folgt dar: Seit Anbeginn der Erde hat es schon immer Feuer gegeben. Diese wurden beispielsweise durch Vulkanausbrüche und Blitze entfacht. Busch- oder Waldbrände waren garantiert eine ernsthafte Bedrohung für die ersten Urmenschen. Sie nahmen es daher zunächst als zerstörerische Naturgewalt war. Unsere nächsten Verwandten die Primaten haben Angst vor dem Feuer. Doch irgendwann müssen unsere Vorfahren gelernt haben, das Feuer zu bändigen und letztlich für sich zu Nutzen. Feuer bot Schutz vor gefährlichen Tieren. Es wärmte in kalten Nächten. Half bei der Herstellung von Jagdwaffen und machte manche Lebensmittel erst genießbar. Der Rauch half außerdem bei der Konservierung von Speisen. Es schützte ganz nebenbei sogar noch vor gefährlichen Krankheiten, denn der Rauch verscheucht auch lästige Insekten wie Mücken und Moskitos. Diese haben dann keine Gelegenheit mehr Krankheiten wie Malaria zu übertragen.

An dieser Stelle kommt die Frage auf: Welche Menschen in der Steinzeit hatten diese geniale Idee, dass das Feuer nicht nur Gefahr bedeutet, sondern auch nutzen bringt?

Dazu muss man weit in der Geschichte zurückreisen. Die Steinzeit beginnt vor ca. 2,5 Millionen Jahren als die ersten Urmenschen sich in Afrika entwickelten. Sie werden bereits der Gattung Homo zugeordnet. Der Gattungsname bedeutet aus dem Lateinischen übersetzt nichts anderes als Mensch. Diese frühen Menschen lebten vermutlich zuerst in Ostafrika. Hier fanden sie die Bedingungen, sich im Eiszeitalter durchzuschlagen. Der Name Steinzeit rührt daher, dass diese Menschen bereits Steinwerkzeuge nutzten. Sie kannten aber noch nicht das Feuer.

Steinzeitliche Feuerstellen

Umstrittene Feuerstellen von Australopithecinen (vor 4 bis 1,5 Millionen Jahren) und Homo habilis (vor 2,5 bis 2 Millionen Jahren) sind Koobi Fora im Nordwesten des Turkana Sees (Kenia), Swartkrans (Südafrika), Yuanmou und Gongwangling (beides China) und Pandalja 1 bei Pula (Kroatien).

Eine gesicherte Fundstelle dagegen ist Gesher Benot Ya'aqov im Norden Israels. Sie wird Homo erectus zugeschrieben und ist ca. 790.000 Jahre alt.

Einige Forscher gehen davon aus, dass ab ca. 600.000 vor heute die Besiedelung des nordalpinen Europas durch den späten Homo erectus, der von den Wissenschaftlern auch als Homo heidelbergensis bezeichnet wird, nur mit Hilfe der Nutzbarmachung des Feuers möglich war.

Umstritten ist aber nach wie vor der Fundplatz in Bilzingsleben. An dieser Stelle kamen die Wissenschaftler zunächst zu dem Schluss, dass hier einst Holzkohlefeuer gebrannt haben müssen. Vermutlich handelt es sich hierbei allerdings nur um verkohlte und umgelagerte Treibholzstücke.

Wiederum gesichert jedoch sind die Funde aus dem niedersächsischen Schöningen (Deutschland). Hier wurden Feuerstellen gefunden, die rund 400.000 Jahre alt sind. Im Umfeld der Schöninger Speere wurde auch ein Bratspieß entdeckt. Dem Schnitzer des Spießes trauen die Wissenschaftler sogar zu, dass er den Fichtenholzstab bewusst im Feuer härtete.

Unter Wissenschaftlern wird noch heute gestritten, wann genau der in der Evolution des Menschen der so wichtige Entwicklungsschritt passierte. Bisherige Funde deuten darauf hin, dass es der Homo erectus war. Er tauchte erstmalig vor 1,8 Millionen Jahren auf. Der Homo erectus konnte allerdings noch nicht selbst das Feuer entzünden. Er war damit auf natürliche Feuerquellen angewiesen und musste höllisch aufpassen, dass ihm das Lagerfeuer niemals ausging. Die Bewachung des Feuers war eine wichtige Aufgabe, denn es gab damals weder Streichhölzer noch Feuerzeuge.

Doch für Homo erectus und all jene, die nach ihm kamen, machte das Feuer vieles leichter. Nun konnten die Menschen der Steinzeit Nahrung kochen. Später entdeckten sie auch, dass man aus Ton geformte Gefäße fest bekommt, in dem man den Ton mit Hilfe von großer Hitze brennt.

