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Zeche Zollverein in Essen - UNESCO-Weltkulturerbe in Deutschland & Sehenswürdigkeit

Zeche Zollverein in Essen (Wordle)

Der Industriekomplex Zeche Zollverein mit der Kokerei wurde vom Welterbe Komitee 2011 mit dem Titel UNESCO-Weltkulturerbe geadelt. In der Begründung wird angeführt, dass Zeche und Kokerei in Essen beispielhaft die Entwicklung der europäischen Schwerindustrie aufzeigen. Außerdem hat die Architektur des Komplexes, in der sich der Stil des Bauhauses wiederfindet, den modernen Industriebau über die Jahrzehnte maßgeblich mit beeinflusst.

Einst war die Zeche Zollverein Schacht XII in Essen die größte und modernste Förderanlage für Steinkohle weltweit. Das Hauptgelände lag im Stadtteil Stoppenberg, der sich im Nordosten Essens befindet.
Die Architekten Fritz Schupp und Martin Kremmer ließen sich, als sie 1928 den Auftrag bekamen, vom Bauhaus inspirieren. Sie schufen einen Industriekomplex, der in zwei Achsen angeordnet ist. Schupp und Kremmer achteten darauf, dass die Prinzipien von Symmetrie und Geometrie konsequent eingehalten wurden. Architektonisch schufen sie damit eine einmalige Musteranlage.
Das 1930 erbaute sogenannte Doppelbockfördergerüst wurde in Vollwandbauweise. Es wurde zum Markenzeichen der Zeche Zollverein und später Vorbild für viele der nachfolgend gebauten Zentralförderanlagen.

UNESCO-Welterbe Zeche Zollverein in Essen
Olaf Schneider/Pixelio.de
UNESCO-Welterbe Zeche Zollverein und Kokerei in Essen
Dieter Krantzik/Pixelio.de

Nach mehr als 140 Jahren Steinkohleförderung erfolgte 1986 die Stilllegung der Zeche Zollverein. Die Kommune und das Land standen nun vor der schwierigen Entscheidung Abriss oder etwas Neues wagen. Man entschloss sich für letzteres und so kaufte das Land Nordrhein-Westfahlen das Geländer der Ruhrkohle AG ab, um den Industriekomplex für zukünftige Generationen zu erhalten. Als erster Schritt wurde die ehemalige Industrieanlage unter Denkmalschutz gestellt. Danach begann eine grundlegende Sanierung.

Im Wandel der Zeit: Von der Steinkohleförderung zu Kultur und Kunst

1998 gründete sich die Stiftung Zollverein. Sie suchte tragfähige Konzepte zur Wiedernutzbarmachung, Wiederbelebung und Erhaltung des Industriedenkmals. Heute kann man in der Zeche Zollverein die Bergbaugeschichte erkunden und die Entwicklung der Industrie-Architektur aber auch der Schwerindustrie nachvollziehen – das ganze erfolgt an einem sehr geschichtsträchtigen Ort, denn das Ruhrgebiet war und ist eine der bedeutendsten Industrieregionen in Europa. Ganz nebenbei kann man auch noch die Moderne der 20er und 30er Jahre bewundern. Und in ganz ungewohnten „Locations“ neue Sinneseindrücke erfahren.

Beispielsweise findet man im ehemaligen Kesselhaus heute das Designmuseum Nordrheinwestfalen. Früher wurde hier der Dampfdruck für die Bewetterungsanlagen Untertage erzeugt. Im alten Turbinenhaus hat das Casino Zollverein eröffnet. In dem Gourmetrestaurant können Genießer exklusiven Gaumenfreuden fröhnen - zwischen Stahlträgern und alten Kesseln. Das „Haus der Träume“ von Illya und Emilia Kabakov fand Unterschlupf im alten Salzlager der Kokerei. Und in der großen Lesebandhalle finden heute Konzerte statt, was kein Vergleich zu dem früheren Lärm ist als hier an den Bändern Gesteinsbrocken aus der Kohle gelesen wurden.

Video über die Zeche Zollverein

 

Teil der Route der Industriekultur

Mittlerweile gibt es sogar einen Denkmalpfad Zollverein. Hier können interessierte Besucher und/oder Wanderfreude den Weg der Kohle beschreiten – im wahrsten Sinne des Wortes. Beim Anlegen des Pfades wurde dieser im Originalzustand belassen. So führt er von der Sieberei und Kohlenwäsche vorbei an gewaltigen Maschinen und riesigen Förderbändern. Diese erzählen ihre Geschichte vom Arbeitsalltag inmitten von Lärm und Staub. Auf dem Rundgang helfen Modelle, Filme und Installationen dem Besucher zu begreifen, wie das schwarze Gold – so wie man die Steinkohle früher nannte – aufbereitet wurde.

Das Industriedenkmal ist ein wichtiger Ankerpunkt auf der Route der Industriekultur. Dabei handelt es sich um einen ca. 400 km langen Rundkurs im Ruhrgebiet, auf dem man Hochöfen, Fördertürme und Gasometer sehen und bestaunen kann.

Eine Übersicht mit weiteren UNESCO-Weltkulturerbe & Weltnaturerbe-Stätten in Deutschland finden Sie hier.

 


Quellen:

Aktualisiert ( Donnerstag, 07. Juni 2012 um 22:40 Uhr )
 

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