Zufallskarte

Zelt
Image Detail
Valid XHTML 1.0 Strict CSS ist valide!

Völklinger Hütte - UNESCO-Weltkulturerbe in Deutschland & Sehenswürdigkeit

Die Eisenhütte in Völklingen

Die Denkmäler des Industriezeitalters zählen genauso zum Welterbe der Menschheit wie die frühen Werke der menschlichen Kultur - beispielsweise die Pyramiden von Gizeh oder Stonehenge. In die Kategorie „Industriedenkmäler“ gehört die Völklinger Hütte. Sie ist ein Monument, an dem man die technischen Entwicklungen einer Epoche ablesen kann und sieht, welche Leistungen die Menschen dort jeden Tag erbrachten.

Die vom UNESCO-Welterbe-Komitee unter Schutz gestellte Industrieanlage symbolisiert die Geschichte eines Jahrhunderts, das für Arbeit und Stahl stand. Die Völklinger Eisenhütte wurde 1873 von einem Kölner Ingenieur namens Julius Buch gegründet. Unter Karl Röchling etablierte sich das Werk zur größten Produktionsstätte für Eisenträger in Deutschland. Mit dieser Entwicklung einher ging auch die Stadtentwicklung von Völklingen. Als die Hütte zum industriellen Großunternehmen wuchs, entwickelte sich aus dem Dorf Völklingen einer Stadt von mittlerer Größe.

Die Arbeiter aus dem ganzen Saarland zogen hierhin. Sie lebten und arbeiteten in Völklingen. In den besten Zeiten der Völklinger Eisenhütte verwandelten 20.000 Stahlkocher lothringisches und schwedisches Erz durch die saarländische Kohle in Eisen. Einst war die Hütte die modeernste Industrieanlage in Europa. In der Eisenverhüttung setzte sich technische Meilensteine und schrieb diesbezüglich Technikgeschichte.

Völklinger Hütte: Eingangsbereich
Wikipedia1
Hochöfen in Völklingen
Wikipedia2

Die Anlagen, die dank des UNESCO-Welterbe-Titels auch der Nachwelt erhalten bleiben werden, zeigen alle wichtigen Stationen, die die historische Roheisenproduktion durchlaufen musste: Erlebbar sind sowohl der Erzbunker als auch die Kokerei. In der Sinteranlage erfolgte einst die Rohstoffzubereitung und –Lagerung. Dann ging es über die Hängebahnanlagen zur Hochofengruppe. Von dort aus musste das Roheisen zur Trockengasreinigung und der Gasgebläsehalle. Zu sehen ist auch noch die historische Walzenzugmaschine.

Industriegeschichte anhand dieser Eisenhütte hautnah erleben

Die Besucher können sich gut vorstellen, dass dieses Werk einst ein riesiger Moloch voll mit Lärm, Feuer und Gasen war. Diese Glaubwürdigkeit und Originalität, die die Produktionshallten der Völklinger Hütte ausstrahlen, machen sie zu einem einzigartigen Denkmal der Eisenindustrie und der Industriegeschichte, das die Zeiten überdauert hat. Denn das Industriedenkmal ist die einzige noch erhaltene Eisenhütte, der im 19. und 20. Jahrhundert sowohl in Westeuropa als auch in Nordamerika errichteten Eisenindustriestandorte.
1994 nahm die UNESCO die Völklinger Hütte als Weltkulturerbe in die Welterbe-Liste auf. Die Verantwortlichen erkannten damit auch die Leistungen all jener Menschen an, die die Hütte mit aufbauten und in ihr tagtäglich arbeiteten. Erst 1986 wurde die Völklinger Hütte nach über 100 Jahren stillgelegt.

Video über die Völklinger Hütte

 

Konzerte in der Kathedrale der Arbeit: Dort wo früher unter Hitze und Lärm gearbeitet wurde, erklingt heute Musik

Heute wird beispielsweise die „Kathedrale der Arbeit, wie die alte Gebläsehalle auch genannt wird, für Konzerte genutzt. Künstler nutzen die ehemalige Handwerkergasse als Galerie.
Die "Kathedrale der Arbeit", die Gebläsehalle, wird inzwischen für Konzertveranstaltungen genutzt, und Künstler richten in der ehemaligen Handwerkergasse ihre Galerien ein. 400.000 Besucher kamen allein 2011. Außerdem ist die Völklinger Hütte - ebenso wie die Zeche Zollverein - ein Ankerpunkt in der Europäischen Route der Industriekultur.

Eine Übersicht mit weiteren UNESCO-Weltkulturerbe & Weltnaturerbe-Stätten in Deutschland finden Sie hier.

 


Quellen:

 

Credits:

1 Völklinger Hütte vom Eingang.
von Lokilech [GFDL, CC-BY-SA-3.0 oder CC-BY-SA-2.5-2.0-1.0], via Wikimedia Commons

2 Hochöfen der Völklinger Hütte.
von Lokilech [GFDL,
CC-BY-SA-3.0 oder CC-BY-SA-2.5-2.0-1.0], via Wikimedia Commons

Aktualisiert ( Donnerstag, 07. Juni 2012 um 22:12 Uhr )
 

© H[AGE]: Langenwetzendorf (2008 - 2011)