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Diprotodon: Behäbiger Riesenwombat aus Australien

Diprotodon: Behäbiger Riesenwombat aus Australien (Wordle)

(Steinzeit-Lexikon/Tierlexikon). Das Diprotodon gehörte bei den Säugetieren zur Familie der Beuteltiere und ist demnach mit Wombats, Koalas und Kängurus verwandt. Es war das größte bislang bekannte Beuteltier, das jemals auf der Erde lebte. Die nächsten Verwandten sind die Wombats und genau wie diese lebte Diprotodon in Australien. Am Ende des Pleistozäns starb der australische Großsäuger mit anderen Tieren aus. Die Zeitspanne, in der der Riesenbeutler auf der Erde lebte, erstreckt sich somit von 1,8 bis 1,6 Millionen Jahren bis vor ca. 45.000 bis 25.000 Jahren. Die Zeitangaben in der Literatur variieren hier leider von Quelle zu Quelle.

Da die ersten Menschen wahrscheinlich bereits vor 60.000 Jahren den australischen Kontinent besiedelten, ist es nicht unwahrscheinlich, dass die die ersten Australier und damit die Vorfahren der Aborigines Diprotodon noch kennenlernten. Manch einer behauptet, dass die Tiere Eingang in die Mythen der Aborigines gefunden haben und glaubt, in dem mystischen Wesen Bunyib das Diprotodon wiederzuerkennen.

Die Tiere ähnelten vermutlich Nashörnern. Nur fehlte ihnen das Horn. Die Fossilien besitzen Klauen an den Füßen. Damit haben die Tiere vermutlich nach Wurzeln gegraben. Einige Merkmale am Schädel deuten Experten als Hinweis auf einen kurzen Rüssel. Die größte Art aus der Familie der Diprotodontia war Diprotodon optatum. Sie wird auch als Riesenwombat bezeichnet. Die Riesenwombats erreichten eine Schulterhöhe von bis zu 2 Metern. Ihr Körper war über 3 Meter lang. Sie erreichten ein Gewicht von bis zu 2800 Kilogramm. Das Diprotodon minor war ein kleinerer Vertreter, der es auf ein Drittel der Größe des Riesenwombats brachte. Auch das ist im Vergleich mit heutigen Wombats noch sehr groß.

Gab es mehrere Arten der Urzeittiere oder sind die Unterschiede in den Größen auf die Geschlechter zurückzuführen?

In punkto Familiengröße ist sich die Wissenschaft noch nicht ganz einig. Es gibt auch Untersuchungen, die nahelegen, dass es nicht 8 oder 20 Arten sondern nur eine einzige Art von Diprotodons in ganz Australien gab und die Größenunterschiede auf die Geschlechter zurückzuführen seien. Demnach sind Männchen größer geworden als Weibchen.

Die Riesenwombats waren keine sehr eleganten Erscheinungen. Sie hatten säulenartige Beine mit den bereits erwähnten starken Krallen an den Vorderpfoten. Die Füße waren nach innen gerichtet. Der Schädel sehr massiv. Das „Markenzeichen“ der Tiere waren vermutlich die zwei großen, oberen Frontzähne.

Screenshot Diprotodon

Wie der Screnshot aus der Google-Bildersuche vom 01.03.2012 beweist,
scheinen sich wissenschaftliche Darstellungen lediglich bei der Fellfarbe der massigen Tiere einig zu sein.
Sie reicht von gelb über beige bis braun.
Damit wären die Tiere in den australischen Graslandschaften relativ gut getarnt gewesen.

Versteinerte Überreste von Diprotodons finden sich in ganz Australien. Eine gewisse Konzentration an Funden gibt es im Süden des Kontinents. Allerdings konnten bislang keine Fossilien in Tasmanien entdeckt werden. Die bekanntesten Funde eines Diprotodons stammen aus den Salzsümpfen des Callabonna Sees. Dieser liegt im Süden Australiens. Hier wurden Überreste der Art gemeinsam mit Donnervögeln entdeckt.

Die großen Wombats waren Pflanzenfresser, die Blätter, Zweige, Rinde und Wurzeln äußerst schmackhaft gefunden haben dürften. Wissenschaftler gehen davon aus, dass Diprotodons sich vor allem von rauen und stacheligen Pflanzen ernährten. Dies lässt sich anhand von gut erhaltenen Mageninhalten nachweisen. Bei den Funden vom Callabonna See fand man im Magen gefressene Salzkräuter (Salsola) und andere Fuchsschwanzgewächse.
Diprotodon bewohnte sehr wahrscheinlich offenes Buschland bzw. hielt sich in der australischen Savanne auf. Oftmals fand man mehrere Skelette an einer Stelle zusammen. Deshalb gehen die Wissenschaftler davon aus, dass die Tiere sich an Wasserstellen sammelten oder sogar in Gruppen zusammenlebten. Möglicherweise zogen mehrere Weibchen ihre Jungen gemeinsam auf. Das in Säugetierverbänden keine Seltenheiten. Die Männchen stießen dann nur zu Paarungszwecken zur Gruppe.

Die Großbeutler lebten in Gruppen zusammen

Die Riesenwombats waren Beuteltiere. Wie bei den Wombats öffnete sich auch ihr Beutel nach hinten.  Die Fortpflanzung läuft bei Beuteltieren etwas anders ab als bei normalen Säugetieren. Beuteltiere gebären Embryonen. Diese wandern daraufhin von allein in den Brutbeutel und verbinden sich fest mit den mütterlichen Zitzen. Sie bleiben solange im Beutel bis sie vollständig entwickelt sind.

Obwohl sie relativ behäbig waren, hatten die australischen Riesen vermutlich nur wenige Fressfeinde. Neben dem Menschen und Beutellöwen gehörte wahrscheinlich Megalania dazu. Dies war ein Riesenwaran, der zu selben Zeit in Australien lebte und ebenfalls mit den Diprotodons gemeinsam vor ca. 45.000 Jahren ausstarb. Megalania konnte eine Länge von zu 5 Metern erreichen. Damit war als Beute auch ein Riesenwombat möglich.


Das Diprotodon gehört in die Kategorie: Tiere.

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Quellen:

 

 

 

Aktualisiert ( Sonntag, 30. September 2012 um 09:56 Uhr )
 

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