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Dresdner Elbtal - UNESCO-Weltkulturerbe in Deutschland & Sehenswürdigkeit

Dresdner Elbtal

Das Dresdner Elbtal stand seit Juli 2004 auf der UNESCO-Welterbeliste. Mit dem Welterbetitel wurde eine einzigartige, fast 20 Kilometer lange Kulturlandschaft entlang des Elbtals unter Schutz gestellt. Sie stammte aus dem 18. und 19. Jahrhundert und reicht von Schloss Übigau im Nordwesten bis zum Schloss Pillnitz im Südosten. Auch die Elbe-Insel gehörte mit zum Welterbe. Kernstück und glanzvoller Höhepunkt war natürlich das Dresdner Zentrum, das zahlreiche Monumente und Parks aus mehreren Jahrhunderten beherbergt. Dresden wird durch seine Ensembles aus dem 16. bis 20. Jahrhundert  nicht umsonst Elbflorenz genannt.

In der Begründung des Welteerbetitels würdigte das UNESCO-Komitee die Einzigartigkeit der Kulturlandschaft, der es gelingt Gegensätze wie Natur und Architektur aber auch Stadt und Landschaft zu vereinen. Das Elbufer wird beispielsweise von naturnahen Hangwäldern und Flussauen geprägt. Doch entlang des Flusses reihen sich auch Festungsanlagen aus der Renaissance und Gründerzeitvillen aneinander. In das Landschaftsbild des Elbtals, an dessen Hängen Wein angebaut wird, fügen sich die Schlösser mit ihren Gärten harmonisch ein. Ein Beispiel für die gelungene Eingliederung ist Schloss Pillnitz, das im frühen 18. Jahrhundert erbaut wurde. Unverkennbar ist hier der Einfluss der damaligen ostasiatischen Mode. Architekturkenner sprechen hier auch von der chinoisen Architektur in Europa.

Schloss Pillnitz
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Dresdner Elbtal
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Blaues Wunder
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Liebgewonnenes Wahrzeichen des Elbtals ist aber auch das Blaue Wunder. Die Stahlträgerbrückenkonstruktion bei Wachtwitz verbindet seit dem 19. Jahrhundert die beiden Elbufer miteinander.

Elbflorenz am Elbeufer: Hofkirche, Frauenkirche, Semperoper, Zwinger & Grünes Gewölbe sind die Touristenattraktionen in der Stadt

Höhepunkt einer jeden Elbtalreise ist allerdings Dresden. Das Ensemble der Dresdner Altstadt gibt der Stadt ihre bereits von weitem erkennbare Silhouette. Hierzu gehören das Residenzschloss, die Hofkirche, die Frauenkirche und der Zwinger. Er gilt als eines der wichtigsten Bauwerke des europäischen Spätbarocks. Die Brühlschen Terrassen sind die prachtvolle Promenade entlang der Elbe. Sie entstanden als die mächtigen Festungsanlagen am Altstädter Elbufer in der Barockzeit umgenutzt wurden. Heute legen hier die Schaufelraddampfer der Weißen Flotte ab. Die Semperoper ist einer der bedeutendsten Theaterbauten des 19. Jahrhunderts. Architektonisch orientiert sie sich am Stil der Hochrenaissance.

Legendär sind auch die Kunstschätze der staatlichen Kunstsammlungen, die beispielsweise im Grünen Gewölbe ausgestellt werden. Die Dresdner leben noch heute ihre Traditionen – nicht nur im musischen Bereich sondern auch bei den bildenden Künsten.

Dresden war seit dem 15. Jahrhundert erst die Residenz der sächsische Herzöge, dann der Kurfürsten und später der Könige. Unter Kurfürst Friedrich August I., der in die Geschichte als August der Starke einging, avancierte Dresden zu einer europäischen Metropole. Das Stadtbild veränderte sich umfassend. Zahlreiche Bauten machten Dresden zur Barockstadt. Bauherren waren der Hof aber auch der sächsische Adel. 1711 erbauter der Architekt Carl Friedrich von Pöppelmann den Zwinger und das Taschenbergpalais. 1715 kam das Japanische Palais und 1721 die Anlagen von Schloss Pillnitz hinzu.  Als wichtige Sakralbauten der Stadt wurden die Frauenkirche 1734 und die Kathedrale 1755 fertiggestellt. In dieser Zeit entstanden auch die großen Sammlungen. Noch heute lassen die Namen „Dresdner Gemäldegalerie“ oder „Grünes Gewölbe“ die Augen von Kunstliebhabern leuchten. Das 18. Jahrhundert brachte Dresden Reichtum und Wohlstand. Die Stadt hatte es geschafft, sich als Zentrum der europäischen Politik zu etablieren und wichtige Akzente in Kultur und Wirtschaft zu setzen. Hier gab es die erste europäische Porzellanmanufaktur. Das sogenannte „Weiße Gold“ ist auch heute noch ein Aushängeschild für Dresden.

