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Märkgräfliches Opernhaus Bayreuth - UNESCO-Weltkulturerbe in Deutschland & Sehenswürdigkeit

Das Markgräfliche Opernhaus in Bayreuth

Das markgräfliche Opernhaus in Bayreuth bekam 2012 den Titel eines UNESCO-Weltkulturerbes verliehen. Das UNESCO-Komitee begründete die Entscheidung, dass diese Institution das bedeutendste und das am besten erhaltene Beispiel für die Theaterkultur des Barocks sei. Unter Experten gilt das Opernhaus als eines der wichtigsten baulichen Zeugnisse der absolutistischen Gesellschaft. Es ist damit die Repräsentation der höfischen Opernhausarchitektur während des 18. Jahrhunderts.

Erbaut wurde das Bayreuther Wahrzeichen von 1746 bis 1750 außen von Joseph Saint-Pierre und innen von Giuseppe und Carlo Bibiena. Die Bibienas galten damals als führende Theaterarchitekten in Europa.
Das Gebäude errichtete man innerhalb von vier Jahren im Auftrag des Markgrafenpaares Friedrich und Wilhelmine von Brandenburg-Kulmbach. Auslöser für den Bauauftrag war 1944 die Verlobung von Herzog Carl Eugen von Württemberg mit der Elisabeth Friederike Sophie von Brandenburg-Kulmbach – ihres Zeichens Tochter von Friedrich und Wilhelmine.

Ansicht Märkgräfliches Opernhaus in Bayreuth
Wikipedia1
Logenränge des Opernhauses
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Zu seiner Zeit konnte es der fertiggestellte Bau mit den Häusern in Wien, Dresden, Paris oder Venedig locker aufnehmen so groß und so prachtvoll war das Opernhaus ausgestattet. Diese Pracht beeindruckt umso mehr, da es sich bei Bayreuth lediglich um eine kleine Residenzstadt handelte, die abseits der großen europäischen Metropolen und Handelswege lag. Und doch leistete sie sich den Luxus eines der glänzendsten Opernhäuser zu bauen.
Es handelt sich dabei um ein aus Holz gefertigtes Logentheater, das über eine bemalte Leinwand verfügt. Aufgrund der vielfältigen Dekoration – es kommt hierbei Stuck, Schnitzwerk und Malerei zum Einsatz – gilt die Spielstätte weltweit als einzigartiges Meisterwerk. Das Deckengemälde trägt den Namen „Apollo und die neun Musen“. Es wurde von dem aus Dresden stammenden Johann Benjamin Müller geschaffen. Die Rundbilder der Deckenrahmung zeigen Szenen aus der in Ovids Metarmorphosen dargestellten Mythologie der Antike.

Seiner Zeit gab es solche Pracht nur noch an den großen Häusern in Wien, Dresden, Paris oder Venedig

Das markgräfliche Opernhaus in Bayreuth ist darüber hinaus das einzige Theater, an der die Kunst der Opera seria noch authentisch erfahren werden kann. Diese Kunstgattung ist eine Repräsentationsform des politischen Systems des Absolutismus. Auch so lässt der Bau vieles vom Standesdünkel der damaligen Zeit erahnen. So gibt es beispielsweise drei Logen-Ränge, die den drei Ständen der Gesellschaft zugeordnet werden können.

Seinen überaus guten Erhaltungszustand verdankt das Opernhaus einem traurigen Umstand. Nur wenige Jahre nach Beendigung der Bauarbeiten verstarb die Markgräfin Wilhelmine. Sie war durchaus begabt. Etliche Kompositionen von ihr wie kleine Opern oder Singspiele wurden im Opernhaus aufgeführt. Nach ihrem Tod jedoch stellte man den Spielbetrieb ein. Da kaum noch Aufführungen stattfanden, mussten auch keine Kerzen oder Lichter entzündet werden. So blieb das hölzerne Opernhaus von Bränden verschont. Viele Opern- und Theaterhäuser der damaligen Zeit wurden nämlich ein Opfer der Flammen.

Tragische Umstände sorgten für die Erhaltung bis in die heutige Zeit.

Doch heute ist das Opernhaus in Bayreuth wiederbelebt. Jedes Jahr wird der Aufführungsort, mit Leben erfüllt. So gibt es beispielsweise Konzerte anlässlich des Bayreuther Osterfestivals oder des Bayreuther Barocks.
Die Akustik im Haus selbst ist dabei noch immer die gleiche wie vor 270 Jahren. Diese Konstanz beeindruckte auch die UNESCO.

Seit 2007 ist das Markgräfliche Opernhaus und damit Bayreuth außerdem ein Teil der Deutschlandroute „Europastraße Historische Theater“.  Diese führt durch insgesamt 10 Länder Europas und verbindet Städte mit bedeutenden historischen Theatern, die  zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert erbaut wurden.

Heute wird Bayreuth eher mit den Wagner-Festspiegeln auf dem grünen Hügel in Verbindung gebracht. Doch das markgräfliche Opernhaus war es, das Richard Wagner nach Bayreuth zog. Durch ein Konversationslexikon war er auf die ungewöhnliche große Bühne aufmerksam geworden. Vor Ort fand er dann allerdings die Form des Zuschauerraums und auch die Größe für seine Vorstellungen ungeeignet. Allerdings blieb der Komponist Bayreuth treu und baute sein eigenes Theater. Die Feier zur Grundsteinlegung dieses Festspielhauses fand im Mai 1872 im Markgräflichen Opernhaus statt. Wagner selbst dirigierte Beethovens 9. Sinfonie.

 


Quellen:

 

Credits:

1 Markgräfliche Opernhaus in Bayreuth.
von Immanuel Giel [gemeinfrei], via Wikimedia-Commons

2 Das Markgräfliche Opernhaus in Bayreuth. Logen für Zuschauer in drei Etagen.
von Dickbauch [GFDL 1.2 and Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported}], via Wikimedia Commons

Aktualisiert ( Montag, 25. Februar 2013 um 19:36 Uhr )
 

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