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Die Berliner Museumsinsel - UNESCO-Weltkulturerbe in Deutschland & Sehenswürdigkeit

Berliner Museumsinsel: Pergamon-Museum, Nationalgalerie, Bode-Museum, Altes Museum, Neues Museum

Die Berliner Museumsinsel ist einzigartig in der Welt. Das Ensemble von Museumsbauten zeigt eindrucksvoll, wie sich das moderne Museumsdesign in über 100 Jahren entwickelte. Die Museumsinsel hat seit 1999 den Status „UNESCO-Weltkulturerbe“ inne und umfasst fünf berühmte Museumsbauten:

  • Das Pergamon-Museum: Es beherbergt heute Teile der Antikensammlung, das Vorderasiatische Museum und das Museum für Islamische Kunst.
    Das Alte Museum: heute ist hier ein Großteil der Antikensammlung untergebracht. Im Obergeschoss gibt es wechselnde Sonderausstellungen.
  • Die Nationalgalerie: Hier wird die Kunst des 19., 20. und 21. Jahrhunderts gesammelt.
  • Das Bode-Museum: War früher auch unter dem Namen Kaiser-Friedrich-Museum bekannt war. Das
  • Museum beherbergt heute die Skulpturensammlung, das Museum für Byzantinische Kunst und das Münzkabinett.
  • Das Neue Museum: Hier sind heute das Ägyptische Museum und die Papyrussammlung ebenso untergekommen wie das Museum für Vor- und Frühgeschichte und Teile der Antikensammlung.

Das Welterbe-Komitee würdigt mit der Berliner Museumsinsel das erhalten gebliebene Konzept eines Kunstmuseums, das die Ideale der Aufklärung der Französischen Revolution vertritt. Die Museumsinsel muss als kulturelles Erbe des 19. Jahrhunderts verstanden werden. Damals war die Bildung und die Wissenschaft das höchste Ziel. Im Zuge der Aufklärung öffneten sich die ehemals fürstlichen Sammlungen und königlichen Schatzkammern für die Allgemeinheit. Dies war eine zentrale Forderung des Bürgertums seit der Französischen Revolution.

Museumsinsel Berlin
Wikipedia1
Nationalgalerie
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1810 erließ der Preußenkönig Friedrich Wilhelm III. ein Dekret zum Anlegen einer öffentlichen Kunstsammlung in Berlin. 1822 wurde Karl Friedrich Schinkel mit dem Bau des Alten Museums beauftragt. Bereits 8 Jahre später wurde dieses auf dem nördlichen Teil der Spreeinsel eröffnet. Sie heißt seitdem Museuminsel.

Das Alte Museum machte die fürstlichen Sammlungen aus den königlichen Schatzkammern zum ersten Mal der Allgemeinheit zugänglich

Das Alte Museum hat Architektur-Geschichte geschrieben, denn die Sammlungsräume ordnen sich um die zentrale Rotunde an. Damit wird ein geistiges Zentrum architektonisch ausgebildet. Bei seinen Planungen malte sich Schinkel aus, dass in diesem Kuppelraum die bedeutendsten Kunstwerke aller Epochen aufgestellt werden. Damit hätte sich die Summe des geistigen Erbes in diesem einem Raum manifestiert.

Doch auch städtebaulich setzte die Museumsinsel Ausrufezeichen. Sie befindet sich nämlich genau gegenüber dem höfischen Schloss. Damit war die bürgerliche Forderung auf Teilhabe unübersehbar im Stadtzentrum angekommen und konnte nicht länger von der Obrigkeit ignoriert werden. Friedrich Wilhelm IV. verfügte 1841 als Nachfolger des Museumsgründers, dass die ganze Spree-Insel hinter dem Alten Museum zu einer Stätte für Kunst und Wissenschaft werden sollte. Damit waren die Berliner Museen abermals in punkto enge Verbindung von Sammlung und Erforschung der Kunst wegweisend.