Doch zunächst brachte das durch das Kochen und Backen verbreiterte Speiseangebot wichtige Überlebensvorteile. Die Menschen bemerkten nämlich, dass manche Wurzeln erst essbar werden, wenn man sie kocht. Die Speisen wurden dadurch bekömmlicher und konnten leichter verdaut werden. Das bedeutete nicht nur weniger Magenschmerzen und Durchfall sondern auch, dass Magen und Darm mehr Energie durch das Essen aufnehmen konnten. Dieser Umstand kam besonders dem menschlichen Gehirn zu gute. Es wuchs im Laufe der Jahrtausende von der Größe einer Apfelsine zu seiner heutigen Größe an und brachte immer neue Denkleistungen hervor.

Feuerschlagen, Feuerbohren, Feuersägen oder Lichtbündelung. Es gibt viele Methoden, um ein Feuer zu entzünden.

Erst vor ca. 32.000 Jahren wurde eine Erfindung gemacht, das heute vor allem Raucher zu schätzen wissen: Das Feuerzeug. Irgendjemand musste beobachtet haben, dass, wenn man zwei bestimmte Steine aufeinander schlägt, ein Funke entsteht. Bei den beiden Gesteinsarten handelte es sich um Pyrit und Feuerstein. Pyrit bzw. Markasit ist ein Mineral, das auch als Schwefelkies bezeichnet wird. In früheren Zeiten nannten es die Menschen aber auch Funkenstein. Aufgrund seines goldenen-metallischen Glanz wird es im Volksmund heute noch als Katzengold bezeichnet.

Schlägt man mit Feuerstein auf den Pyrit, so kann man mit etwas Übung und Ausdauer durch die entstehenden Funken Holzspäne, Moos oder noch besser Zunderschwamm zum Glimmen bringen. Daher kommen übrigens auch die Ausdrücke „Das brennt wie Zunder.“ bzw. „Der Funke springt über“. Der Zunderschwamm wächst an alten Baumstämmen und war lange Zeit ein beliebter … na, wir würden heute sagen „Grillanzünder“. Durch diese Entdeckung war es nicht mehr ganz so schlimm, wenn doch mal das Feuer ausging. Man konnte nun schnell wieder Feuer machen. Jeder gute Steinzeit-Haushalt hatte daher weitere geeignete Brennmaterialien zum Entzünden und Hochpäppeln des Feuers vorrätig: Dies waren beispielsweise Tannenzapfen, getrocknete Brennnesselstiele, Birkenrinde oder Rohrkolbenwolle.

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Spiel mit dem Feuer
Feuer (Schu...
Feuer (Schutz vor Tieren)
Feuermachen
Feuermachen
Feuerschlag...
Feuerschlagen


Neben der Methode des Feuerschlagens, wie diese Methode in der Wissenschaft genannt wird, gibt es auch das Feuerbohren. Dieses basiert auf dem Prinzip der Reibungshitze. Hierbei wird ein weiches Holzstück schnell zwischen den Handflächen oder mit Hilfe eines Bogens in einem Stück Hartholz gedreht. Durch die Reibung entsteht genug Hitze, die dann Zunder oder dünne, trockene Holzspäne zum Glimmen bringt. Das Feuersägen basiert auf dem gleichen physikalischen Prinzip wie das Feuerbohren. Beim Feuersägen wird ein Stück weiches Holz ebenfalls sehr schnell in der Kerbe eines Stückes Hartholz hin und her „geschrobelt“. In der Kerbe liegt der Zunder, der nach einer gewissen Zeit anfängt zu klimmen.

Flammen im FeuerEs gibt zwei weitere Verfahren zum Feuermachen. Die Lichtbündelung kennt fast jedes Kind. Es soll an dieser Stelle jedoch ausdrücklich davor gewarnt werden, dies ohne Aufsicht eines Erwachsenen auszuprobieren. Bei er Lichtbündelung werden mit Hilfe eines Brennglases (z. B. einer Lupe) die Lichtstrahlen der Sonne eingefangen und an einem zentralen Punkt gebündelt. Dort wird es ebenfalls sehr heiß. Unbekannter ist die Methode der Feuerpumpe. Hierbei wird das – so unwahrscheinlich sich das auch zunächst anhört – das Feuer mit Hilfe von Luftkompression entzündet. Die Feuerpumpe besteht demnach aus einem Hohlzylinder, der nur an einem Ende verschlossen ist. In dem Hohlzylinder kann mit Hilfe eines Stabes ein luftdicht schließender Kolben nach unten gestoßen werden. Wenn dies schnell genug geschieht, ist die Kompression so stark, dass Wärme erzeugt wird. Diese Wärme reicht aus, um ein unter dem Kolben an einem Häkchen befestigtes Stück Zunderschwamm anzuzünden.

 


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Quellen:

 

Aktualisiert ( Mittwoch, 24. Oktober 2012 um 20:53 Uhr )
 

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