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Die Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin - UNESCO-Weltkulturerbe in Deutschland & Sehenswürdigkeit

Die Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin

Das Schloss Sanssouci war einst die Sommerresidenz des preußischen Königs Friedrich II. Der „Alte Fritz“ oder „Friedrich der Große“ bekundete bei der Namenswahl den Wunsch nach Intimität und Einfachheit. Sanssouci heißt übersetzt so viel wie „Ohne Sorge“.

Das eigentliche Schloss Sanssouci liegt auf den Weinbergterrassen und wurde von 1745 bus 1747 innerhalb von zwei Jahren erbaut. Es ist damit der älteste Teil der songenannten Potsdamer Kulturlandschaft. Das Schloss selbst ist verhältnismäßig klein. Es handelt sich dabei um einen eingeschossigen Bau, der aus einer zentralen Rotunde und zwei Seitenflügeln besteht. In der Rotunde liegt der Marmorsaal. Jeder der Seitenflügel hat je fünf Zimmer. Das Schloss selbst ist weder prunkvoll noch majestätisch. Seine Schönheit liegt eher im Detail, denn es wurde in den ursprünglichen Skizzen von Friedrich dem Großen harmonisch in Kunst und Natur eingepasst.

Der Architekt Georg Wenzelslaus von Knobelsdorff leitete jedoch nicht nur den Bau von Sanssouci geleitet sondern legte auch den großen Park an. Dieser umfasst 290 Hektar und besteht aus zwei Abschnitten. Im Westen entstand die Bildergalerie. Im Osten befindet sich die Alte Orangerie. Diese wurde in den Jahren 1771 bis 1774 zu Wohnräumen umgebaut. Sie tragen seit dem den Namen Neue Kammern. Außerdem kamen noch eine kleinere Gebäude hinzu – beispielsweise die Grotte des Neptun oder dass Chinesische Teehaus.

Schloss Sanssouci
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Chinesisches Haus im Park von Sanssouci
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Sanssouci war für Friedrich II. das intellektuelle Zentrum. Hier konnte er die geistige Elite Europas um sich versammeln. Das Schloss und der Park waren für ihn ein Rückzugsort. Hier konnte er seinen Musen nachgehen und die Kriegsgeschehnisse hinter sich lassen. Regiert wurde in Sanssouci nicht. Es war ein Ort des Musizierens und des einfach nur Menschseins.

Sanssouci: Intellektuelles Zentrum Preußens und Refugium für den Alten Fritz

Das im Rokokostil errichtete Neue Palais am Westende der zwei Kilometer langen Hauptallee ließ Friedrich der Große nach dem Siebenjährigen Krieg (1756 – 1763) errichten. In den darauffolgenden Jahren entstanden ergänzend weitere Bauten im Park: der Antikentempel, der Freundschaftstempel, das Belvedere sowie der Drachenpavillon. Friedrich Wilhelm (1795 – 1861) setzte die Bauaktivitäten des Alten Fritz fort. Es folgte eine Erweiterung des Parks nach Süden hin. Der Architekt Karl-Friedrich Schinkel plante und überwachte den Bau des klassizistischen Schlosses Charlottenhof. Peter Josef Lennès legte einen romantischen Park an. Bis 1860 entstanden noch die römischen Thermen, die Orangerie und die Friedenskirche.

Gerne werden Schloss und Park von Sanssouci als preußisches Versailles bezeichnet. Sie sind eine einzigartige Synthese der Kunstrichtungen des 18. Jahrhunderts, wie man sie damals in den Städten und Höfen Europas antraf. Das Ensemble zeigt die schöpferischen Möglichkeiten der Architektur und Landschaftsgestaltung auf. Das alles muss vor dem geistigen Hintergrund der (absoluten) monarchistischen Staatsidee betrachtet werden.

Video über Potsdams Parks und Schlösser

Welterbestätte "Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin" in den 1990er Jahren um 14 Denkmäler erweitert

Das UNESCO-Weltkulturerbe „Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin“ umfasst jedoch nicht nur Sanssouci sondern auch das Schloss und den Park von Babelsberg sowie den Neuen Garten im Westen des Heiligen Sees. Dort liegt das Marmorpalais und Schloss Cäcilienhof. Dies erlangte weltgeschichtliche Bedeutung, da hier 1945 das Potsdamer Abkommen unterzeichnet und damit die politische sowie geografische Neuordnung Deutschlands nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges besiegelt wurde.

Die Parks von Potsdam umfassen 500 Hektar und 150 Bauwerke. Diese entstanden in der Zeitspanne von 1730 bis 1916. Damit bilden die Potsdamer Parks ein außergewöhnliches Ensemble und sind zu Recht ein schützenswertes Kulturgut. Hinzu kommen die auf Berliner Gebiet liegenden Denkmäler. Hierzu gehört das Schloss Glienicke, das von Schinkel 1825 – 1827 für den Prinz Karl von Preußen erbaute, genauso wie die Pfaueninsel mit dem Kavaliershaus und dem Palmenhaus. Die Parkgestaltung lag wiederum in der Hand Lennés.

Die UNESCO erhob die Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin 1990 in den Stand der Welterbestätten. Zwischen 1992 und 1999 erweiterte man das Potsdam-Berliner-Welterbegebiet nochmals um 14 Denkmäler. Deswegen gehören jetzt auch die Sacrower Heilandskirche, das Schloss und der Park Lindstedt, die Russische Kolonie Alexandrowka, der Pfingstberg mit dem Belvedere sowie die Sternwarte am Babelsberger Park mit zum UNESCO-Weltkulturerbe Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin.


Eine Übersicht mit weiteren UNESCO-Weltkulturerbe & Weltnaturerbe-Stätten in Deutschland finden Sie hier.

 


Quellen:

 

Credits:

1 Schloss Sanssouci (Mittelbau), Potsdam.
von Suse aus der deutschsprachigen Wikipedia [GFDL oder CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

2 Das Chinesische Haus im Park von Sanssouci (Potsdam/Deutschland).
von Andreas Tille (Eigenes Werk) [GFDL oder CC-BY-SA-3.0-2.5-2.0-1.0], via Wikimedia Commons

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Aktualisiert ( Donnerstag, 07. Juni 2012 um 21:29 Uhr )
 

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