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Einbaum: Ur-Boot - geschnitzt aus einem Baumstamm

Einbaum: Ur-Boot - geschnitzt aus einem Baumstamm (Wordle)

(Steinzeit-Lexikon). Der Einbaum ist einer der einfachsten Bootstypen überhaupt und deswegen bei indigenen Völkern noch immer weit verbreitet. Aber auch in modernen Gesellschaften wird er weiterhin gebraucht. Ihren Namen verdanken die Boote dem Umstand, dass sie aus einem einzigen Baumstamm gefertigt sind. Bei manchen Einbäumen verstärkt der Bootsbauer die Bordwände durch eingesetzte Spanten oder der Plankengang wird durch das Aufsetzen erhöht. Viele der urtümlichen Boote besitzen auch Querbänke. Diese werden aber einfach mit aus dem Stamm herausgearbeitet.

Das deutsche Wort „Einbaum“ kommt wahrscheinlich als übersetztes Wort aus dem Lateinischen. Dort existierte der Begriff monoxilus. Es lässt sich auf die griechischen Wörter monos (= einzig) und xylon (= Baum) zurückführen.

Wie bereits angedeutet, ist der Einbaum eine Urform des Bootes. Noch bevor der Mensch das Rad erfand, fuhr er bereits in der Steinzeit auf See. Dort ging es ans Jagen und Fischen. Man vermutet, dass Menschen seit mehr als 12.000 Jahren die Seefahrt und damit auch den Bootsbau beherrschten. Dennoch gibt es nicht allzu viele Zeugnisse. Höchstwahrscheinlich waren Einbäume während der letzten Eiszeit zumindest in Mitteleuropa noch nicht bekannt, da man zur Herstellung große Baumstämme benötigt und diese in den eiszeitlichen Steppen und Tundren absolute Mangelware waren. Erst mit der Rückkehr der Wälder nach dem Beginn der aktuellen Warmzeit, konnten Einbäume gefertigt werden.
Einbäume erreichen in Abhängigkeit vom lokalen Angebot an großen Bäumen eine beeindruckende Größe. In Äquatorialafrika sind Boote bekannt, die bis zu 70 Personen befördern können.

Der Urtyp eines Bootes ist noch heute bei vielen Völkern im Einsatz.

Spielkarte: EinbaumDie Menschen beherrschten bereits vor mehr als 6.000 Jahren die Technik, einen Baum auszuhöhlen und damit ein Transportfahrzeug auf dem Wasser zu haben. Im Grunde genommen ist die Technik recht einfach. Salopp formuliert, muss man nämlich „nur“ all das von einem geradegewachsenen Baumstamm wegschnitzen und weghacken, das nicht nach einem Boot bzw. Kanu aussieht. Theoretisch  kann fast jede Holzart verwendet werden. Hauptsache sie ist leicht genug zum Schwimmen. Der Bootsbauer wird aber aus eigenem Interesse zusehen, dass sich das Holz gut verarbeiten lässt. Hartholz scheidet hier in der Regel aus, da man sonst wahrscheinlich Jahrzehnte für ein Boot gebraucht hätte. Allerdings hält das Wasserfahrzeug nur zwischen einem und maximal fünf Jahren.

Beim Einbaum-Bau wurde der Baumstamm entweder mit Äxten und Beilen aus Feuerstein bearbeitet oder mit schwelendem Feuer bearbeitet. Für letztere Technik gibt es bislang allerdings nur ethnographische Quellen. Es fehlen archäologische Beweise aus der Frühgeschichte. Allerdings gibt es eine Reihe ziemlich gut erhaltener Einbäume aus der Jungsteinzeit. Diese wurden vor allem in den Pfahlbausiedlungen rund um die Alpen entdeckt. Das Land Mecklenburg-Vorpommern ließ seine fast 7.000 Jahre alten Einbäume aus Lindenholz durch unsachgemäße Lagerung buchstäblich verrotten.
Einbäume sind beispielsweise heute noch bei indigenen Völkern im Amazonasgebiet im Einsatz, aber auch in Afrika, Indien und Neuguinea beherrschen Fachkundige noch den Einbaum-Bau. In Deutschland waren die Boote im Spreewald bis ins 19. Jahrhundert in Nutzung.

Allerdings war es vom Einba bis zum Hochsee-Riesen noch ein sehr weiter Weg.

Archäologische Experimente mit originalgetreuen Nachbauten haben ergeben, dass die Besiedlung bestimmter Regionen der Welt mit Einbäumen hätte erfolgen können. Einige Einbäume waren durchaus hochseetauglich. In einer Expedition beispielsweise überwand ein Forscherteam 300 km zwischen den ägäischen Inseln. In einer weiteren Expedition ging es mit Einbäumen 800 km die Mittelmeerküste entlang. Damit gilt der Einbaum bei vielen Experten als der Vorgänger des Hochsee-Segelschiffs. Doch bis zu den heutigen Hochseeriesen - egal ob riesiger Öltanker oder schwimmendes Kreuzfahrt-Hotel - war es noch ein weiter Weg.

 


Der Einbaum gehört in die Kategorie: Transport - genauso wie Floß, Fellboot oder Schilfboot.

Beiträge auf H[AGE], in denen der Begriff "Einbaum" vorkommt:

 


Quellen:

 

Aktualisiert ( Freitag, 30. März 2012 um 13:27 Uhr )
 

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