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Kloster Lorsch und Altenmünster - UNESCO-Weltkulturerbe in Deutschland & Sehenswürdigkeit

Abtei & Kloster Lorsch mit Altenmünster

Die kleine Ortschaft Lorsch liegt zwischen Worms und Darmstadt. Die berühmte Torhalle ist eines der wenigen aus der Karolinger Zeit erhaltenen Denkmäler. Wegen ihrer Pracht wird sie auch als Königshallte bezeichnet. Sie konnte über die Jahrhunderte hinweg ihr ursprüngliches Aussehen bewahren. Einst war sie Teil einer mächtigen Klosteranlage. Die Größe des Ensembles in der Vergangenheit lässt sich  heute jedoch nur noch erahnen.

Die Gründung der Abtei Lorsch ging auf den fränkischen Gaugraf Cancor und seiner Mutter Williswinda zurück.  Der Aufbau des Klosters fiel damit in die Regierungszeit von König Pippin den Kurzen (751 – 768). Das Kloster erlebte seine Blütezeit als es der Begräbnisplatz der Könige des Ostkarolingischen Reiches wurde. Diese Tradition wurde mit dem Tod von Ludwig des Deutschen im Jahre 876 begonnen.  Sein Nachfolger, Ludwig III., ließ eine Gruftkirche bauen. In dieser wurden die Gebeine seines Vaters bestattet. Später fand er hier selbst seine letzte Ruhe. Auch die Beisetzung seines Sohnes Hugo und von Kunigunde, der Gemahlin von Konrad I., fanden hier statt.

Torhalle der Abtei Lorsch
Wikipedia1
Einband des Lorscher Evangeliar
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Durch großzügige Schenkungen – u. a. von Karl dem Großen – erlangte Lorsch Ansehen und Einfluss. Die Klosterbibliothek beherbergte damals einen Bücherschatz von 600 Bänden. Die Bestände wurden später der Bibliotheca Palatina einverleibt. Bis heute erhalten geblieben sind der Lorscher Codex (Codex Laureshamensis),  das Lorscher Evangeliar (Codex Aureus Laureshamensis) aber auch der Lorscher Bienensegen.

Lorsch war einst einflussreich und wohlhabend. Die Anlage verfiel jedoch nachdem sie seit der Reformationszeit leer stand.

Im 10. Jahrhundert war Lorsch ein wohlhabendes Kloster. Dies änderte sich jedoch, als die Anlage im Jahre 1090 durch einen Brand verwüstet wurde. Der Wiederaufbau jedoch erfolgte im 12. Jahrhundert. 1232 wurde Lorsch in das Erzbistum Mainz eingegliedert. Damit verlor es die meisten seiner Privilegien. Ursprünglich war das Kloster von Benediktinern gegründet worden. Doch auch Zisterzienser und später Prämonstratenser betteten und arbeiteten hier.

Nach einem zweiten Brand im Dreißigjährigen Krieg musste die Kirche wieder aufgebaut werden. Das klösterliche Leben kam in den Wirren der Reformationszeit dennoch ins Stocken. Die Gebäude standen leer und zerfielen immer mehr. Die Laufe der Jahrhunderte überdauerte nur die Torhalle, ein Teil der romanischen Kirche und eher unbedeutende Reste des mittelalterlichen Klosters. Sie stammen allerdings aus der Zeit, als Lorsch durch die Mainzer Kurfürsten verwaltet wurde. All das ist noch immer innerhalb der Ringmauern zu sehen.

Trotz dieses scheinbar katastrophalen und unvollständigen Zustands gehört die  Klosterabtei Lorsch zu den beeindruckendsten Relikten der vorromanischen Baukunst innerhalb Deutschlands. 1991 erfolgte deswegen der Eintrag in die UNESCO-Welterbeliste. Zum Weltkulturerbe Kloster Lorsch gehören aber auch die mittlerweile durch archäologische Ausgrabungen wiederentdeckten Überreste des Klosters Altenmünster. Dieses liegt direkt neben den Klosteranlagen auf der Alten Wiese und kündet davon, dass schon vor der Klostergründung hier eine Kirche gestanden und sakrales Leben zelebriert worden sein muss.

Video über Kloster Lorsch (v. a. die Torhalle)

 

Eine Übersicht mit weiteren UNESCO-Weltkulturerbe & Weltnaturerbe-Stätten in Deutschland finden Sie hier.

 


Quellen:

 

Credits

1 Die Königshalle des Kloster Lorsch.
von Kuebi - Armin Kübelbeck (Eigenes Werk) [GFDL],
via Wikimedia Commons

2 Detail des Einbandes der Lorcher Codex Aureus
David Jackson [CC-BY-SA-2.0-uk], via Wikimedia Commons

Aktualisiert ( Donnerstag, 31. Mai 2012 um 21:00 Uhr )
 

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