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Brandberge in Namibia: Berge der Götter und Heimat der White Lady

Brandberge in Namibia: Berge der Götter und Heimat der White Lady (Wordle)

(Steinzeit-Lexikon). Das sogenannte Brandbergmassiv ist ein Gebirge in Namibia. Es wird oftmals auch nur Brandberg oder von den Damara auch Dâures genannt. Bei den Herero heißt das Bergmassiv Omukuruwaro, was übersetzt so viel wie Berg der Götter genannt. Der Name Brandberg leitet sich von der glühenden Farbe ab, in der die Berge erscheinen, wenn die Sonne im Westen untergeht und so auf das Gebirge scheint.

Im Brandbergmassiv liegt auch der Königstein. Er hat eine Höhe von 2573 m und ist damit der höchste Berg Namibias. Gemeinsam mit dem Königstein liegen die Brandberge in der Region Erongo im Westen von Namibia. Sie sind etwa 90 km vom Atlantik entfernt. Im Durchschnitt erhebt sich das Gebirge über 2500 Meter hoch. Es überragt damit das Umland um 2000 Meter und ist somit bereits von Weitem erkennbar.  Das Bergmassiv selbst hat eine ovale Form und erstreckt sich über eine Fläche von 760 km².

Die Brandberge gehören mit zur Halbwüste. Das Klima hier profitiert von den Nebelschwaden, die aus der Wüste Namib heranziehen und an der Westflanke zum Aufstieg gezwungen werden. An der Ostflanke jedoch beträgt der Jahresniederschlag nur 30 bis 40 mm. Der den Brandbergen am nächsten gelegene Ort ist Uis. Von hier aus muss man ca. 30 Kilometer bis zum Bergmassiv fahren.

Berühmt wurden die Felsmalereien der Brandberge durch die White Lady

International bekannt wurden die Brandberge durch die Felsmalereien. Bislang sind 1000 Fundorte mit bis zu 50.000 Felszeichnungen bekannt. Die Darstellungen wurden meist auf Überhänge gemalt. Sie zeigen den Tierreichtum längst vergangener Zeiten. Die bekannteste Darstellung ist die sogenannte White Lady, die 1917 von Reinhard Maack in der Tsisab-Schluch entdeckt wurde.

Die Darstellung wird heute wieder als Krieger oder aber auch als Schamane gedeutet wird. Der Name Weiße Frau ist irreführend und beruht auf einer späteren Fehldeutung durch den französischen Archäologen Breuil. Neben der White Lady sind weitere Jäger mit Speeren oder Bögen zu sehen. Um sie herum findet sich das typische Jagdwild in Form von Oryxantilopen und Zebras. Die Felsmalereien am Brandberg werden auf ein Alter von zwei bis viertausend Jahre geschätzt. Was genau dargestellt wird, ist bislang nicht klar. Denkbar wäre, dass die Jagdszenen dem Beschwören des Jagdglücks dienten oder aber, dass die Trancetänze von Schamanen festgehalten wurden. Sie könnten mit Hilfe von Geistern in Tiergestalt heilen.

Massentoruismus schadete den Kunstwerken. Dokumentation der Felsmalereien Sisyphusarbeit

Leider wurden viele Malereien bereits durch den Massentourismus zerstört, indem Wandalen die Malereien überschmierten. Zwischenzeitlich wurde die Weiße Dame durch ein Gitter geschützt. Die örtliche Verwaltung versucht den Vandalismus einzudämmen. So muss mittlerweile  für die 1,5 bis 2-stündige Wanderung ein Führer für den Hin- und Rückweg engagiert werden.

Zum Glück gelang es Harald Prager zwischen 1977 und seinem viel zu frühen Tod 1985 viele Zeichnungen zu dokumentieren. Er forschte im Auftrag der Universität Köln. Für Prager wurden die Brandberge zur Lebensaufgabe. Innerhalb von 8 Jahren erfasste er rund 43.000 Zeichnungen an 879 Felsbildstellen. Dazu wurden 6 km Plastikfolie verwendet.

Weitere Felsmalereien und Petroglyphen gibt es in Namibia an der Spitzkoppe und in Twyfelfontein.

Einen Eindruck von der Umgebung rund um die Brandberge sowie der Felsmalereien vermittelt das nachfolgende, kurze Video:

 


Die Brandberge gehören in die Kategorie: Kunst/Siedlungsplatz.

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Quellen:

Aktualisiert ( Sonntag, 30. September 2012 um 10:04 Uhr )
 

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