Video über das Dresdner Elbtal

 

Dresdner Altstadt vom Bombenhagel im Zweiten Weltkrieg für Jahrzehnte schwer gezeichnet

In den vergangenen 400 Jahren haben viele berühmte Künstler und Wissenschaftler ihre Spuren im Elbtal hinterlassen. Diese konnten auch von den alliierten Luftangriffen im Zweiten Weltkrieg nicht ausradiert werden. Insgesamt fünf aufeinanderfolgende Luftschläge zerstörten im Februar 1945 das Dresdner Zentrum vollständig. Oper, Zwinger, Schloss und Taschenbergpalais brannten völlig aus. Die Frauenkirche stürzte in sich zusammen. Während der DDR-Zeit erfolgte 1964 der Abschluss der Rekonstruktionsarbeiten am Dresdner Zwinger. In den darauffolgenden Jahren entstanden Hofkirche, Johanneum, Albertinum und Stallhof neu. 1985 war der Wiederaufbau der Semperoper abgeschlossen. In der typischen und unverkennbaren Stadtsilhouette fehlte dann nur noch die Frauenkirche. Ihre Ruine war jahrzehntelang ein Mahnmal gegen Krieg und Zerstörung. Fünf Jahre nach der politischen Wende begann 1994 der Wiederaufbau der Frauenkirche. Das Besondere dabei war die Wiederverwendung der geborgenen Bauteile. Damit wurde die Rekonstruktion zu einer Puzzlearbeit. Heute ist Frauenkirche ein weltweit anerkanntes Zeichen der Versöhnung.

Dresden bei Nacht
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Semperoper
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UNESCO statuierte Exempel: Dresden setzte seinen Welterbetitel mit dem Bau der Waldschlösschenbrücke leichtfertig aufs Spiel

Im Juli 2006 folgte für die Dresdner Welterbe-Enthusiasten der erste Schock. Wegen des geplanten Baus der Waldschlösschenbrücke setzte die UNESCO das Dresdner Elbtal auf die Liste des gefährdeten Welterbes. Damit drohte der Verlust des Welterbetitels, wenn das Bauvorhaben nicht gestoppt würde. Alternative Lösungen hätten gefunden werden können und müssen, um den Schutz der Kulturlandschaft Dresdner Elbtal sicherzustellen. Da die Politik dies allerdings nicht zu ließ, statuierte das Welterbe-Komitee im Sommer 2007 ein Exempel. Dem Dresdner Elbtal wurde der Welterbetitel wieder entzogen. In der Geschichte des UNESCO-Weltkulturerbes bzw. Weltnaturerbes ist ein solcher Vorfall insgesamt erst zweimal vorgekommen.
Damit Titelträger den Ernst der Lage richtig einschätzen, wenn das Welterbe-Komitee für die Welterbestätten Gefahr in Verzug sieht, ist die Titelaberkennung für Dresden sicherlich hart aber für den Schutz des gesamten Welterbes ein wichtiges Zeichen.

 

Eine Übersicht mit weiteren UNESCO-Weltkulturerbe & Weltnaturerbe-Stätten in Deutschland finden Sie hier.

 


Quellen:

 

Credits

1 Blick über die Elbe auf das Schloss Pillnitz (Wasserpalais) von Kleinzschachwitz aus.
von Kolossos (Eigenes Werk) [GFDL  oder CC-BY-SA-2.5-2.0-1.0], via Wikimedia Commons

2 Die Marienbrücke Dresdens von der Aussichtsplattform der Frauenkirche aus fotografiert.
von Maxmilian Baumgart (Eigenes Werk) [GFDL oder CC-BY-SA-3.0 ], via Wikimedia Commons

3 Mit Blaues Wunder wird die Löschwitzer Brücke über die Elbe in Dresden, Sachsen, Deutschland, bezeichnet. Im Bild: Blick auf die Brücke vom rechten Elbufer (Luisenhof) aus.
von Nikater (Own work) [Public domain], via Wikimedia Commons

4 Dresden bei Nacht
von Nikater (Eigenes Werk) [GFDL oder CC-BY-SA-3.0 ], via Wikimedia Commons

5 Abendlich angestrahlte Semperoper mit dem Reiterstandbild König Johanns, Dresden
von Müscha aus der deutschsprachigen Wikipedia [GFDL  oder CC-BY-SA-3.0 )], via Wikimedia Commons

 


Aktualisiert ( Donnerstag, 31. Mai 2012 um 20:56 Uhr )
 

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