Video über die Berliner Museumsinsel

 

Museumsinsel: Einmaliges Ensemble beeinflusste maßgelbich die Entwicklung der Museen weltweit

Nach den Plänen von Friedrich August Stüler errichtete man zwischen 1843 und 1855 direkt hinter dem Alten Museum das Neue Museum. Stühler hatte auch die Idee eines Gebäudes in der Gestalt eines römischen Tempels. Diese Pläne wurden letztlich für die Nationalgalerie verwirklicht. Während der Gründerzeit beherrschte der Neu-Klassizismus die Architektur. So war es kein Problem, „stilreine“ Bauten der Renaissance und des Barocks zu erbauen.

Unmittelbar an der Spitze der Museumsinsel wurde das Kaiser-Friedrich-Museum errichtet. Es ist heute als Bode-Museum weltberühmt. Der letzte Bau auf der Museumsinsel war das Pergamon-Museum, wo 1907 der Baustart erfolgte. Das größte Museum auf dem Areal wurde erst 1930 fertiggestellt.

Das Pergamon-Museum nahm all jene Funde auf, die während der archäologischen Expeditionen der wilhelminischen Kaiserzeit gemacht wurden. Glanzstücke der Berliner Sammlung sind der Pergamon-Altar, die Überreste der Prozessionsstraße von Babylon, das römische Markttor von Milet oder das Wüstenschloss von Mschatta aus frühislamischer Zeit. Das Pergamon-Museum präsentiert seine Schätze im Ambiente des preußischen Neoklassizismus.

Nach aufwändigen Rekonstruktionsmaßnahmen ist die Berliner Museumsinsel ein Besuchermagnet

Die Sammlungen, die so auf der Museumsinsel vereint wurden, boten dem Besucher erstmalig einen großartigen Einblick in die Kunst des Abendlandes von der Antike bis zum 19. Jahrhundert. Die Bestände wurden in den Gebäuden präsentiert, die ihrerseits die Entwicklung der Institution Museum in all ihren Facetten widerspiegeln: Architektur, Raumdisposition und Gestaltung. Während Schinkels Altes Museum das universale Bildungsideal eines Wilhelm von Humboldt widerspiegelt, zeigt das Pergamon-Museum die wissenschaftlich genaue Rekonstruktion der Grabungsfunde. So lassen sich anhand der Kunstgeschichte auch die Baugeschichte der Museumsinsel und 100 Jahre der museumspolitischen Vorstellungen von verschiedenen Generationen nachvollziehen.

Im zweiten Weltkrieg wurden die Gebäude auf der Museumsinsel stark beschädigt. Große Teile der Sammlungen überdauerten den Krieg in Ausweichquartieren. In den letzten Jahren erfolgten aufwändige, denkmalgerechte Wiederaufbau- und Rekonstruktionsmaßnahmen. Der Denkmalschutz musste erfüllt, aber gleichzeitig auch ein Konzept für die Zukunft gefunden werden. Man entschied sich gegen die Original-Pläne und verbindet die einzelnen Museumsgebäude mit einer archäologischen Promenade, was sicherlich ganz im Sinne der Gründungsväter des Ensembles gewesen wäre. So stehen die Sammlungen nicht mehr einzeln für sich in verschiedenen Gebäuden sondern sie können miteinander in Beziehung treten. Es wird Übergänge und Verzweigungen geben. Der Besucher erhält so völlig neue Einblicke in die Kulturen der Völker.

 

Eine Übersicht mit weiteren UNESCO-Weltkulturerbe & Weltnaturerbe-Stätten in Deutschland finden Sie hier.

 


Quellen:

 

Credits:

1 Luftbild der Museumsinsel in Berlin.
von Lothar Willmann [GFDL oder CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

2 Berlin-Mitte. Die Alte Nationalgalerie.
Eigenes Foto, 2005. Fotograf: Manfred Brückels. [gemeinfrei] via Wikimedia Commons


Aktualisiert ( Donnerstag, 07. Juni 2012 um 21:16 Uhr )
 

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