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Grube Messel - UNESCO-Weltnaturerbe in Deutschland & Sehenswürdigkeit

Fossilienlägerstätte Grube Messel

Die Grube Messel liegt in der Nähe von Darmstadt. Paläontologen und Paläozoologen bekommen leuchtende Augen, wenn sie den Namen Messel hören. Die Grube ist eine weltweit einzigartige Fossilienlagerstätte, mit deren Hilfe die Evolution der frühen Säugetiere erforscht werden kann. Hier wurden bereits Fossilien gefunden, die die Entwicklungsgeschichte der Erde vor mehr als 49 Millionen Jahren während des mittleren Eozäns dokumentieren. Wissenschaftler können mit Hilfe der Funde aus Messel bestimmen, wie explosionsartig sich die Tier- und Pflanzenwelt nach dem Ende der Dinosaurier entwickelte.

Die Fossilien wurden im Ölschiefer der Grube besonders gut konserviert. Bislang fand man ein sehr breites Spektrum an Lebewesen, die vor 57 bis 36 Millionen Jahren auf der Erde lebten.  Eine solche Artenvielfalt und Qualität der Funde ist bislang von keinem anderen Fundort bekannt.
Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (früher Senckenbergische Naturforschende Gesellschaft) wertet alle Funde aus Messel aus.

Grube Messel
Wikipedia1
Prachkäfer aus Messel
Wikipedia2

Bis dato sind es mehr als 10.000. Sie öffnet damit auch ein normalerweise verborgenes Fenster in die Zeit bevor der Mensch die Erde betrat. Die Fossilien erzählen von der Kontinentaldrift, dem Ablagern von Sedimenten, der Vergänglichkeit von Ozeanen und Landbrücken aber auch von den Klima und Lebenszyklen. Besonders interessiert die Experten, wie sich die Biosphäre auf den sich verschiebenden Kontinenten entwickelte. Die Tier- und Pflanzenreste sind so gut erhalten, dass ein sehr genaues Abbild von Anatomie und Lebensweise nachgezeichnet werden kann.

Teilweise haben sich sogar die Farben der Urzeit erhalten

Bislang wurden in der Grube Messel 100 Wirbeltierarten nachgewiesen. Darunter befanden sich auch 40 Säugetierarten. Schlagzeilen machten die gefunden Überreste von mehr als siebzig Urpferden. Davon sind über 30 Skelette vollständig erhalten geblieben. Bei vielen Wirbeltieren sind problemlos die Konturen der Weichteile erhalten geblieben. Manchmal versteinerte sogar der Mageninhalt.  Nur ein einziges Fossil aus Messel erhielt einen Namen. Es handelt sich dabei um die Überreste von „Ida“. Ida (Darwinius masillae) war ein früher Primat. Das 47 Millionen Jahre alte Skelett ist vollständig erhalten. Als das Tier - das in einem tropisches Lebensraum mit Regenwaldcharakter lebte - starb, fiel es in den See und versteinerte aufgrund des Sauerstoffmangels in der Tiefe. Der Schlamm des Sees konservierte sowohl tote Tiere als auch abgestorbene Pflanzen.

So wurden auch Vogelfossilien gefunden. Wissenschaftler versprechen sich von einer noch genaueren Analyse weitreichende und zum Teil neue Erkenntnisse über die Zusammensetzung der frühtertiären Vogelwelt. Bereits heute zeigen sie sich überrascht von dem vorgefundenen Artenreichtum. Bei der Reptilien- und Amphibienfauna lassen sich Rückschlüsse auf die Nahrungsketten ziehen.  Damit erhält die Wissenschaft ein umfassendes Bild des ökologischen Biotops, das die Zeiten überdauerte.

Video über die Grube Messel (in Englisch)

 

Nach Ende des Ölschieferabbaus wäre Weltnaturerbestätte beinahe als Müllkippe zugeschüttet worden

Paläobotaniker verzückt die vorgefundene Flora. Sie gilt als eine der artenreichsten des Alttertiärs. Die versteinerten Pflanzenreste ermöglichen Rückschlüsse auf besondere Standortbedingungen und die damit einhergehenden klimatischen Verhältnisse.

Doch beinahe wäre dieser weltweit einzigartige Ort zerstört worden.  Von 1859 bis 1970 wurde hier bituminöser Tonstein, Eisenerz und Braunkohle abgebaut. Nachdem der Ölschieferabbau eingestellt wurde, sollte die Grube mit Müll verfüllt werden. Doch Wissenschaftler und Bevölkerung protestierten gegen diese Pläne. Die UNESCO setzte 1995 die Grube Messel als erstes deutsches Weltnaturerbe auf die Welterbe-Liste.

 

Eine Übersicht mit weiteren UNESCO-Weltkulturerbe & Weltnaturerbe-Stätten in Deutschland finden Sie hier.

 


Quellen:

 

Credits

1 Grube Messel.
von Wilson44691 (Eigenes Werk) [Public domain], via Wikimedia Commons

2 Der Prachtkäfer (Buprestidae) aus der Grube Messel weist noch erhaltene Strukturfarben auf.
von Foto: Torsten Wappler, Hessisches Landesmuseum Darmstadt & Gerbil at de.wikipedia [GFDL oder CC-BY-SA-3.0], vom Wikimedia Commons


Aktualisiert ( Donnerstag, 31. Mai 2012 um 21:51 Uhr )
 

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