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Beutellöwe: Einst der Raubtier-König des Dschungels in Australien

Beutellöwe: Einst der Raubtier-König des Dschungels in Australien

(Steinzeit-Lexikon/Tierlexikon). Als Beutellöwen wird eine ausgestorbene Familie der Beuteltiere bezeichnet. Mit lateinischen Namen heißt sie Thylacoleonidae. Die Individuen dieser Familie lebten vom oberen Oligozän bis ins Pleistozän in Australien. Dies entspricht in etwa einer Zeitspanne von vor 25 Millionen Jahren bis vor ca. 50.000 Jahren.

Bei den Beutellöwen handelte es sich um die größten Raubtiere unter den Säugetieren auf dem australischen Kontinent. Einige sehr frühe Formen erreichten allerdings nur die Größe von Hauskatzen. Spätere Vertreter wurden so groß wie ein heutiger Leopard. Zu diesen Arten gehörte die Gattung Wakaleo. Die jüngste und größte Unterart der Familie der Beutellöwen bildete Thylacoleo carnifex.
Tiere dieser Gattung wurden zwischen 110 und 160 Kilogramm schwer. Ihre Größe schwankte zwischen einem weiblichen und einem männlichen Löwen. Nimmt man die Daten von heutigen Löwen so variierte die Größe zwischen 140 bis 175 Zentimetern (weiblicher Löwe) und 170 bis 250 Zentimeter (männlicher Löwe) Kopf-Rumpflänge. Sie erreichten eine Schulterhöhe von ca. 100 Zentimetern.
Der Körper der Thylacoleniden war relativ kurz. Da sie kräftig gebaut waren, waren sie trotzdem deutlich schwerer als die meisten ähnlich lang gebauten Raubtiere.

Beutellöwen sind nicht mit Großkatzen wie Löwen oder Tiger verwandt

Der Name Beutellöwen beruht auf der Schädelform. Sie ähnelt der der katzenartigen Raubtiere. Allerdings besteht zu diesen kein Verwandtschaftsverhältnis, da die Beutellöwen wie bereits erwähnt Beuteltiere waren. Sie gehören demnach in die Ordnung der Diprotodontia und sind demnach mit den pflanzenfressenden Wombats und Koalas verwandt. Diese leben heute noch. Auch mit den ebenfalls ausgestorbenen Arten Diprotodon, den Riesenwombat, Simosthenurus und Palorchestes dürften sich Beutellöwen den Lebensraum geteilt haben.
Ähnlich wie die Koalas lebten Beutellöwen in den Bäumen der australischen Wälder. Von oben auf der Lauer liegend jagten sie ihre Beute.
Heute unterscheidet man insgesamt drei Unterarten

  • Gattung Priscileo
    • Priscileo pitikantensis (Oberes Oligozän)
    • Priscileo roskellyae (Mittleres Miozän)
  • Gattung Wakaleo
    • Wakaleo alcootaensis (Oberes Miozän)
    • Wakaleo oldfieldi (Unteres - Oberes Miozän)
    • Wakaleo vanderleueri (Mittleres - Oberes Miozän)
  • Gattung Thylacoleo
    • Thylacoleo carnifex (Pleistozän)
    • Thylacoleo crassidentatus (Pliozän)
    • Thylacoleo hilli (Pliozän)

 

Screenshot Google-Bildersuche: Beutellöwe

Wie der Screenshot der Google-Bildersuche vom 30.09.2012 zeigt, gehen die Darstellungen eines Beutellöwen beim Aussehen weit auseinander. Allerdings ist deutlich erkennbar, dass die Tiere wenig gemein mit heutigen Großkatzen haben. Zum Teil ähneln sie auf den Abbildungen ein wenig den Tasmanischen Teufeln.

 

Scharfe Reißzähne und dolchartige Klauen machten Beutellöwen zu einem der gefährlichsten Raubtiere seiner Zeit

Wie bereits erwähnt war Thylacoleo carnifex nicht nur der jüngste und größte Vertreter innerhalb der Gattung der Beutellöwen. Es ist auch die bekannteste Art. Die Anpassung an die fleischliche Nahrung war hier evolutionär am weitesten fortgeschritten. Experten gehen daher davon aus, dass sich diese Tiere ausschließlich von Fleisch ernährten. Sie erlegten ihre Beute mit den vergrößerten Schneidezähne, die wie Dolche funktionierten. Die Reißzähne hatten scharfe Schnittkanten mit denen die Fleischbatzen aus den Beutetieren herausgerissen wurden. Diese Beutellöwen konnten das Fleisch nicht großartig zerkauen, da sich die Backenzähne fast vollständig zurückgebildet hatten. Außerdem besaß Thylacoleo carnifex scharfe Daumenkrallen. Auch sie konnten beim Erlegen großer Beutetiere zum Einsatz kommen und waren durchaus tödlich. Die gesamte Muskel- und Skelettarchitektur war so ausgerichtet, dass Beutellöwen mit ihren besonders kraftvollen Kiefermuskeln eine besonders effektive Hebelwirkung hatten. Diese war sogar besser als bei heute lebenden Großkatzen. So töteten Beutellöwen durch das Reißen riesiger Wunden enorm schnell und umgingen damit den Todeskampf der im Verhältnis zu ihrer eigenen Körpergröße viel größeren Beute.

Aborigines hielten das Aussehen der Beutellöwen in Felsmalereien fest

Die ersten Vorfahren der Aborigines haben wahrscheinlich die letzten Beutellöwen noch kennengelernt. Diese Vermutung legen gefundene Felsmalereien nahe. Sie lassen Rückschlüsse auf Aussehen zu. Dieses blieb bislang trotz einiger gefundener und gut erhaltener Skelette nur spekulativ. Eine Abbildung allerdings zeigt ein Exemplar mit einem gestreiften Rücken. Der Schwanz ist lang und dünn, hat am Ende aber eine buschige Quaste. Außerdem wird der Beutellöwe mit spitzen Ohren dargestellt.  Ende und spitzen Ohren dar.

Letztlich dürfte den Beutellöwen ihre Spezialisierung auf große Beutetiere zum Verhängnis geworden sein. Als diese aufgrund des Klimawandels zum Ende der letzten Eiszeit nicht klar kamen und ausstarben, war auch das Schicksal von Thylacoleo carnifex besiegelt. Wäre er nämlich nicht ausgestorben, so könnte er sich heute vielleicht mit dem Titel „König des Dschungels“ schmücken.

 


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Quellen:

Aktualisiert ( Sonntag, 30. September 2012 um 10:10 Uhr )
 

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