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Bergwerk Rammelsberg, Altstadt von Goslar und Oberharzer Wasserwirtschaft - UNESCO-Weltkulturerbe in Deutschland & Sehenswürdigkeit

Goslar, Rammelsberg, Oberharzer Wasserwirtschaft

Es war über 1000 Jahre im Dauereinsatz – das Erzbergwerk Rammelsberg bei Goslar. Dies ist einmalig in der Welt. Und so steht es zusammen mit der mittelalterlichen Altstadt Goslars seit 1992 auf der Als Weltkulturerbe auf der UNESCO-Welterbeliste.

Erst 1988 erfolgte die Stilllegung von Rammelsberg und die Einrichtung eines Bergbaumuseums. Damit ging jedoch eine Spanne von zehn Jahrhunderten Bergbaugeschichte zu Ende. Rammelsberg hat viele Bergbaudenkmäler:

  • Die Abraumhalden aus dem 10. Jahrhundert
  • Den Rathtiefste Stollen aus dem 12. Jahrhundert (Es handelt sich hierbei um einen der ältesten und am besten erhaltenen Stollen des Bergbaus in Deutschland)
  • Das Feuergezäher Gewölbe aus dem 13. Jahrhundert (Es ist der älteste gemauerte Grubenraum in Europa)
  • Der Maltermeisterturm aus dem 15. Jahrhundert (Es ist das älteste Tagesgebäude des deutschen Bergbaus)
  • Der Roeder-Stollen aus dem 18./19. Jahrhundert (Hier blieben zwei originale Wasserräder erhalten)
  • Und die Übertageanlage, die aus den 1930er Jahren stammt.
Kaiserpfalz bei Goslar
Wikipedia1
Bergbaumuseum Rammelsberg
Wikipedia2

In Rammelsberg wurden fast 30 Millionen Tonnen Erz gefördert. Das Rohstoffvorkommen verhalf der nahegelegenen Stadt Goslar zu einem enormen Reichtum. Das Bergwerk prägt die Stadtentwicklung. Ohne das Silber- und Kupfererz des Rammelsberges wäre Goslar nicht gegründet worden. So aber entstand zu Beginn des 11. Jahrhunderts die durch Kaiser Heinrich II. gegründete Pfalz. Sie liegt am Nordrand des Harzes. Bereits 1009 fand die erste Reichsversammlung in Goslar statt. Bis 1253 war es die Residenzstadt der deutschen Kaiser und Könige und damit eigentlich heimliche Hauptstadt des Reiches. Obwohl weit im Landesinnern gelegen, war Goslar Mitglied der Hanse. Der Metallhandel brachte es mit sich. Er sorgte auch dafür, dass die Stadt innerhalb des Handelsbundes eine wichtige Stelle innehatte.

Der Erzabbau im Rammelsberg bildete die Grundlage für den Reichtum der Stadt Goslar im Mittelalter

Der Kern der Altstadt erstreckt sich nur auf einer Fläche von einem Quadratkilometer. Die Gebäude und Straßen sind als Oval angelegt. Der mächtige Pfalzbau im romanischen Stil dominiert das Stadtbild. Diese Pfalz war über die Jahrhunderte hinweg die größte und gleichzeitig die sicherste Pfalzanlage der sächsischen und salischen Kaiser.

Goslar wird gern auch als das „nordische Rom“ bezeichnet, denn es entwickelte sich ebenso zu einem wichtigen Zentrum des christlichen Glaubens. Insgesamt gibt es 47 Kirchen und Kapellen, die man in der Silhouette der Stadt nicht übersehen kann. Das einstige Stadtbild ist bis heute geschlossen erhalten geblieben. Und so können Besucher durch die Gassen spazieren, die Gildehäuser oder das historische Rathaus betrachten. Beliebte Fotomotive sind die vielen Bürgerhäuser, deren Pracht sich in dem kunstvoll geschnitzten Fachwerk äußert.

Video über Goslar und das Bergwerk Rammelsberg (in Englisch)

 

Die Oberharzer Wasserwirtschaft erweiterte das UNESCO-Weltkulturerbe Rammelsberg und die Altstadt von Goslar im Jahre 2010

Im 16. Jahrhundert entzog man allerdings der Stadt die Bergbaurechte und entzog ihr damit die wirtschaftliche Grundlage. Der Niedergang war letztlich nicht aufzuhalten, doch hatte auch sein Gutes: Durch die Armut blieb die mittelalterliche Anmutung Goslars über die Jahrhunderte hinweg erhalten und so bekommt man heute noch einen Eindruck von der Pracht der Stadt am Fuße des Rammelsberges und in Sichtweite des Harzes.

Die Welterbestätte Rammelsberg und die Altstadt von Goslar wurde 2010 erweitert. Hinzu kam das System der Oberharzer Wasserwirtschaft. Dabei handelt es sich um eines der weltweit größten Energieversorgungssysteme vor der Industriellen Revolution. Im frühen 13. Jahrhundert legten die Mönche des Zisterzienser-Kloster Walkenried erste Teich- und Grabensysteme an. Sie wurden von den Bergleuten über die Jahrhunderte hinweg immer weiter ausgebaut. Der Bergbau im Oberharz hatte eine Vorreiter-Stellung in Europa inne. Insgesamt besteht die Oberharzer Wasserwirtschaft aus 107 historischen Teichen, 310 Kilometer Gräben und 31 Kilometer Wasserläufen.

 

Eine Übersicht mit weiteren UNESCO-Weltkulturerbe & Weltnaturerbe-Stätten in Deutschland finden Sie hier.

 


Quellen:

 

Credits

1 Kaiserpfalz in Goslar
von Tobias Helfrich (Dionysos) [CC 3.0 unported], via Wikimedia Commons

2 Bergwerk Rammelsberg
von Markus Schweiß [CC 3.0 unported], via Wikimedia Commons

Aktualisiert ( Donnerstag, 31. Mai 2012 um 21:12 Uhr )
 

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