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Alte Buchenwälder Deutschlands - UNESCO-Weltnaturerbe in Deutschland & Sehenswürdigkeit

Buchenwälder in Deutschland: Grumsiner Forst, Nationalpark Kellerwald-Edersee, Nationalpark Jasmund, Serrahner Buchenwald, Nationalpark Hainich

Im Jahre 2011 schafften es fünf deutsche Buchenwälder als UNESCO-Weltnaturerbe in die Welteerbeliste aufgenommen zu werden. Die fünf Buchenwaldgebiete gehören mit zum grenzüberschreitenden Weltnaturerbe „Buchenurwälder der Karpaten“.

Zu den deutschen Titelträgern gehören:

  • der Grumsiner Forst in Brandenburg
  • der Nationalpark Kellerwald-Edersee in Hessen
  • der Nationalpark Jasmund in Mecklenburg-Vorpommern
  • der Serrahner Buchenwald im Müritz-Nationalpark (ebenso Mecklenburg-Vorpommern)
  • und der Nationalpark Hainich in Thüringen.

Bei den Buchenurwäldern der Karpaten erfolgte die Anerkennung der Titels Weltnaturerbe durch die UNESCO bereits im Jahre 2007. Hierzu zählen insgesamt 10 Gebiete in der Slowakei und der Ukraine. Sie liegen alle in montanen bzw. subalpinen Höhenlagen, die eine Höhe von bis zu 1.940 Metern erreichen.

Buchenwald in einer naturnahen, strukturreichen Form
Wikipedia1
Totholz
Wikipedia2

Die deutschen Buchenurwaldgebiete wurden als Erweiterung der Naturerbestätte anerkannt. Es handelt sich hierbei um die verbliebenen Reste der naturnahen Tiefland-Buchenwälder. Diese wertvollen Bestände konnten sich auf der Welt nur noch in Deutschland erhalten. Die Wälder in der BRD liegen deutlich tiefer als die der Slowakei und der Ukraine. Der Nationalpark Jasmund befindet sich auf der Ostseeinsel Rügen. Er liegt nur 100 Meter über Normal Null, während der Kellerwald in Hessen sich bis auf 626 Meter Höhe erstreckt.

Die deutschen naturnahen Tiefland-Buchenurwälder sind nur ein kleiner Rest der ursrpünglichen Bestände

Mit dem Welterbetitel wurden insgesamt 43 Quadratkilometer sowie eine Pufferzone von 131 Quadratkilometer unter Schutz gestellt. Die durch das Weltnaturerbe geschützten Gebiete zeugen von der biogeografischen Geschichte der Buchenurwälder und damit von den unterschiedlichen Formen der verschiedenen Standorte. Ihnen allen ist nur gemein, dass sie in den gemäßigten Zonen der nördlichen Hemisphäre vorkommen.

Die Natur in Europa wurde nach der Eiszeit von den Buchenwäldern geprägt. 40 Prozent der Fläche des europäischen Kontinents waren vor 6500 Jahren von Buchenwäldern bedeckt. Die letzten Überreste der ursprünglichen Vegetation des Waldes finden sich nur noch in den Karpaten. Die jetzt geschützten deutschen Wälder sind eigentlich wesentlich jünger. Doch ihre Teilabschnitte blieben von den Einflüssen des Menschen so gut wie verschont. Beispielsweise war den Buchenwald im Nationalpark Hainich mehr als 40 Jahre militärisches Sperrgebiet. An eine normale forstwirtschaftliche Nutzung war somit nicht zu denken. Auch der Grumsiner Forst wurde so gut wie gar nicht angetastet. Sein Glück war es, dass er zum Staatsjagdgebiet der DDR erklärt worden war.

Video über die von der UNESCO unter Schutz gestellten Buchenurwälder in Deutschland

 

Rotbuchenwälder für die Artenvielfalt in Europa so wichtig wie das Amazonasgebiet in Südamerika

Die große Artenvielfalt ist für die Buchenwaldgebiete sehr typisch. Hier findet sich ein großer Anteil an alten Bäumen. Auch Totholz wird stehen bzw. liegen gelassen. Somit entstehen viele natürliche Höhlen. Diese wiederum geben Höhlenbrütern, Fledermäusen aber auch Wildkatzen einen idealen Lebensraum, Unterschlupf aber genauso auch Platz für die Aufzucht der Jungtiere.

Kämpfer für den Artenschutz vergleichen die Bedeutung des Rotbuchenwaldes für Deutschland und Europa mit der Bedeutung des Amazonas für Brasilien. Die ganze Artenvielfalt des Buchenwaldes kommt jedoch erst dann zum Tragen, wenn im Wald alle Phasen seines Alters anzutreffen sind. Gefährdete Tier-, Pilz- und Pflanzenarten bekommen hier die Chance, ihren natürlichen Genpool zu bewahren.

 

Eine Übersicht mit weiteren UNESCO-Weltkulturerbe & Weltnaturerbe-Stätten in Deutschland finden Sie hier.

 


Quellen:

 

Credits

1 Strukturreicher und naturnaher Buchenwald am Schullandheim Waldschlößchen (Mühlhäuser Stadtwald).
von Michael Fiegle.Michael Fiegle at de.wikipedia [GFDL oder CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

2 Totholz im Weberstedter Holz (Nationalpark Hainich)
von Michael Fiegle (selbst fotografiert von Michael Fiegle) [GFDL oder CC-BY-SA-3.0-2.5-2.0-1.0], via Wikimedia Commons

Aktualisiert ( Donnerstag, 31. Mai 2012 um 21:17 Uhr )
 

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